Der talentierte Klettermini

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Der talentierte Klettermini

Fiat Panda Cross
Fiat ist immer noch der einzige Großserienhersteller, der einen Allrad-Pkw im Kleinwagensegment anbietet. Schon die erste Baureihe gab es in den 1980er-Jahren auf Wunsch als 4×4. In der dritten Generation sind die Italiener noch einen Schritt weitergegangen und haben den Panda Cross vorgestellt. Damit darf der kleine Allradler endlich auch wie ein echter Geländewagen aussehen. Kleinwagen mit SUV-Optik gibt es inzwischen einige. Doch der Fiat Panda Cross ist anders, denn bei ihm steckt tatsächlich Geländekompetenz unter der Outdoor-Hallodri-Hülle. Der italienische Knirps fährt nicht ausschließlich mit Frontantrieb, sondern mit Allradantrieb und elektronischem Sperrdifferenzial vor. Die maximale Steigfähigkeit liegt bei 70 Prozent, was wirklich extrem ist; der steilste Alpenpass beispielsweise weist maximal 24 Prozent auf. Da bleibt also noch genug Luft nach oben für wilde Offroad-Pisten. Extra zu diesem Zweck wurde die Bodenfreiheit beim Panda Cross auf knapp 16 Zentimeter erhöht und die Böschungswinkel wurden durch neu gestaltete Front- und Heckschürzen vergrößert, vorn auf 24 Grad und hinten auf 34 Grad. Es gibt Stahlplatten am Unterboden, die den Wagen auf felsigen Passagen schützen sollen. Und ein querender Wasserlauf ist auch noch kein Grund zum Umkehren. Denn der Luftansaugtrakt des Cross-Modells wurde ebenfalls höher gelegt. Solche Details sind vor allem für Offroadspezialisten interessant, allen Normalautofahrern verdeutlichen sie aber immerhin, dass der Panda Cross eben nicht nur rustikal aussieht, sondern tatsächlich auch fürs Grobe konzipiert ist. Für den Fahrer gibt es daher einen zusätzlichen Drehknopf auf der Mittelkonsole, mit dem die elektronische Traktionsregelung Terrain Control gesteuert wird. Es gibt drei Einstellungen zur Auswahl. Auto bedeutet die automatische Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Die Steuerelektronik regelt also selbstständig, ob 98 Prozent der Motorkraft an die Vorderräder gehen (der Normalfall) oder 100 Prozent nach hinten oder jedes Verhältnis dazwischen. In der Stellung Offroad (bis 50 km/h) sind der Allradantrieb und das Sperrdifferenzial permanent aktiv, um maximale Traktion zu gewährleisten. Und der Modus Hill Descent Control hilft, wie der englische Name schon sagt, beim Bergabfahren bis zu einem Tempo von 25 km/h. Heikle Passagen klettert der Panda Cross sozusagen selbstständig hinab. Im Alltagsbetrieb steht der Schalter auf Auto, und der Panda Cross überzeugt vor allem durch seine Kompaktheit und clevere Raumausnutzung. Es gibt nur wenige Kleinwagen, mit denen man so leicht einen Parkplatz findet, die derart übersichtlich sind und zugleich so geräumig (vier Türen, fünf Sitzplätze). Der Panda Cross lässt sich bestens fahren, was an der schon erwähnten Übersichtlichkeit sowie der aufrechten Sitzposition liegt, dem angenehm hoch platzierten Schaltknauf des Fünfgang-Getriebes und dem anzugsstarken Dieselmotor. Der Kleine legt fröhlich los, die elektrische Servolenkung lässt sich per City-Funktion auf ultra-leichtgängig einstellen und man schlüpft regelrecht durchs Gewühl. Die Gestaltung der Instrumente und Bedienelemente in eher rechteckiger Form mit leichten Abrundungen nennt Fiat „Squircle“, eine Wortschöpfung aus den englischen Begriffen für Quadrat (square) und Kreis (circle). Positiv zu vermerken ist auch der Spritverbrauch, den Fiat mit einem Durchschnittswert von 4,7 Litern angibt. Das Auto ist ein perfektes Stadtauto und ein hilfreicher Begleiter bei allen Unternehmungen, die abseits des asphaltierten Straßennetzes stattfinden. Die Schaltung ist präzise und die Lenkung bietet ausreichend Rückmeldung. Das Lenkrad selbst verdient mit seiner perfekt platzierten Daumenausformung hohes Lob. Der permanente Allradantrieb mit zwei Differenzialen und einem elektronischen Sperrdiffenzial als Traktionskontrolle spielt allein schon bei regennasser Fahrbahn seine Stärken aus, wenn es mit dem kleinen Panda durchaus flott vorangehen kann. Der 59 kW / 80 PS starke 1,3-Liter-Turbodiesel mit seinen 190 Newtonmetern Drehmoment hat mit dem 4×4-Winzling keine Mühe und erweist sich als völlig ausreichend. Der Fiat Panda Cross ist eine frische Abwechslung im Straßen-Alltag, weil er so anders ist. Knallig und auffällig, dabei praktisch und witzig.

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