Ein kerniger Gentleman (Range Rover Velar)

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Land Rover hat die Range-Rover-Reihe ausgebaut: Der Velar besitzt seine bekannt gute Geländegängigkeit und dynamische On-Road-Talente.

Exterieur:
Anders als die etwas robuster anmutenden Land-Rover-Modelle setzen die Range Rover auf Luxus, Stil und Sportlichkeit. Vor allem der neue Velar ist ein Dynamiker und dieser Anspruch wird bereits bei der Optik deutlich. Obwohl er mit stolzen 4,80 Meter Länge nur fünf Zentimeter kürzer ist als der Range Rover Sport, sieht der Velar deutlich durchtrainierter aus. Die markentypische Formensprache wurde nochmal verfeinert, die Scheinwerfer mit LED-Technik und auf Wunsch ultrahellem Fernlicht sind schmaler, die Kanten schärfer, das Dach tiefer.

Interieur:
Trotz des flachen Dachverlaufs sitzt es sich im Fond richtig ordentlich. Dahinter ist Patz für bis zu 673 Liter Gepäck. 1.731 Liter sind es bei umgeklappter Rückbank. Auf Wunsch kann man im Velar auf Stoffsitzen Platz nehmen. Bei diesem SUV wurde an die Umwelt gedacht, denn Land Rover verzichtet dabei nicht nur auf Tierhäute, sondern setzt auch auf Wiederverwertung: Die zusammen mit dem dänischen Hersteller Kvadrat entwickelte Ausstattung arbeitet mit Veloureinsätzen aus recycelten Plastikflaschen. Eine besondere Neuerung hat beim Bedienkonzept stattgefunden. Schon vor einiger Zeit haben die Briten mit dem Touch-Pro-System zahlreiche Tasten verbannt und die Funktionen in einem breiten Zehn-Zoll-Touchscreen gebündelt. Auf Wunsch gibt es außerdem ein volldigitales Kombiinstrument. In der Mittelkonsole gibt es serienmäßig einen zweiten berührungsempfindlichen Bildschirm, der nun unter anderem die Klimasteuerung und die Fahrprogramm-Auswahl vereint. Richtige Tasten gibt es kaum mehr, allerdings hat sich Land Rover zwei echte Drehregler bewahrt, die je nach gewähltem Menü ihre Funktion wechseln. Nach kurzer Eingewöhnungszeit kommt man bestens mit der Bedienung des neuen Infotainmentsystems zurecht. Ebenfalls neu sind die Lenkradtasten, die nicht mehr nur auf Drücken, sondern auch auf Berührung reagieren.

Motorisierung:
Auf dem Asphalt kann er seine volle Kompetenz beweisen. Wir hatten den 300 PS starken V6-Diesel als Testwagen. Dieser Range schafft es in unter sieben Sekunden auf 100 km/h, den landstraßenrelevanten Spurt von 80 auf 120 km/h absolviert er in 4,5 Sekunden. Das ist enorm, wenn man bedenkt, dass der Velar leer bereits über 1,8 Tonnen wiegt. Unser Testauto schaffte es, in den elektrischen Begrenzer bei 241 km/h zu fahren. Begeistert waren wir vor allem von seinem kräftigen Antritt. Schließlich kitzelt sein Twinturbo schon bei 1500 Touren 700 Newtonmeter heraus. Achtgang-Automatik und Allradantrieb sind übrigens immer dabei. Der Selbstzünder begnügt sich mit sechseinhalb Litern.

Fahrverhalten:
Das mögliche Rennpotenzial entspricht nicht ganz dem Naturell des Velar als kommodem, entspanntem Reisewagen. Deshalb nutzt man die gebotene Power nicht oft, aber es ist schön, dass sie abrufbar ist. Dazu passt auch das insgesamt sehr niedrige Geräuschniveau im Range. Wie gewohnt makellos funktioniert die Zusammenarbeit des Triebwerks mit der ZF-Achtgangautomatik, sie schaltet stets passend und beinahe unmerklich. Von einem Land Rover erwartet man, dass er im Gelände eine gute Figur macht und auch der Velar macht da keine Ausnahme. Es macht Spaß mit ihm durch Wasserläufe zu waten oder über Felsen zu klettern. Zahlreiche Hilfsysteme – Rund-um-Kameras, Wassertiefen-Messer oder ein Geländetempomat – helfen dem Fahrer dabei, sicher über Stock und Stein zu manövrieren. Neu ist eine spezielle Offroad-Anzeige im Head-up-Display, die den Fahrer mit Lenkwinkel und anderen Daten direkt im Blickfeld versorgt. Onroad bietet er Assistenten wie Spurhalter, Tot-Winkel-Warner oder Abstandstempomat. Auf dem Asphalt überzeugt er mit tadellosem Fahrverhalten und lässt sich im Dynamik-Modus mit gestrafften Dämpfern trotz seiner Masse ausgesprochen sportlich bewegen, so dass auch aktive Fahrer durchaus auf ihre Kosten kommen. Seine serienmäßige Luftfederung neutralisiert auch in der Sportstellung Unebenheiten noch sauber und bügelt im Komfortmodus die Straße ordentlich glatt.

Fazit:
Ein stattlicher Typ ist er auf jeden Fall. Das Blech des Velar gehört zum Besten in der Liga der größeren SUV. Auch im Innenraum ist er sehr luxuriös ausgestattet. Auf den loungeartigen Sitzen fühlt man bereits nach wenigen Metern Ruhe, Entspannung, Entschleunigung. Das ist sein eigentlicher Charakter. Aber er kann auch den Abenteurer glücklich machen und ihn mit Kraft und Tempo schwer beeindrucken. Nicht immer lassen sich solche Gegensätze so toll vereinbaren wie beim Range Rover Velar.

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