Preis: EUR 49,90 -> in unserem Shop erwerben
Gebundene Ausgabe: 239 Seiten Robert Klanten; Die Gestalten Verlag; Auflage: 1 (30. Oktober 2010) Sprache: Englisch ISBN-10: 3899553136 ISBN-13: 978-3899553130 Größe und/oder Gewicht: 24 x 2,7 x 30 cm
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Gebundene Ausgabe: 239 Seiten Robert Klanten; Die Gestalten Verlag; Auflage: 1 (30. Oktober 2010) Sprache: Englisch ISBN-10: 3899553136 ISBN-13: 978-3899553130 Größe und/oder Gewicht: 24 x 2,7 x 30 cm
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Broschiert: 247 Seiten Mike Davis; Assoziation a; Auflage: 2., Aufl. (Oktober 2011) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3935936567 ISBN-13: 978-3935936569 Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,8 x 2 cm
Preis: EUR 59,95 -> in unserem Shop erwerben
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten Andreas K. Vetter; Callwey; Auflage: 2 (9. Februar 2012) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3766719106 ISBN-13: 978-3766719102 Größe und/oder Gewicht: 28,6 x 25,8 x 2 cm
Künstliches Licht kann unterschiedlich eingesetzt werden. Zum einen dient es dem rein praktischen Zweck, Licht im Dunkeln zu spenden. Zum anderen kann es in einer Installation ein Gebäude oder Baukörper aufwerten, von Weitem sichtbar machen und Aufmerksamkeit erregen. Illuminationen in denen ganze Häuser von Außen neu gestaltet und in Lichttechnik verpackt werden, entwerfen zum Beispiel Casa Magica. Das Künstler- Team beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit dem Einbezug der vorhandenen Architektur in die neue Installation, welche auch neue Sichtweisen und Interpretationen zu dem Baukörper ermöglichen.
Ihre Arbeiten bezeichnen sie selbst als Architekturprojektionen, wobei die Architektur nicht nur als Leinwand genutzt werden soll, sondern in die Bildgestaltung integriert wird. Dabei wird das Bauwerk in seiner Eigenheit thematisiert, genau wie die Spezifität eines jeden Ortes bedacht wird. Dadurch wird jede Installation zu einem einzigartigen künstlerischen Werk, in welchem Bild und Raumgefüge verschmelzen. Beispiele der Arbeiten von Casa Magica waren unter anderem bei der Fête de Lumieres in Lyon mit einer Architekturprojektions- Schau an der Cathédrale Saint-Jean oder einer Grossbildprojektion mit Licht an den Pyramiden von Giza zu bestaunen. Wunderschöne, beleuchtete, angestrahlte, neu interpretierbare Architekturkörper entstehen und zeigen für einen Moment der temporären Installation eine Facette der realen Architekturdarstellung.
Aber nicht nur ein bereits bestehender Baukörper kann durch eine Illumination aufgewertet werden. Eine Lichtinstallation selber ohne den Bezug zu einem bestehenden Baukörper kann zur Architektur und einem eigenständigen Kunstwerk werden.
Während der 20 Jahr Feierlichkeiten zum Wegfall der Mauer 1989 wurden in Leipzig während eines großen Lichterfestes verschiedene Lichtwerke installiert. Das Leipziger Architekturbüro KARO* Architekten beteiligte sich mit einem Beitrag zur virtuellen Rekonstruktion einer einst für das Stadtbild Leipzigs bedeutenden Brücke. Die damals schon nicht mehr bestehende Brücke „Das Blaue Wunder“ wurde mit Lichtern und Leinwänden in einer medialen Nachbildung an ihrem ursprünglichen Ort rekonstruiert. KARO* Architekten beteiligten sich an dieser aufwendigen Lichtinstallation und ließen die Menschen einen Teil der Brücke werden. Per Live Kamera wurden die vorbeikommenden Menschen auf die Leinwand projiziert, konnten sich unmittelbar darauf oben „auf“ der Brücke sehen. Im Sinne der früheren Demonstrationen, welche in Leipzig bis 1989 von den Menschen genutzt wurden, um den Wegfall der Mauer zu fordern, waren nun wie¬der die Menschen der Mittelpunkt dieser Brücke. Mit bekannten und markanten Sätzen, die vor 20 Jahren gemeinsam gerufen wurden und nun als Schriftzüge auf der Brücke erschienen, wurde die Installation unterstützt.
Das besondere an diesem temporären Zeichen digitaler Architektur ist, dass obwohl eigentlich die Brücke im Zent¬rum der Betrachtung liegen sollte, die Menschen in den Mittelpunkt gerückt wurden.
Autor: Elisabeth Bormann
Das menschliche Bedürfnis nach einem Sinn im Leben besteht jedoch weiterhin. Der Heterogenisierung unserer Gesellschaft steht mit der Kirche und deren Räumen ein vermeintlich sehr inflexibles Konstrukt gegenüber: Gerade die großen Kirchen bestimmen sehr oft über ihr Dogma den Raum und was darin passieren soll, was jedoch die Gläubigen immer weniger anspricht – sie fühlen sich oft bevormundet und wollen selbst entscheiden Das Bedürfnis nach Inszenierung ist von der Gemeinde auf den Einzelnen übergegangen und gerät hier zum Dilemma. Die eigene Hochzeit wird an einem als besonders geeignet empfundenen Ort zelebriert. Die Gäste werden mitgebracht. Dass hierbei das Event vor den Glaubensakt rückt, wird von den Feiernden nicht als Problem wahrgenommen. Ein Bezug zur Heimatgemeinde als Gemeinschaft der Gläubigen existiert ohnehin kaum noch. Mit anderen Gemeindeformen versucht die katholische Kirche diesem Denken Rechnung zu tragen und, frei nach 1. Petr. 2,5, eine „Gemeinde der lebenden Steine“ zu schaffen – eine Gemeinde, in der in einem Zentralraum alle aktiv zum Gottesdienst beitragen. Infolge dessen leidet die Kirche seit dem 2. Vatikanischen Konzil für ihre Gegner unter Formlosigkeit, freundlichem Getue und bemitleidenswerter Rührseligkeit. In welcher Form kann sakraler Raum heute diesem Dilemma entgegen wirken?
Ein mögliches Instrument scheint die Vermittlung durch künstlerische Reinterpretation zu sein. 1995 veranstaltete James Lee Byars in St. Peter, Köln die „White Mass“.Ein kultisches Experiment, bei dem der Priester zum Altar, zum Performance-Künstler wird. 2004 wird, wieder in St. Peter, ein „Altar“, das „Curuz-Altare“ von Eduardo Chillida, von der katholischen Kirche zum Kunstgegenstand zurückgestuft. Das dreigeteilte Kreuz-Altar-Objekt hatte auf die Altarplatte verzichtet und den Priester dazu angehalten, diese Leere performativ zu füllen. Künstler können und müssen das tun, was der katholisch geprägte Kirchenraum nicht mehr kann: unangenehme existenzielle Fragen stellen oder auslösen. In diesem Kontext steht auch die Frage nach einem Leitbild der Kirchenbauten in einer bilddurchfluteten Welt. War in der Romanik die Kirchenburg, in der Gotik das himmlische Jerusalem jeweils das Bild der Kirche, so tut heute vielleicht eine Bildlosigkeit Not. Die 1998-2002 errichtete St. Canisius-Kirche in Berlin Charlottenburg ist ein solcherart bildloses Gebäude. Licht und Schatten stimulieren den Besucher dazu, seine eigenen Inhalte zu generieren. Die Ise-Schreinanlage ist 2000 Jahre alt und keine 20. Alle 20 Jahre werden die Tempel und Schreine baugleich völlig neu, völlig gleich hergestellt. Was aus bautechnischen Gründen in Japan passiert kann vielleicht dazu dienen, uns ein neues und gleichzeitig uraltes Bild der Kirche zurückzugeben: Indem wir gemeinsam unsere Kirche erbauen. Die Arbeitsinitiative Kirchentrojaner macht dies seit 2007 in der Stuttgarter Martinskirche. Zwischen Palmsonntag und Pfingsten gestalten Jugendliche in einem Workshop mit den Architekten und Künstlern zusammen den Kirchenraum. – Schafft es die Kirche nicht, Menschen mit ihrem (Raum-)Programm anzuziehen, muss sie wieder dahin gehen wo Menschen sind. Fußballstadien, Autobahnraststätten, Shopping-Malls oder Großereignisse sind sicher nicht die falschen Orte. Paul Mocanu Heilige Räume Moderne Sakralarchitektur http://www.zeit.de/kultur/2011-03/fs-religioese-architektur