Flotter Pick-up für moderne Großstadt-Cowboys (VW Amarok)

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Unbefestigte Pisten, kurvige Serpentinen, Schlamm, Geröll und Wüstensand. Schon der erste Anblick des Amarok verrät, dass dieser Bursche auf Herausforderung und harte Arbeit wartet. Im Straßenbild ist der Lifestyle-Laster kaum zu übersehen, denn der VW Amarok ist ein bulliges Pickup-Modell mit einer Länge von 5,25 Metern sowie knapp zwei Metern Breite und Höhe. Hinter seiner breiten Schulter kann sich selbst der VW Touareg verstecken – der ist zwei Zentimeter schmaler und zehn Zentimeter niedriger als Volkswagens neuer Lastesel. Der VW Amarok schindet also schon im Stand Eindruck. Das schafft er auch mit seiner für Pickup-Verhältnisse relativ gefälligen Form. Seit 2010 wird er im VW-Werk Pacheco bei Buenos Airos in Argentinien gefertigt. Der VW Amarok ist ein weiterer Beweis dafür, dass VW in jedem Segment erfolgreich sein kann, wenn sie wollen. Konzipiert wurde der Amarok für den weltweiten Nicht-US-Markt. Motorisiert ist der VW Amarok mit einem Zwei-Liter-Vierzylinder und Turbo-Diesel, der 122 PS aufweisen kann. Auch abseits der Piste bewegt sich der Amarok trotz seiner rund zwei Tonnen Leergewicht dank kurzer Übersetzung ohne Probleme. Der VW Amarok ein angenehmes Reisefahrzeug, denn auch auf längeren Fahrten zeigt sich der Amarok komfortabel. Der Innenraum strahlt Solidität aus. Bequeme Stoffsitze, keine unverkleideten Blechteile und alles andere als karg präsentiert sich sein Inneres. Seine großzügigen Platzverhältnisse erlauben eine breite Mittelkonsole und bieten viel Kopf- und Kniefreiheit, auch auf der Rückbank. Fährt man nur zu zweit, vergrößern die hochklappbare Fondsitzfläche oder die klappbare Rückenlehne den Stauraum komfortabel. Allerdings darf man kein Kunststoffhasser sein, denn dieses Material wurde für Armaturenbord, Mittelkonsole und Lenkrad verwendet. Selbstverständlich ist aber alles so sauber und routiniert verarbeitet, wie man das von den Wolfsburgern erwartet. Das Cockpit verzichtet auf Spielereien. Tacho, Drehzahlmesser und Multi-Anzeige, auf der sich die einzelnen Infos des Bordcomputers abrufen lassen, teilen sich das Zentralinstrument. Das Geräuschniveau ist niedrig, der lediglich zwei Liter messende Biturbo reißt schon bei niedrigen Drehzahlen kräftig an. Damit lässt sich der Amarok schaltfaul im hohen Gang fahren – auch das ist ein Grund für den im Marktumfeld konkurrenzlos niedrigen Normverbrauch von 7,8 Litern auf 100 Kilometern. Das Fahrwerk des Permanent-Allradlers ist komfortabel abgestimmt. Hinter der Doppelkabine bietet der VW Amarok eine mehr als anderthalb Meter lange Ladefläche. Die Nutzlast beträgt 1,15 Tonnen. Angetrieben wird der Volkswagen Robust von Dieselmotoren mit moderner Common-Rail-Einspritzung. Die Kraftübertragung erfolgt über ein handgeschaltetes Sechsgang-Getriebe, dass sich angenehm mit kurzen, exakten Wegen schalten lässt. Ebenso unauffällig und dienstbar: Die Lenkung. Beide vermitteln ein angenehmes Pkw-Gefühl im langen Transporter. Einmal eingestiegen, ist die Übersichtlichkeit vom Fahrersitz aus nach vorne und hinten sehr gut, auch ist für kleinere Fahrer die hintere Ladekante sichtbar, was das Einparken sehr vereinfacht. Der Pick-up ist eine gelungene Kombination aus Arbeitsauto und ziviler Limousine. Alle fünf Passagiere haben vor allem aufgrund der Fahrzeugbreite mehr als ausreichend Platz. Die Anhängelast beträgt 2,8 Tonnen und mit den Ladeflächenmaßen steht der Amarok an der Spitze der Klasse. Eine Anfahrschwäche lässt sich dem TDI nicht attestieren. Und einmal in Bewegung, marschiert der Vierzylinder schon aus niedrigen Drehzahlen ruckelfrei und kraftvoll los – die 400 Newtonmeter sind spürbar. Im Gelände beweist er dann sein Können so richtig. Selbst derbe Passagen mit halbmetertiefen Löchern lassen sich völlig stressfrei meistern. Die Bergabfahrkontrolle arbeitet im Gelände auch an deftigen Abfahrten souverän, die Berganfahrkontrolle mustergültig – und klettern kann der Amarok mit seiner kurzen Übersetzung wie eine Ziege. Der Amarok ist ein spannender und alltagstauglicher Neuzugang in der Pickup-Szene, der mit hochkomfortablen SUVs und Limousinen problemlos mithalten kann.