Fassaden- Gesichter der Architektur

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Die Hülle eines Gebäudes gilt als Visitenkarte und kann vor allem bei Firmengebäuden auch repräsentativ wirken. Ein Zitat von Oscar Wilde lautet: “Nur oberflächliche Menschen urteilen nicht nach Äußerlichkeiten. Das wahre Geheimnis der Welt liegt im Sichtbaren, nicht im Unsichtbaren.

Der Fassadenbau hat sich durch den technischen Fortschritt weiterentwickelt und ist durch viele Faktoren geprägt worden. Kultureller Fortschritt, Verfügbarkeit von Baumaterialien, klimatische Bedingungen und die Anpassung an unsere menschlichen Bedürfnisse sind Einflussfaktoren, die sich auf den Fassadenbau auswirken. Die Fassade eines Hauses wurde oft mit der Außenwand gleichgesetzt. Jedoch diente die Außenwand lediglich zur Trennung zwischen Innenraum und Außenraum. Heute ist die Fassade mehr als nur eine Wand. Sie ist die Gebäudehülle. Sie schützt nicht nur, sondern ist ebenso architektonisches Gestaltungselement, repräsentatives Erscheinungsbild und kann auch funktionell und wirtschaftlich sein. Fassaden müssen heutzutage bessere Leistungen in Hinblick auf Lichtdurchlässigkeit, Lüftung, Wärme und Lärm erbringen. Die Grundleistungen moderner Gebäude sind Wärme-, Kälte- und Geräuschisolation. Baustoffe und Fassadenmaterialien reagieren unterschiedlich auf äußere Einflüsse und sollten an die klimatischen Bedingungen angepasst werden. Daher ist das Wissen um das jeweilige Fassadenmaterial und seinen Anforderungen besonders wichtig.

Der Ziegel ist der am häufigsten verwendete Wandbaustoff.  Er besitzt ausgezeichnete bauphysikalische Eigenschaften und ist vor allem aufgrund seiner hohen Wärmedämmfähigkeit sowie seines Brandschutz- und Feuchteverhaltens ein sehr beliebter Baustoff für Außen- und Innenwände. Es ist keine zusätzliche Wärmedämmung für die Außenwand nötig. Desweiteren ist der Baustoff wegen der Schadstofffreiheit und dem hohen Schutz vor Elektrosmog zu empfehlen.

Kalksandstein ist zwar ebenfalls besonders umweltverträglich und überzeugt durch sehr guten Brandschutz und Schallschutz, braucht aber eine zusätzliche Dämmschichte für Außenmauerwerk. Naturstein braucht besonderen Schutz, da es höchst angreifbar und wenig witterungsbeständig ist. Oft sind bei historischen Bauten oder Baudenkmälern Natursteinfassaden aus Sand- oder Kalkstein eingesetzt. Aus diesen Gründen sollte ein geeigneter Fassadenanstrich eingesetzt werden, der sehr beständig gegen Witterungs- und Umwelteinflüsse ist, die Wasserdampfdurchlässigkeit nicht behindert und die natürliche, poröse Optik beibehält.

Die Vorteile von Beton sind aufgrund der hohen Rohdichte des Baustoffes vor allem der Schall- und Brandschutz sowie die Wärmespeicherfähigkeit. Für eine gute Wärmedämmung, wird jedoch eine zusätzliche Außendämmung benötigt. Zwar besteht Beton größtenteils aus natürlichen Stoffen, wird jedoch durch allergene Zusatzstoffe wie Zement und Fließmitteln angereichert und ist daher für den Haus- oder Wohnungsbau nur mit Vorbehalt zu empfehlen.  Für stahlbewehrte Betonbauteile ist eine hochwertige, wasserabweisende Beschichtung ist unbedingt notwendig, damit keine Korrosion entsteht. Deshalb eignen sich langanhaltende und witterungsbeständige Beschichtungssysteme, die auch viele gestalterische Möglichkeiten bieten. Auf Sichtbeton empfiehlt es sich ebenfalls witterungsbeständige Lasuren zu verwenden.

Holzfassaden sind schön, anspruchsvoll, strahlen Wärme und Geborgenheit aus und können sowohl traditionell als auch modern wirken. Es gibt nur einen Nachteil, der die Bauherren oft abschreckt, Holz verwittert, reißt, wird schmutzig. Dies bedeutet viel Wartung und Pflege.  Massive Holzhäuser verfügen zwar über gute Wärmedämmung und Wärmespeicherung. Jedoch müssen Eigenschaften, wie Brand-, Schallschutz und Schutz vor Elektrosmog durch zusätzliche konstruktive Bemühungen erzielt werden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in AFA Magazin Ausgabe 01/2012.
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