Der Lademeister

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Mit dem Kombi hat Skoda jetzt die lang erwartete Karosserievariante des Superb im Programm. Für den Größten von Skoda gab es ein, wenn auch überschaubares, Facelift. Das Flaggschiff der Marke wird von Kunden in aller Welt geschätzt und das Blechkleid des Superb wurde nun im aktuellen Stil des Markenauftritts zurecht geschneidert, was dem Skoda Superb eine edlere Optik beschert. Vor allem die neuen Scheinwerfer gefallen gut. Bis zur A-Säule wurde die Front komplett neu gestaltet, was dem Kombi einen selbstbewussteren und hochwertigeren Auftritt bescheren soll. Außerdem wurde das Heck neu gezeichnet, um die Breite des Fahrzeugs besser zur Geltung zu bringen. Mit dem Superb kann man nun durchaus Eindruck schinden. Weniger umfangreich fallen die Änderungen unter dem neu geformten Blech aus, allerdings konnten die Ingenieure die Normverbrauchswerte um bis zu 19 Prozent reduzieren. Dabei helfen Rekuperation, rollwiderstandsreduzierte Reifen, Auto-Start-Stopp-Funktion und eine etwas längere Getriebe-Übersetzung für die manuellen Getriebe. Das Cockpit ist aufgeräumt und gut verarbeitet. Im Innenraum wurden die Oberflächenmaterialien aufgewertet. Das Infotainment-System ist geblieben. Die Verarbeitung stimmt, vor allem in der Ausstattung L&K (Laurin und Klement) kommt dank Xenon, beheizten Ledersitzen sowie getönten Scheiben, einem Sound-System mit zehn Lautsprechern und 18 Zoll-Felgen schon ein gewisses Flair von Businessklasse auf. Vor allem im Fond bietet der Skoda Superb nach wie vor konkurrenzlos viel Platz. Die kleinen Fußtritte liegen genau richtig, denn hier kann man die Beine ganz lang machen. Mit 633 bis 1.865 Liter Stauraum lässt er ohnehin fast alle Klassenkameraden deutlich hinter sich, denn hier passt wirklich fast alles rein. Die meisten Kunden erwarten von der Top-Baureihe aus Mlada Boleslav vor allem Komfort und den erhalten sie zur Genüge. Den Antrieb übernimmt eine eher ungewöhnliche Maschine: ein 2.0-Liter TSI-Benziner mit 200 PS. Die Gänge wechselt ein serienmäßiges 6-Gang-DSG automatisch. Der kräftige Benziner beschleunigt den 4,84 m langen Kombi in nur 7,9 Sekunden auf 100 km/h. Auf der Autobahn erreicht der Superb maximal 238 km/h, die dank langem Radstand, guter Geräuschdämmung und satter Straßenlage auch nicht anstrengen. Besonders punktet der Superb auf der Autobahn mit seinem 2,76 Meter langen Radstand, was ihm einen vorbildlichen Geradeauslauf beschert. Sein 6-Gang-DSG findet im Alltag schnell die richtige Übersetzung und verliert bei unerwarteten Anforderungen nicht gleich die Contenance. Wer nicht ständig voll beschleunigt, kommt ohne lästige Schubwechsel zügig voran. Bei zurückhaltender Fahrweise ist der Skoda sogar auffällig sparsam. Außerorts begnügt sich der 170-PS-Riese mit 4,7 Liter Diesel, bei Richtgeschwindigkeit (130 km/h) mit 5,5 Litern. Selbst Schnellfahrer müssen nicht über Gebühr büßen. Sportliche Fahrten im hügeligen Alpenland bescheren einen Verbrauch von etwas mehr als acht Litern, und selbst auf der freien Autobahn verbrennt der TSI selten mehr als neun Liter je 100 Kilometer. Der Gesamtschnitt beträgt sehr gute 6,3 Liter je 100 Kilometer. Hohe Geschwindigkeiten und lange Bodenwellen meistert er souverän. Keine Klagen gibt es auch beim Handling. Die Lenkung ist leichtgängig, aber genau; die Seitenneigung bleibt im Rahmen, und dem Grenzbereich nähert sich der große Familientransporter auf Nummer sicher: frühzeitig untersteuernd. Das Fahrwerk bietet einen Kompromiss zwischen Agilität und Komfort. Die insgesamt straffe Abstimmung ermöglicht dynamisches Fahren und ein agiles Kurvenhandling. Kleine Unebenheiten bügelt das Fahrzeug gut weg und liegt stets gut auf der Straße. Erst bei groben Fahrschnitzern muss das serienmäßige ESP unterstützend eingreifen. Festzuhalten bleibt: der Skoda Superb Kombi ist eher eine stille Größe. Unter dem fast fünf Meter langen Kleid steckt viel Passat- und Golf-VI-Technik, durch den Innenraum weht ein Hauch von Noblesse gepaart mit ausgezeichneter Qualität. In ihm fährt es sich routiniert und so ist dafür gesorgt, dass man sich ganz aufs Fahren konzentrieren kann. Der Skoda Superb ist ein sehr gelungenes Auto, dass in seiner Klasse keinen Vergleich scheuen muss.
en. So muss Zukunft aussehen: praktisch und ökonomisch unterwegs sein und dabei leise durch die Straßen stromern.