Beton – Warum eckig, wenn‘s auch rund geht

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Möglichkeiten eines historischen Baumaterials

“Beton heißt nicht nur Plattenbausiedlung, Rollbahn oder Bausünden der siebziger Jahre. Der flüssige Stein macht neue Formen und Ideen möglich; das Material ist umweltfreundlich, robust und fragil zugleich. Beton öffnet ungeahnte Dimensionen in der Welt des Designs.“
Gabriele und Kai Bernklau (Beton-Designer)


Baustoff der Antike
Seit der Antike ist Beton als Baumaterial unter dem Namen ‘Opus Caementitium‘ bekannt. Bis heute bezeugen dies Aquädukte, Fundamente und Wände. Das wohl bekannteste Bauwerk aus dieser Zeit ist das Pantheon in Rom. Seine Kuppel mit einem Durchmesser von rund 43 Metern besteht komplett aus Beton. Die Kassettenbauweise trägt zu einem geringen Gewicht bei und auch die tragenden Wände sind erstaunlich dünn. Schon damals war also klar: Es muss nicht immer eckig sein.
Zwischenzeitlich fast in Vergessenheit geraten, wird Beton bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts auch als neuzeitlicher Baustoff verwendet.

Imagewandel
Lange assoziierte man in der modernen Zeit mit Betonbauten schlichte, oft sogar langweilige und farblose Architektur – doch längst haben Auftraggeber und Architekten erkannt: Beton kann mehr!
Er ist vielfältig einsetzbar, dauerhaft haltbar und sehr strapazierfähig. Das nachhaltige und recyclebare Naturprodukt Beton bietet durch seine freie Formbarkeit in Form von Fertigteilwerk oder Schalungen ein großes Potenzial für die Konstruktion. Wurde er zunächst nur für die Architektur des rechten Winkels genutzt, macht er heute organische Architektur ebenso möglich, wie eine mehr und mehr skulpturale Bauweise. Beton bietet  heute eine Vielfalt in Form, Struktur und sogar Farbe. Sogenannte „Monolithic Domes“ beispielsweise sind erstaunlich einfach zu errichten. Die Kuppeln aus Beton ohne tragende Innenwände haben hervorragende Eigenschaften und sind, durch Stahlgitter verstärkt und mit einer Isolierschicht versehen, sogar für große Hallen geeignet.

Ein Baustoff entwickelt sich
Beton ist ein Baustoff in stetiger Entwicklung. Galt er zunächst als „Baustoff des 20. Jahrhunderts“, wurde er bis heute zu einem High-Tech-Produkt weiterentwickelt, das aus einem 6-Stoff-System (Zement, Zuschlag, Wasser, Zusatzmittel, Zusatzstoffe, Luft) besteht und völlig neue Verarbeitungs- und Nutzungsmöglichkeiten bietet. Kurze Bauzeiten, eine individuelle und detaillierte Vorplanung, sowie reduzierte Kosten machen ihn zu einem der wirtschaftlichsten Materialien unserer Zeit. Damit vereint er hervorragende bauphysikalische Eigenschaften, die zum Teil individuell wählbar sind und so dem Verwendungszweck optimal angepasst werden können. Dies ermöglichen Tests in Betonlaboren, die stets die beste Qualität ermitteln. So entsteht durch die äußere Optimierungen auch Innen ein gleichmäßiges und angenehmes Klima.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in AFA Magazin Ausgabe 01/2012.
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