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  • „Schwebendes Dach“ für die neue Rhein-Neckar-Arena (AFA Ausgabe 4/12)
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  • Textile Architektur

Innerhalb nur weniger Monate hat das Unternehmen Ceno aus dem westfälischen Greven die Tribünenüberdachung für die neue Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim hergestellt und montiert – ein helles Membrandach aus technischen Textilien rundet den Stadionneubau ab und bietet Schutz für über 30.000 Zuschauerplätze.

Das textile Dach als Wahrzeichen des neuen Stadions

Die von der agn Niederberghaus & Partner GmbH entworfene Stadionarchitektur orientiert sich an der leicht hügeligen Landschaft. Der Sockel der Arena ist als Einschnitt in die Landschaft konzipiert und erdet das Gebäude. Der mit viel Glas versehene Hauptkörper lässt das Stadion nach oben immer leichter werden, bis schließlich das von schlanken Stützen getragene Membrandach als organische Form über der Landschaft „schwebt“. Weiße, transluzente Dachmembranen un-terstützen die leichte und luftige Architektur. Aus optischen und akustischen Grün-den ist nicht nur die Oberseite, sondern auch die Unterseite des Stahltragwerks mit Membranen umspannt.

High-Tech-Materialien für den funktionalen Einsatz
Zwei verschiedene Membrantypen fanden bei diesem Projekt je nach Funktion ihren Einsatz. Es wurden 21.000 qm Obermembranflächen und 21.500 qm Unter- und Schrägmembranbespannungen aus technischen Textilien hergestellt. Der Gesamt-Materialverbrauch liegt bei circa 60.000 Quadratmetern. Die nach außen gerichtete Obermembrane schützt vor Witterung, lässt aber dennoch Licht auf die Tribüne. Insgesamt 56 Dachfelder mit je fünf Stützbögen wurden mit Architekturmembranen bespannt, die aus transluzentem kunststoffbeschichtetem Polyestergewebe vom Typ III mit einem schmutzabweisenden Fluorpolymer-Lack beste-hen. Dieser Lack ist witterungsbeständiger als herkömmliche Lacke.

Die zu den Tribünen gerichtete untergespannte Membrane soll optisch eine beru-higende Wirkung haben. Hierfür ist ein feinmaschiges kunststoffbeschichtetes Polyester-Gitter-Gewebe eingesetzt worden. Rund 750 Stahlrahmen wurden mit dem semitransparenten Material bespannt. Zu den Besonderheiten gehört weiter, dass die 750 bespannten Stahlrahmen verschieblich nach einem Fugenplan hergestellt wurden, um eine geschlossene homogene Unterdecke zu erreichen. „Der Entwurf des Architekten wurde konsequent mit vielen technischen Einzellösungen umgesetzt.“, so Meike Nieger. Zum weiteren Lieferumfang von CENO gehörte die zur Stadioninnenseite angebrachte Dachrandverglasung. Mehr als 7.000 Quadrat-meter Makrolon- Stegplatten sorgen am umlaufenden Spielfeldrand für Witterungsschutz und Transluzenz.

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