Sportlich edel wie ein Samurai (Toyota GT 86) (AFA-Ausgabe 2/2013, S. 61)

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Mit dem GT86 lässt Toyota die Sportwagentradition weiterleben und die Frischekur hat dem Image des Japaners garantiert nicht geschadet. Und den Zeitgeist getroffen hat Toyota außerdem, denn die Rückkehr zum kleinen erschwinglichen Sportwagen dürfte für Applaus sorgen. Das mit Subaru entwickelte Coupé fällt durch sein dynamisches Design sofort auf. Frech und etwas aggressiv wirkt die flache Front mit den spitz zur Mitte laufenden Xenon-Scheinwerfern samt LED-Tagfahrlicht und den ausgestellten Kotflügeln. Mit 4,240 Metern Länge, 1,285 Metern Höhe und 2,570 Metern Radstand dürfte der Toyota GT 86 der kleinste viersitzige Sportwagen der Welt sein. Beim Design ließen sich die Macher von einer Legende inspirieren: dem Toyota 2000 GT als ersten Supersportwagen Japans, der von 1967 bis 1970 entstand. Andeutungen an den 2000 GT lässt der GT 86 beispielsweise in der Form der Seitenfenster erkennen. Die Athletik betonen zusätzlich die ausgestellten Radhäuser, in denen sich 17-Zoll-Leichtmetallräder mit gefrästen Doppelspeichen und davon dunkel abgesetzten schmaleren Akzent-Speichen drehen. Weitere Akzente setzen die weit nach hinten gezogene Kabine und am breitschultrigen Heck ein großer Diffusor mit einem integrierten verchromten Doppelrohr-Auspuff. Ausgefeilt bis ins Detail zeigt sich ebenfalls der Heckspoiler mit sogenannten Canard-Finnen. Die „Sakana“ (Japanisch: „Fisch“) genannten Spoiler verleihen dem GT 86 ein entscheidendes Plus an Stabilität. Der flache und äußerst aerodynamische Toyota GT 86 basiert auf einer völlig neuen Plattform. Mit dem Verzicht auf einen schweren, überdimensionierten Antrieb kehrt der GT 86 zu den sportlichen Wurzeln von Toyota zurück – mit der Kombination eines drehfreudigen Boxer-Frontmotors mit Hinterradantrieb, der kehliger und metallischer als die braven Reihenvierzylinder der Japaner klingt. Mit 200 PS bei 7000 U/min, einem maximalen Drehmoment von 205 Nm bei 6400 Touren und 147 kW steht der GT 86 außerdem ordentlich im Futter. Für den Sprint von null auf 100 km/h benötigt er 7,6 Sekunden und klingt dabei sogar ein bisschen verwegen und trommelt sonor die typische Boxer-Melodie. Wer an Toyota denkt, denkt zumeist ökologisch. Das hat die Vorreiterrolle der Japaner in Bezug auf den Elektroantrieb mit sich gebracht. Statt Zwangsbeatmung, setzen die Japaner auf einen 2,0 Liter großen, frei atmenden Saugmotor. Überdrehen lässt sich der Motor nicht, denn dafür sorgt bei der Höchstdrehzahl ein Begrenzer. Weitere Besonderheiten sind die kompakten Abmessungen, geringes Gewicht, ein knackiges Fahrwerk und der niedrige Fahrzeugschwerpunkt. Das Cockpit ist absolut auf den Fahrer zugeschnitten und beschränkt sich auf das Wesentliche ohne spartanisch zu wirken. Weiche Kunststoffe, hübsche Kontrastnähte, einige sauber eingepasste Blenden sowie ein insgesamt hohes Qualitätsniveau zeichnen den Innenraum aus. Die manuell einstellbaren Sportsitze sind tief installiert und bieten sehr guten Seitenhalt bis in den Schulterbereich. Dieser Sportwagen besitzt außerdem ein griffiges Lenkrad, das bestens in der Hand liegt und mit einem direkten und präzisen Lenkgefühl glänzt. Mit einem Durchmesser von 365 Millimetern ist das Lenkrad das kleinste, das je in einem Toyota zum Einsatz kam und dadurch Lenkbefehle mit geringen Bewegungen sofort umsetzt. Die Handschaltung lässt sich locker schalten und besticht durch kurze, knackige Wege. Einfach gestaltete Anzeigen für Geschwindigkeit, Tankinhalt und Wassertemperatur rahmen den zentralen, weiß hinterlegten Drehzahlmesser ein – das wichtigste Info-Instrument in einem Sportwagen. Ob auf Landstraßen, Passstraßen in den Bergen, oder sogar auf der Rennstrecke – Leidenschaft in reinster Form ist garantiert. Die Lenkung agiert mit einer selbstverständlichen Präzision, frei von jeglicher Hyperaktivität. Dazu trägt auch die eher weich gewählte vordere Federrate von 23 Newton pro Millimeter bei, die eine gute Bodenhaftung der Vorderräder gewährleistet. Insbesondere die passgenau gewählte ABS-Auslegung, die den Einstiegssportler auf den Punkt zum Stillstand kommen lässt, könnte besser nicht sein. Hier stimmt wahrlich alles und Toyota beweist, dass Spaß nicht immer teuer sein muss.

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