SANIEREN BELIEBTER ALS NEU BAUEN – EXPERTEN GEFRAGT

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Junge Deutsche wollen am liebsten in sanierten Altbauten leben // WINGS

Fernstudiengang „Master Bautenschutz“ startet ins neue Semester

Der Traum vom neu gebauten Eigenheim ist bei jungen Deutschen längst überholt. Fast jeder zweite unter 44 Jahren könnte sich vorstellen – oder wünscht es sich sogar – in einem denkmalgeschützten Gebäude zu wohnen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Allensbach-Instituts. Professor Helmuth Venzmer, Studiengangsleiter des berufsbegleitenden Fernstudiengangs „Master Bautenschutz“ bei WINGS, dem Fernstudienzentrum der Hochschule Wismar, bestätigt diesen Trend: „Nahezu 75 Prozent des gesamten Baugeschehens finden heute bereits an bestehenden Häusern statt.“ Sanierte Altbauwohnungen sind aber nicht der einzige Grund für die hohe Bauaktivität im Altbau-bestand. Öffentliche historische Gebäude werden besonders gerne saniert. Bestes Beispiel sind die hergerichteten Innenstädte der neuen Bundesländer. Die Bevölkerung befürwortet das: Über 80 Prozent der Deutschen bevorzugen laut Allensbach sanierte Bauten in Stadt-zentren gegenüber Neubauten. Helmuth Venzmer: „Die Arbeit an alten Gebäuden ist die Basis unserer Arbeit. Und auch der neue Trend, dass junge Leute in sanierte Altbauten ziehen wollen, macht unseren Berufsstand zukünftig immer wichtiger.“ Im Fernstudiengang „Master Bautenschutz“ bei WINGSlernen Studierende, wie Gebäude saniert und restauriert werden und gleichzeitig bautechnische Schäden vermieden werden können. Nach erfolg-reichem Studienabschluss erhalten die Absolventen den international anerkannten akademischen Grad „Master of Science (MSc.)“.

Weitere Informationen unter www.wings-fernstudium.de

Studienthemen sind praxisbezogen Welche Sanierungsverfahren werden wann eingesetzt, wie sind Bauschäden zu analysieren und wie können Gebäude energieeffizient gedämmt werden? Diese und solche Fragen werden im WINGS-Studium geklärt. Ferner diskutieren Studierende technische Probleme aus aktuellen Fällen im Bautenschutz. Im dritten Semester wählen sie dann zwischen zwei Spezialisierungen: Die eine legt den Schwerpunkt auf Sanierungsplanung und die Arbeit an historischen Gebäuden, die andere auf eine Tätigkeit als Sachverständiger im Bautenschutz. „Mit diesen Studienkenntnissen und den Erfahrungen aus ihrer beruflichen Arbeit sind die Absolventen in der Lage, die Leitung bei Sanierungsprojekten zu übernehmen, als Gutachter auf Baustellen zu arbeiten oder im Bereich des Bautenschutzes zu promovieren und zu forschen“, sagt Venzmer.

Studienzulassung und Studienaufbau In der Regel sollten die Studierenden neben einem ersten akademischen Abschluss (Bachelor oder Diplom) in einem sachverwandten Gebiet mindestens eine einjährige Berufs- praxis vorweisen. Das viersemestrige Studienprogramm wird mit Selbstlernphasen und Vor-Ort-Präsenzveranstaltungen kombiniert. Die Studierenden müssen lediglich an drei Wochenenden pro Semester am Studienstandort ihrer Wahl sein. Die Standorte sind München, Frankfurt/Main, Hannover, Leipzig, Düsseldorf und Wismar. Fernstudium und Beruf lassen sich so flexibel miteinander verbinden. Bei Fragen stehen jederzeit die Dozenten sowie ein individueller Studiengangskoordinator zur Seite. Der Semesterbeitrag beläuft sich auf 2.500 Euro und umfasst sämtliche Leistungen wie Studiengebühren, Studienmaterialien, Prüfungsleistungen sowie Präsenzveranstaltungen inklusive Verpflegung. Weitere Informationen zum Fernstudien- und Weiterbildungsangebot finden Sie unter www.wings-fernstudium.de

Über WINGS – Wismar International Graduation Services GmbH WINGS ist das 2004 gegründete Tochterunternehmen der Hochschule Wismar. Als Fernstudienzentrum organisiert es berufsbegleitende Fernstudiengänge und zertifizierte Weiterbildungen in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Gestaltung mit den staatlichen Graduierungen Bachelor, Diplom und Master. WINGS bietet die Angebote an zehn bundesweiten Standorten sowie in Zürich und Wien an. Derzeit sind rund 3.100 Fernstudenten und mehr als 500 Weiterbildungsteilnehmer an der Hochschule Wismar eingeschrieben. Damit zählt WINGS zu den führenden staatlichen Fernstudienanbietern in Deutschland. Alleiniger Gesellschafter ist die Hochschule Wismar. Aktuelle Informationen zum Fernstudium finden Sie unter www.wings-fernstudium.de

Pressekontakt: WINGS GmbH, Philipp-Müller-Straße 14, 23966 Wismar, www.wings.hs-wismar.de, E-Mail: presse@wings.hs-wismar.de, Tel.: 040-468832-77, Fax: 040-468832-32

BU: Gebäudesanierung: Per Fernstudium Fachwissen im Bautenschutz erwerben

Hold it! Folke Köbberling & Martin kaltwasser, 239 Seiten, Jovis, Sprache Englisch, Preis 29,80 Euro

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Das Künstlerpaar Folke Köbberling und Martin Kaltwasser zeigen in diesem bildgewaltigen Werk den architektonischen Widerstand gegen die Belagerung des öffentlichen Raumes. Sie kritisieren den Anstieg des Überwachungsstaates, die konsumorientierte Gesellschaft und den wachsenden Autoverkehr, die das Bild unserer Städte zu zerstören drohen. Dieser aufkommenden Bedrohung setzen die Künstler Alternativen entgegen, bauliche Interventionen, künstlerische Statements, Aktionen und Theorien. Dabei nutzen sie Straßen, Plätze, Brücken, Parks und Innenräume als Operationsgebiete. 34 Projekte aus den letzten sechs Jahren vereint die als Werkkatalog angelegte Publikation auf 240 Seiten. Kurze Texte aus der Feder des Paars erläutern die Herangehensweise und präsentieren das künstlerische Resultat.

Urlaubsarchitektur. Die schönsten Ferienhäuser zum Mieten, Jan Hammer & Christiane Pfau, 191 Seiten, Callwey, Preis 29,95 Euro

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Der Sommerurlaub- die schönste Zeit des Jahres. Warum die Ferien in ausgebuchten Hotels ver-bringen, wenn es grandiose Alternativen gibt? Holen Sie sich mit diesem Werk Inspiration für den nächsten Urlaub ins Haus. Urlaubsarchitektur bietet die etwas anderen Ferienhäuser an. Architektenhäuser, die vieles vereinen, was sich sonst nur als Traumhaus beschreiben lässt: Ein Baumhaus im Wald, ein Turm in Südtirol, oder eine Villa mit Blick auf Lavafontänen und blaues Meer? Diese und viele weitere Häuser entdeckt man in dem Sehnsuchtsbuch Urlaubsarchitektur. Die 150 schönsten Ferienhäuser zum Mieten von Jan Hamer und Christiane Pfau, ergänzt durch Essays von bekannten Architekturliebhabern und -kritikern.

Architekten zwischen Konzept und Strategie, Eduard Sancho Pou, 200 Seiten, Detail, Preis 39,00 Euro

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Die Wandlung innerhalb der Gesellschaft und der Politik findet ebenfalls in die Architekturszene Einzug. Architekten sehen sich mit einem gewandelten Markt, mit veränderten Aufgabenstellun-gen und neuen Anforderungen konfrontiert. Die Ansprüche der Auftraggeber haben sich verän-dert, aber auch die Finanz- und Wirtschaftskrise haben Einfluss auf das Berufsbild des Architekten genommen. Stand früher das reine Bauen im Vordergrund, müssen Architekten heute gegenüber ihren Auftraggebern vielfältige Rollen einnehmen vom Berater über den Vermittler bis hin zum Markendesigner. Welche Strategien werden benötigt, um Aufträge zu erlangen oder Projekte inte-ressant zu gestalten? Das Buch soll Architekten dazu inspirieren, über neue Möglichkeiten nachzu-denken und ungewohnte Wege zu gehen.  

Basics Projektmanagement Architektur, Bert Bielefeld (Hrsg.), 416 Seiten, Birkenhäuser Berlin, Preis 39,95 Euro

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Basics Projektmanagement Architektur vereint die erfolgreichen Einzelbände Projektplanung, Aus-schreibung, Terminplanung und Bauleitung der Studentenreihe BASICS in einem Buch, das um den neuen, bislang nicht erschienenen Band Kostenplanung ergänzt ist, und beantwortet so in einem Zusammenhang die entscheidenden Fragen nach dem Wie und Warum der Bauabwicklung.

FF Architekten – Das Prinzip des ungewissen Ausgangs

Das Prinzip des ungewissen Ausgangs ist eine Methodik der Projektentwicklung, die darauf fußt die Randbedingungen eines Projektes zu ermitteln und auf ihnen basierend eine Lösung zu erarbeiten. In der Lehre von O. M. Ungers werden systemanalytische Ansätze in den Entwurfsprozess integriert und mit dem Begriff der „Bindungen“ eines Projektes besetzt. Hierbei lassen sich die Agierenden nicht auf eine feste Vorgehensweise ein, sondern handeln flexibel, passend zu der jeweiligen Art der Randbedingungen. Diese werden dadurch herausgestellt, dass man die überlagerten historischen, sozialen, ökonomischen und anderen relevanten Schichtungen des Bestandes analytisch erkennt, interpretiert und nutzbar macht. Ein Projekt wird hierbei – wie bei der russischen Holzpuppe „Matrioschka“ – aus seinen Schichtungen geschält und dem Betrachter in seiner Vielfältigkeit dargestellt.

Katharina Feldhusen und Ralf Fleckenstein von FF Architekten nutzen diese Herangehensweise, um sich der Aufgabe in konzeptionell-experimenteller Weise zu nähern – in enger Kooperation mit allen Projektbeteiligten. Die Ungewissheit des Ausgangs eines Projektes wird hierbei nicht als Mangel wahrgenommen, sondern vielmehr als Chance einer Ausdrucksform so viel Freiraum wie möglich zu geben.

Das Prinzip der Matrioschka ist bei der Bearbeitung der Bibliothek in Luckenwalde nicht nur Ausdruck der Methodik sondern auch Organisationsstruktur des Bestandsgebäudes und seiner Randbedingungen. Die Stadt Luckenwalde – 50 Kilometer von Berlin gelegen – wurde in wilhelminischer Zeit an die Bahn angebunden und erlangte hierdurch industrielle Bedeutung in der Hut- und Tuchmacherei. Der Bezug zur Hauptstadt stellte eine wichtige Randbedingung für die Konzeption der Bibliothek in Luckenwalde dar. Die Deutsche Bahn hatte in Folge einer Nutzungsanalyse den Bahnhof zum Haltepunkt degradiert und damit eine städtebaulich kritische Lücke im Herzen der Stadt aufgetan. Der denkmalgeschützte und sanierungsbedürftige Bahnhof musste im Rahmen der Entwicklung des Bahnhofsareals einer neuen Nutzung zugeführt und städtebaulich reaktiviert werden. Hierbei durfte der Haltepunkt nicht eingeschränkt werden. Die Stadtbibliothek benötigte mehr Nutzfläche als das Bestandsgebäude zur Verfügung stellen konnte. Ein Anbau war notwendig.

Den Wettbewerb gewann die Arge FF Architekten mit Martina Wronna. Die Arge hatte eine Fortschreibung der Schachtelung herausgearbeitet: Das Bestandsgebäude besteht aus drei hintereinander geschachtelten Kuben, die die verschiedenen Zonierungen des wilhelminischen Bahnhofs abbilden. Diese wurden zum Teil wieder hergestellt und um einen goldfarbenen, schrankartigen Anbau ergänzt. Dieser ist zweiachsig gekippt, um den verschiedenen Bewegungsformen um den Bahnhofsplatz Rechnung zu tragen. Die goldene Metallfassade des Anbaus beschert dem Platz ein Objekt, welches ins Auge fällt, aber gegenüber dem Bestandsgebäude nicht zu viel Raum einnimmt. Durch diese Aktivierung des Platzes entsteht ein Ort mit Identifikationswert.

Eine Bibliothek als Erweiterung des öffentlichen Raumes zu gestalten, war bei der Sanierung und Erweiterung der Bibliothek am Kottbusser Tor ein Bindungsfaktor. Der Berliner Stadtteil Kreuzberg – weithin als multikultureller Schmelztiegel berühmt und als sozial schwaches, problembehaftetes Viertel berüchtigt – bietet mit seiner Bevölkerungsdichte und Heterogenität einen sehr anspruchsvollen Rahmen für die Umsetzung von Bauprojekten. Dies zeigt sich insbesondere bei der energetischen Sanierung eines Bibliotheksgebäudes aus den sechziger Jahren. Die Aufgabe einer Stadtteil- oder Mittelpunktbibliothek liegt auch darin, Bildungs- und Lernort für Anwohner verschiedener Altersstufen und Ethnien zu sein. Eine Aufgabe, die das Gebäude – als reines Medienrepositorium konzipiert – nicht mehr zu erfüllen in der Lage war. Ein Umbau, der die Anforderungen dieses vielfältigen Programmes uneingeschränkt zu erfüllen vermochte, war mit den Mitteln aus dem Konjunkturpaket II für die energetische Sanierung nicht möglich. Um dem sehr engen finanziellen Rahmen Rechnung tragen zu können, wurde der notwendigen strukturellen Sanierung eine konzeptionelle vorgeschaltet: Mit dem Bibliothekspersonal wurde das Aufgabenspektrum abgesteckt und bis in die Detailebene erörtert. So konnte ein Konzept entwickelt werden, in dem der bestehende Einraum mit Regalen und Leseplätzen durch Funktionszonen ersetzt wurde, die die Geschosse sinnvoll unterteilen und kleinere, aufeinander bezogene Einheiten aus Veranstaltungsräumen und Lesebereichen bilden. Eine besondere Aufenthaltsqualität wird dadurch erreicht, dass das Mobiliar nicht nur auf eine Nutzungskonstellation zugeschnitten ist, sondern eine freie Bespielung der jeweiligen Funktionszone erlaubt. Den Nutzern werden unkomplizierte und flexible Umstellungen ermöglicht, wodurch die Attraktivität für verschiedene Nutzergruppen zu verschiedenen Zeiten deutlich erhöht wird. In diesem Sinne entwickelt das Bibliotheksgebäude urbane Qualitäten, da es nicht nur eine spezifische Nutzergruppe anspricht, sondern vielen Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht wird.

Die Fassade des Sechzigerjahrebaus wurde durch lange Fensterbänder und ungedämmte Wandfelder bestimmt, die dem Auge keinen Fixpunkt boten. Indem der Fassade eine Ebene aus Profilbauglas vorgehängt wurde, konnte den Wandflächen eine dämmende Luftschicht vorgeschaltet werden. Die Fensterbänder wurden reduziert, ohne dass auf Belichtungsfläche verzichtet werden musste. Punktuell sind Fenster eingebaut. Diese leiten und halten den Blick und unterbrechen die ansonsten strenge Aufteilung der Fassade. Die Profilelemente in den Fensterfeldern wurden mit transparenter Wärmedämmung befüllt und steigern somit deren energetische Effizienz. Die resultierende Fassade leugnet die Herkunft ihrer Bausubstanz nicht, überlagert diese jedoch mit eigenen Werten und bestärkt die Heterogenität des Ortes. Das Gebäude spiegelt die Umstände wider, die das Leben am Kottbuser Tor prägen: Finanziell angespannte Rahmenbedingungen sowie die Vielfalt der Kulturen. All dies macht den „Kotti“ aus – und jetzt auch seine Bibliothek.

FF Architekten wollen keine eigene Architektursprache besitzen, sondern in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft die Ausdrucksformen aus den Bindungen von Aufgabe und Ort herausarbeiten. Diese Herangehensweise führt dazu, dass die Ausdrucksweise der Architekten sehr vielfältig, die verwendeten Lösungsansätze mannigfaltig und ortsnah sind. Die Architektur ist weder gefällig noch unumstritten. Konfliktbeladen und kantig lädt sie dazu ein, sich zu ihr zu positionieren und sie in das eigene Leben hereinzulassen. So entwickeln FF Architekten Gebäude mit einer Anziehungskraft, die sich einem durch die Notwendigkeit einer persönlichen Konfrontation erst erschließen und somit eine Form der Individualität erreichen.