Der feurige Spaßmacher (Seat Leon 1.4 TSI)

0
50

Der Name des Seat Leon rührt von der spanischen Stadt León her, die ihrerseits nach dem Löwen benannt ist und diesen auch im Wappen trägt. Die neue Generation des Leon basiert auf der Plattform des Golf VII und greift auf die aktuellste Technik des VW-Konzerns zurück. Das kantige, dynamische Design des Leon wird dabei vor allem die jüngere Generation ansprechen. Die Fahreigenschaften sind zwar tendenziell sportlich abgestimmt, trotzdem eignet sich der Leon auch für lange Strecken. Man ist geneigt zu behaupten, dass er noch einen Tick fescher ist als der alte Leon, der eher rundliche Formen aufwies. Und dass scharfe Kanten gewiss kein Fehler sind, vor allem wenn sie harmonisch und klug gesetzt wurden (wie etwa die unterbrochene “Tornadolinie” oberhalb der Türklinken, die Dynamik pur ausstrahlt), beweist der TSI zweifellos denn der Seat Leon macht seinem tierischen Namensgeber tatsächlich alle Ehre. Er ist nicht zu weich, aber dennoch komfortabel gefedert, und sein 140-PS-Motor hat mit dem schlanken Spanier keine Mühe. Als sportlicher “FR” zeigt sich der aufgeladene 1,4-Liter-Vierzylinder im Seat Leon 1.4 TSI FR bei nur 4.500 Umdrehungen pro Minute gut bei Kräften. Das maximale Drehmoment von 250 Newtonmetern liegt bereits bei 1.500/min, was ein breites nutzbares Drehzahlband bedeutet und den Leon im Verein mit dem präzise zu schaltenden Sechsganggetriebe zu einem sehr agilen Flitzer, besonders auf kurvigen Landstraßen macht. Mit dem Gewicht von 1.254 Kilogramm wiegt er rund anderthalb Zentner weniger als sein vergleichbar ausgestattetes Vorgängermodell. Die Zuladung von 496 Kilogramm ist da eine erfreulich hohe Dreingabe, zumal sich der Gepäckraum mit 380 Liter Volumen im Normalzustand und 1.256 Litern bei umgeklappter Rücksitzlehne als lobenswert sparsam präsentiert. Der Leistung und dem Gewicht entsprechend geht es im Seat Leon 1.4 TSI FR beim Sprint von null auf 100 km/h zügig voran: Nach 8,7 Sekunden ist diese Übung absolviert, und erst bei 211 km/h halten sich Motorleistung und Fahrwiderstände die Waage. Der Turbomotor kann auch in der Elastizität überzeugen. Wer bei 80 km/h im sechsten Gang Vollgas gibt, ist bereits nach elf Sekunden auf Tempo 120; in den fünften Gang zurückgeschaltet, geht das sogar noch einmal knapp zwei Sekunden rascher. Das Auto kommt flott in die Gänge, liegt gut auf der Straße und lässt sich leicht und präzise dirigieren. Rundum gut sind übrigens die Platzverhältnisse im Auto. Im Fond sitzt man als Erwachsener bequem und ungezwungen, und der Kofferraum fasst zwischen 341 und 1166 Liter. Das Cockpit erfüllt die hohen Qualitätsmaßstäbe des VW-Konzerns. Nimmt man auf dem Fahrersitz Platz, blickt man auf das typische Seat-Cockpit. Zwei Rundinstrumente mit Display dazwischen und rechts daneben die Mittelkonsole. Die Knöpfe und Schalter sind übersichtlich angeordnet. Die absolute Stimmigkeit der Details setzt sich im ganzen Auto fort. Am Infotainment-System sitzen jeder Knopf und jede Taste genau dort, wo sie hingehören. Ihre Anzahl ist wohlüberlegt: kein Overkill der Bedienelemente, kein Tastenfriedhof auf dem Lenkrad, kein mikroskopisch kleines Durcheinander von Knöpfen auf der Mittelkonsole. Das 5,8″-Display des Navi besitzt die richtige Größe und ist selbstverständlich ein Touch Screen. Ein weiteres Plus sind die Leuchten, die mit klaren Linien zu gefallen wissen. Als Besonderheit darf der Leon als erstes Kompaktmodell im VW-Konzern mit optionalen Voll-LED-Hauptscheinwerfern vor sich hin strahlen. Die Klasse des Leon zeigt sich auch beim Blick auf die Karosserie. Scharf gebügelte Kanten ziehen sich über Motorhaube und Flanken. Ein besonderer Effekt ist die unterbrochene Sicke unterhalb der Seitenfenster. Die in der Höhe versetzten, gegenläufigen Linien lassen den Auftritt des Leon noch dynamischer wirken. Der Leon überzeugt in jeder Hinsicht: anzugsstark, spritzig, spurtreu, laufruhig und immer ein paar Newtonmeter Reserve im Maschinenraum. Direkte Lenkung, kurze Schaltwege, bequeme Sitze und (in Maßen) sportliche Federung – am Fahrkomfort gibt’s nichts auszusetzen. Auch nicht am Benzinverbrauch. Die liegt laut Werksangabe bei 5,2 Liter pro 100 km. Der erste spanische Kombi überzeugt mit toller Qualität und modernster Technik.