Vergangene AFA Baufachveranstaltungen

Nachlese der 5. AFA-Architektenveranstaltung & Messe im Kultur-und Medienzentrum Pulheim zu dem Thema „Brandschutz“ am 23. September 2014 Zum fünften Mal lud Herausgeber Architekt Frank Pawlak des AFA-Architekturmagazins interessierte Architekten, Innenarchitekten, Ingenieure und Bauherren zu der äußerst informierenden AFA-Architektenveranstaltung und Messe ein. Die Veranstaltung und Messe fand in den wunderschönen und freundlichen Räumen des Kultur-und Medienzentrums Pulheim statt. Das aktuelle Thema „Brandschutz“ fand großen Anklang bei den teilnehmenden Architekten, Ausstellern und Referenten. Die Veranstaltung gestaltete sich als gelungene Interaktion aus informativen Vorträgen und interessanten Messeflächen, die die Kommunikation zwischen den knapp 70 Teilnehmern und den Ausstellern anregte.   Um 08.30 Uhr konnten die Teilnehmer in ungezwungener Atmosphäre eines „Come Together“ bei einer guten Tasse Kaffee und einer kurzen Stärkung am Frühstücksbüffet,erste Informationen an den Messeständen erhalten. So präsentierten Unternehmen wie MORALT AG, die Techem Energie Service GmbH, Dorma Deutschland GmbH, Hörmann KG, Jansen Brandschutz GmbH & Co. KG, TÜV Rheinland Industrie Service GmbH / Ifes GmbH sowie Fural Systeme in Metall GmbH aktuelle, innovative sowie zukunftsorientierte Produkte auf Ihren Ausstellungsflächen. Die Produkte wurden auf Messeständen vorgestellt sowie in Vorträgen genauer erläutert Neben diesen großen Unternehmen fand auch die Architektenkammer NRW Gefallen an dem Event und akkreditierte die Veranstaltung als Fortbildung mit anregenden 3 Unterrichtsstunden. Die Messe lieferte wieder einmal die Plattform zur Kontaktherstellung zwischen den Architekten, Bauherren sowie Unternehmen und förderte anregende Gespräche und lud ebenfalls dazu ein, Erfahrungen untereinander auszutauschen. Nach der traditionellen Begrüßung der geladenen Gäste durch den Herausgeber des AFA-Architekturmagazins Architekt Frank Pawlak, begann der Vortragsteil der 5. AFA-Architektenveranstaltung & Messe. Den ersten Vortrag lieferte Dipl.-Ing./ Dipl.-Wirt.-Ing. Gerhard Hoffmann, Ifes GmbH, Mitglied der TÜV Rheinland Group/Köln zu dem Thema „Brandschutzplanung /Realisierung einer sicheren Entrauchung im Bestand am Beispiel des Umbaus „Neumarkt Galerie Köln“. Er sprach u. a. über die integrale Planung der Brandschutzmaßnahmen, die Brand- und Entrauchungssimulation und die Durchführung eines Realbrandversuches zur behördlichen Abnahme. Im Anschluss daran sprach Robert Markowski von Fural System in Metall GmbH, Österreich über „Metall-Brandschutzdecken“, gab Hinweise zur Vorbeugung, Schadensminimierung und Schutzziele und veranschaulichte das Thema anhand praxisnaher Beispiele. Über „Gestaltungsmöglichkeiten des Feuer- und Rauchschutzabschlusses“ informierte dann Andreas Ziller, von Hörmann KG. Herr Ziller erläuterte die Vor- und Nachteile von Feuer- und Rauchschutzabschlüssen im Objektbau mit Blick auf Planung und Bauabwicklung. In seinem praxisorientierten Vortrag stellte der Referent unterschiedliche Abschlüsse, wie Stahl-Feuerschutztür, verglaste Rohrrahmen, Feuerschutztür, Festverglasung, Automatikschiebetür und Feuerschutzschiebetür vor. Während der exklusiven Verköstigung am reich gedeckten Büffet in der Mittagspause fanden die Teilnehmer und Aussteller die Möglichkeit, die Messestände zu besuchen, die Firmen und Produkte kennenzulernen und sich auszutauschen. Im Anschluss an diese Mittagspause referierte Dipl.-Ing. Stefan Kater von Jansen Brandschutz GmbH & Co. KG über Feuerschutzabschlüsse. Hier wurden insbesondere der normative und gesetzliche Stand der Technik und zukünftige Änderungen beleuchtet, Innovationen vorgestellt sowie Lösungen durch Zustimmung im Einzelfall gegeben. Der zum Ende der Veranstaltung vortragende Jens Kronenberg, Objektmanager Deutschland bei Dorma Deutschlang GmbH sprach über „Brandschutz in Pflege- und Seniorenheimen“ mit Schwerpunkten DIN 14677, Fluchtwegsicherung, barrierefreie Zugänge, Türsystemen, Gebäudesicherheit, Brandmeldeanlagen und lieferte kompetent praxisgerechte Lösungen Im Anschluss an den aufschlussreichen, instruktiven Vortragsteil der 5. AFA – Architektenveranstaltung wurde den Teilnehmern noch einmal die Möglichkeit geboten, die Ausstellungsflächen der verschiedenen Unternehmen zu besuchen und sich über die unterschiedlichen Produkte im Rahmen des Schwerpunktthemas der Veranstaltung zu informieren.   

Nachlese der 4. AFA-Architektenveranstaltung & Messe im Kultur-und Medienzentrum Pulheim zu dem Thema „Energetische Sanierung“ am 15. Mai 2014

Zum vierten Mal lud Herausgeber Architekt Frank Pawlak des AFA-Architekturmagazins interessierte Architekten, Innenarchitekten, Ingenieure und Bauherren zu der äußerst informierenden AFA-Architektenveranstaltung und Messe ein.

Anstatt wie in den letzten drei erfolgreichen Veranstaltungen, u.a. zu den Themen „Feuchteschäden und deren Vermeidung“ und „Bauen im Bestand“, fand die aktuelle Veranstaltung „Energetische Sanierung“ am 15. Mai 2014 nicht im Technologie Park Köln, sondern vor den Toren Kölns, in den wunderschönen und freundlichen Räumen des Kultur-und Medienzentrums Pulheim statt. Wie bereits im letzten Jahr fand das aktuelle Thema der Energetischen Sanierung großen Anklang bei den teilnehmenden Architekten, Ausstellern und Referenten. Die Veranstaltung gestaltete sich als gelungene Interaktion aus informativen Vorträgen und interessanten Messeflächen, die die Kommunikation zwischen den knapp 100 Teilnehmern und den Ausstellern anregte.

Um 08.30 Uhr konnten die Teilnehmer in ungezwungener Atmosphäre eines „Come Togehther“, bei einer guten Tasse Kaffee und einer kurzen Stärkung am Frühstücksbüffet, erste Informationen an den Messeständen erhalten. So präsentierten Unternehmen wie u.a. die Max Weishaupt GmbH, Hewlett-Packard, Ifes GmbH- Mitglied der TÜV Rheinland, die Testo AG, Inventer GmbH, WINGS- Hochschule Wismar, Thermofloc, Herzog GmbH und die Erfurt GmbH. aktuelle, innovative sowie zukunftsorientierte Produkte auf Ihren Ausstellungsflächen. Neben diesen großen Unternehmen fand auch die Architektenkammer NRW Gefallen an dem Event und akkreditierte die Veranstaltung als Fortbildung mit anregenden drei Unterrichtsstunden. Die Messe lieferte wiedermal die Plattform zur Kontaktherstellung zwischen den Architekten, Bauherren sowie Unternehmen und förderte anregende Gespräche und lud ebenfalls dazu ein, Erfahrungen untereinander auszutauschen Nach der traditionellen Begrüßung der geladenen Gäste durch den Herausgeber des AFA-Architekturmagazins Architekt Frank Pawlak, begann der Vortragsteil der 4. AFA-Architektenveranstaltung & Messe. Den ersten Vortrag lieferte Michael Grabow der Max Weishaupt GmbH zu dem Thema Energetische Sanierung mit regenerativen Systemen. Er zeigte unter anderem den effektiven Einsatz von Wärmepumpen im Bestand auf und stellte die Energiespeicher WES 660-A und 910-A vor. Diese verfügen über eine hohe Serienausstattung. Dazu zählen die hochwirksame Zweikomponenten-Wärmedämmung Isodual, die patentierte Thermo Einschichtsäule, das Warmwasser-Durchfluss-System aus nickelfreiem Edelstahl, die Anschlüsse für Gas- oder Ölbrennwertsysteme mit Bypass-Funktion, mehrere Zusatz-Anschlussmöglichkeiten (Fremdwärme, Elektroheizung) sowie mehrere Tauchhülsen mit exakt definierten Positionen. Im direkten Anschluss stellte Dr. Thomas Mathews von der Baugrund Süd GmbH den anwesenden Architekten die Energetische Sanierung mittels Geothermie vor. Er veranschaulichte die Besonderheiten bei der Wärmequellenerschließung und den Bau von Erdwärmesonden und geothermischen Brunnen. Er zeigte mithilfe anschaulicher Entwürfe den Ablauf der Planung und Durchführung der Brunnenanlagen auf. Nach einer kurzen Kaffeepause wurde den Teilnehmern durch Referent Peter Koch von Hewlett-Packard gezeigt, wie Sie mit der richtigen Hardware sparen könnten. Er regte die Architekten an, neue Wege mit HP Designjet ePrint und Share zu wagen und wie sie bereits Tinte beim Kauf des Plotters sparen. Er veranschaulichte Bildhaft den Vorteil eines Großformatdruckers für die Arbeit eines Architekten. Ein HP Designjet erweitert das Angebotsportfolio um lukrative Großformatdrucke und fördert dadurch das Unternehmenswachstum. Auch der anschließende Vortrag der Ifes GmbH, einem Mitglied der TÜV Rheinland Group aus Frechen, zum Thema Energetische Sanierung historischer Bausubstanz am Beispiel der „Abel Bauten“ wurde praxisnah und informativ durch Dipl.-Ing. Gerhard Hoffmann geführt. Im Rahmen der Sanierung der „Abel Bauten“ am Rhein-Energie Stadion in Köln konnte ein eindrucksvoller Erfahrungsbericht über die Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes angehört werden. Praxisnah wurde die Bestandsaufnahme verbildlicht und die Definition der unterschiedlichen Nutzungen von Nassräumen, Sanitärräumen und Ruheräumen aufgezeigt. Der Referent demonstrierte die Ermittlung der Feuchtelasten durch die Nutzung sowie die Planung des denkmalgeschützten Umbaus und Rückbaus. Er führte informativ die bauphysikalische Optimierung der Innendämmung zur Vermeidung von Kondensation und Schimmelpilzbildung vor und die energieeffiziente Planung der Sporthalle.

Nach der exklusiven Verköstigung am reich gedeckten Büffet in der Mittagspause, beleuchtete Florian Gritsch von der Testo AG die Vorteile der Energetischen Sanierung mittels Unterstützung der Thermografie. Durch die Thermografie Technik lässt sich der Sanierungsaufwand der Altbauten viel einfacher gestalten, zum Beispiel kann dadurch die Höhe der Energieverluste über der Außenfassade ermittelt werden. Sowohl die Kontrollabnahme nach einer Fassadendämmung kann ganz bequem geprüft werden als auch die Analyse der Bausubstanz. Im Anschluss referierte Andreas Kroll von Inventer GmbH die Frage, ob Lüftungsanlagen eine Notwendigkeit oder ein lästiges Übel seien. Die Energetische Sanierung trägt dazu bei Häuser perfekt gegen Kälte und Feuchtigkeit abzudichten, doch kann dies auch zu Schimmelbildung führen, wenn nicht ausreichend oder richtig gelüftet wird. Eine Lüftungsanlage kann Abhilfe schaffen und zu einem wohligen Innenraumklima beitragen, das „wie“ erklärte Herr Kroll anschaulich anhand zahlreicher Beispiele. Der nachfolgende Beitrag kam von Master of Archicture Milesa Jevtic von der WINGS-Hochschule Wismar. Sie dokumentierte energieoptimiertes Bauen in der Sanierung am Beispiel zweier öffentlicher Gebäude in Mecklenburg-Vorpommern: Modellprojekt Plus Energie Schule in Rostock und der Kindertagesstätte Plappersnut in Wismar. Der zum Ende der Veranstaltung vortragende Dipl.-Ing. Martin Weise von Thermofloc (Peter Seppele Gesellschaft m.b.H) stellte in seinem Vortrag die vielen Vorteile der Zellulosedämmung vor und regte nochmals zu Fragen und Diskussionen im Publikum an. Im Anschluss an den aufschlussreichen, instruktiven Vortragsteil der 4. AFA – Architektenveranstaltung wurde den Teilnehmern noch einmal die Möglichkeit geboten, die Ausstellungsflächen der verschiedenen Unternehmen zu besuchen und sich über die unterschiedlichen Produkte im Rahmen des Schwerpunktthemas der Veranstaltung zu informieren. Aufgrund des äußerst gelungenen und positiven Ablaufs und der sehr positiven Resonanz der Fachteilnehmer und der Aussteller, zeigte sich die 4. AFA – Architektenveranstaltung & Messe als großer Erfolg. Ein ausgezeichneter Grund also, die 5. AFA – Architektenveranstaltung & Messe zum Thema „Brandschutz“ am 23. September 2014 im Kultur-und Medienzentrum Pulheim zu besuchen!

Nachlese der 3. AFA – Architektenveranstaltung & Messe im Kongresszentrum Technologiepark Köln zum Thema Bauen im Bestand

Nach den ersten beiden überaus erfolgreichen AFA-Architektenveranstaltungen zu den Themen Feuchteschäden an Gebäuden und deren Vermeidung sowie energetische Sanierung, folgte im November 2013 das zweitägige AFA-Event & Messe zum Thema „Bauen im Bestand“ im Kongresszentrum des Technologieparks in Köln. 

Am 11. und 12. November 2013 fanden sich abermals interessierte Architekten, Innenarchitekten, Ingenieure und Bauherren im Kongresszentrum des Technologieparks zusammen, um sich über die neuesten Innovationen und Produkte im Bereich der Gebäudemodernisierung zu informieren. Die Umnutzung, Erweiterung und energetische Sanierung bestehender Gebäude hat in den letzten Jahren an großer Bedeutung gewonnen und das AFA-Architekturmagazin stellte in Kooperation mit zahlreichen Unternehmen ein zweitägiges Programm mit anregenden Vorträgen und sehenswerten Messeständen zu diesem aktuellen Thema zusammen. Neben großen Unternehmen wie die Dallmer GmbH, Firma Pender und Hewlett Packard, fand auch die Architektenkammer NRW Gefallen an dem Event und akkreditierte die Veranstaltung als Fortbildung mit wohlverdienten acht Unterrichtsstunden. Im Rahmen dieser zukunftsorientierten Messe realisierte das Team des AFA-Architekturmagazins im Außenbereich des Technologieparks die attraktive und innovative Ausstellung „Elektromobilität“. Hier konnten die Gäste des AFA-Events schon heute die Automobile von morgen bestaunen und austesten. Es wurden u.a. der revolutionäre Opel Ampera, der schicke Cityflitzer Renault Twizy, der clevere Smart fortwo und der umweltfreundliche Pionier Volvo V60 Plug-In Hybrid vorgestellt. Schon vor Beginn des ersten Vortrages erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit bei einer ausgezeichneten Tasse Kaffee der Firma Löwen die reichlichen Messestände zu besuchen und sich vorab mit Informationsmaterialien und Broschüren einzudecken. So präsentierten Unternehmen wie u.a. die Dallmer GmbH, die Weishaupt GmbH, die Bim Measurement GmbH, die Ceno Tec GmbH, das Institut für Wärme- und Öltechnik (IWO), die AIA AG, die kfW Bankengruppe, SFA Sanibroy, die Firma Schulte & Todt, die Firmen Pender und Faro, die Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH, Tyco Integrated Fire & Security, Ropag High-Tech, Hewlett-Packard, die WINGS – Wismar International Graduation Services GmbH, Graphisoft, und die Orca GmbH ihre aktuellen, innovativen und zukunftsorientierten Produkte. Die Messe lieferte die Plattform zur Kontaktherstellung zwischen den Architekten, Bauherren sowie Unternehmen und förderte anregende Gespräche und lud ebenfalls dazu ein, Erfahrungen untereinander auszutauschen. Nach der offiziellen Begrüßung der geladenen Gäste durch den Herausgeber des AFA-Architekturmagazins Architekt Frank Pawlak, begann der Vortragsteil der 3. AFA-Architektenveranstaltung & Messe und das Wort ging an Dipl.-Ing. Architekt Ralph Wagner, dem Referenten von der Dallmer GmbH. Er begann den ersten Vortrag des mehrtägigen Events mit dem Thema der zukünftigen Vorteile einer bodengleichen Dusche. Er zeigte beispielhaft die Risiken einer handelsüblichen Duschwanne auf und stellte neuartige Sanierungstechniken für ein altersgerechtes Bad dar. Im direkten Anschluss stellte Dipl.-Ing. Architekt Holger Kreienbrink, von der Graphisoft Deutschland GmbH, den anwesenden Architekten eine neue Vielzahl an Möglichkeiten bei der Darstellung und Bearbeitung von BIM Modellen vor. Er zeigte mithilfe anschaulicher Entwürfe wie man Gebäudemodelle, vom ersten Entwurf bis hin zum letzten Detail, noch besser und durchgängiger nutzen kann.

Nach einer kurzen Stärkung am Kuchenbuffet, wurde den Teilnehmern noch ein neuartiges PC-Programm für Architekten von Torsten Vogt, dem Systembetreuer der Orca Software GmbH vorgestellt: ORCA AVA. Mithilfe dieses Programms kann der Anwender alle Prozesse zur Kostenberechnung, Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung und das Kostenmanagement durchgängig abwickeln. Auf die einmal erfassten Eingaben kann er ebenfalls aus verschiedenen Programmteilen zugreifen und im Programmteil Kostenschätzung/-berechnung hat der Planer die Möglichkeit zwischen unterschiedlichen Vorgehensweisen zu wählen, je nach Arbeitsweise und Projekt. Selbst die Kostenschätzung ist nach der DIN 276 mit dieser Software möglich. Mit einem vollkommen anderen Thema beschäftigte sich danach Thomas Wirsik von der Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH. Er zeigte die Gefahren bei Schnee- und Stauwasserlasten auf Flachdächern auf und stellte den Schnee- und Stauwasser-Alarmsensor SAS-307 der Firma tbm hightech control GmbH vor. Dieser Sensor umfasst drei Messstationen mit Verkabelung zu einer zentralen Steuereinheit, die beliebig entfernt sein kann. So lässt sich eine der Messstationen im Bereich des Gullys zur Stauwasserlastmessung und die anderen beiden an kritischen Punkten auf dem Dach zur Schneelastmessung platzieren. Sobald eine Messstation die zulässigen Werte überschreitet, erfolgt der erste Alarm bei circa 50 – 60 Prozent, der zweite, variabel einstellbare Alarm bei circa 90 Prozent der zulässigen Last. Er erklärte den Teilnehmern die relativ einfache Montage der Sensoren, die entweder unterhalb der Dachhaut platziert oder als nachträgliche Anbringung mittels einer Montageplatte auf der Dachoberfläche befestigt werden können. Nach der Mittagspause brachte Dipl.-Wirtschaftsingenieur Klaus Gipperich von der Ceno Membrane Technology GmbH den Teilnehmern, anhand zahlreicher Projektbeispielen, die Nutzungserweiterung der ETFE-Folienkonstruktionen in Bestandsbauten näher. Er erklärte warum Architekturmembranen aus hochfesten, beschichteten Polyester- oder Glasgeweben und ETFE-Folien ideale Baustoffe sind, die in Verbindung mit Tragstrukturen aus Stahl und Stahlseilen hoch beanspruchbare und dennoch filigrane Dach- und Fassadenkonstruktionen realisieren können. Im Anschluss an den aufschlussreichen Vortragsteil des ersten Tages, erhielten die Teilnehmer nochmals die Möglichkeit Fragen und Anregungen zu diskutieren und die Ausstellungsflächen der verschiedenen Unternehmen zu besuchen. Nach der traditionellen Begrüßung der Gäste durch den Herausgeber Architekt Frank Pawlak, startete der zweite Tag des mehrtägigen Events direkt informativ durch, als Dipl.-Ing. Andreas Mahlberg von der IWO die vielen Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Hybridheizung vorstellte. Wesentliches Element einer Hybridheizung ist ein großvolumiger, gut isolierter Pufferspeicher, in dem die Wärme aus den unterschiedlichen Energiequellen bevorratet wird. In den Sommermonaten kann die für Warmwasser benötigte Energie fast ausschließlich solar erzeugt werden. In der Übergangszeit und im Winter leistet der Holzkaminofen seinen Beitrag zur Beheizung des gesamten Gebäudes. Über einen Wärmetauscher wird ein Großteil der Wärme aus dem Kaminofen in den zentralen Pufferspeicher eingespeist. Erst wenn Solaranlage und Kaminofen den Wärmebedarf alleine nicht mehr abdecken können, schaltet sich automatisch die Ölheizung hinzu. Im darauffolgenden Vortrag wurde nochmals eine neuartige BIM-Software vorgestellt, dieses Mal von Dipl.-Ing. Architekt Armin Schweigardt vom BIM-Measurement. Die BIM-Technologie in ARCHICAD unterstützt den Planer hier ebenfalls wirkungsvoll von der ersten Planungsidee bis hin zum letzten Detail der Ausführungsplanung – zuverlässige und frühzeitige Kostenermittlung und Energiebedarfsermittlung inklusive. Hier erfolgen das Messen und das Modellieren direkt in einem Arbeitsschritt. Mit wenigen Messpunkten und/oder Messreihen entstehen drei dimensionale Objekte und Bauteile in ARCHICAD. Mit dem virtuellen Gebäudemodell stehen allen Anwendern wie Architekten, Ingenieuren, Handwerkern, Immobilienverwaltern, Facility Managern und Energieberatern sofort alle relevanten Informationen wie Flächen, Maße, Materialien etc. des Gebäudes zur Verfügung.

Nach einer kurzen Kaffeepause erklärte Andreas Wagner von der SFA Sanibroy GmbH wie man innovativ und barrierefrei Bäder altersgerecht umbauen kann. Anhand des Beispiels „SANIMAGIC“ verdeutlichte er, wie ein altes Bad mit Badewanne ohne aufwändige Umbaumaßnahmen in ein komfortables, sicheres Duschbad umgewandelt werden kann. Die Komplettduschen ersetzen sinnvoll jede alte Badewanne, bieten viel Platz und ermöglichen dadurch einen leichten Einstieg. Wie diese Umbaumaßnahmen finanziert werden können, erläuterte daraufhin Dipl.-Ing. Jürgen Daamen von der KfW den Teilnehmern anhand des Förderungsprogramms 159 „Altersgerechtes Umbauen“ der KfW. Zum Abschluss hielt Michael Grabow, der technische Berater der Max Weishaupt GmbH, einen Vortrag über angewandte Heiztechnik und regenerativer Energien im Bestand und regte nochmals zu Fragen und Diskussionen im Publikum an. Viele Teilnehmer hatten sich für beide Eventtage angemeldet und wurden von dem Programm nicht enttäuscht. Es wurden abwechslungsreiche Themen vorgestellt, die die zukünftige Architektur mitbestimmen werden- ob im theoretischen Sinne anhand Software-Programme oder in der praktischen Umsetzung von energetischen und umweltfreundlichen Baumaterialien. Besonders die Themen Elektromobiltät und Umweltschutz liegen dem Team des AFA-Architekturmagazins am Herzen und es freut sich bereits wieder zahlreiche Gäste zur 4. AFA-Architektenveranstaltung „Energetische Sanierung“ im Mai 2014 im Kultur-und Medienzentrum der Stadt Pulheim begrüßen zu dürfen!

Nachlese der 2. AFA – Architektenveranstaltung & Messe im Kongresszentrum Technologiepark Köln zum Thema Energetische Sanierung

Nach der bereits sehr erfolgreichen 1. AFA – Architektenveranstaltung im Herbst des vergangenen Jahres, wurde diese in Besucherzahl, Messeauftritt und Veranstaltungsumfang noch weitaus durch die am 04. Juni stattgefundene 2. AFA – Architektenveranstaltung & Messe übertroffen. So lud das AFA – Architekturmagazin erneut interessierte Architekten, Innenarchitekten und Ingenieure zu dieser Informationsveranstaltung ein. Das diesmalige, gegenwärtig äußerst aktuelle Thema der Energetischen Sanierung fand großen Anklang bei Teilnehmern, Veranstalter und Ausstellern wie Referenten. In ungezwungener Atmosphäre und bei einer Tasse exzellentem Kaffee der Firma Löwen, gestaltete sich diese Veranstaltung als gelungene Interaktion aus informativen Vorträgen und interessanten Messeflächen, die die Kommunikation zwischen den knapp 150 Teilnehmern und den Ausstellern anregte. So präsentierten Unternehmen wie u.a. die VELUX Deutschland GmbH, die Testo AG, AEG Haustechnik, das Institut für Wärme- und Öltechnik (IWO), die Dallmer GmbH, AIA AG, Dörken AG, Skill Baudoc GmbH, die KfW Bankengruppe, Pluimers Isolierung GmbH und die Weishaupt GmbH aktuelle, innovative sowie zukunftsorientierte Produkte auf Ihren Ausstellungsflächen.

Nach der offiziellen Begrüßung der geladenen Gäste durch den Herausgeber des AFA – Architekturmagazins Frank Pawlak begann der Vortragsteil der 2. AFA – Architektenveranstaltung & Messe mit dem Unternehmen der Testo AG – spezialisiert auf Messtechnik physikalischer und chemischer Messgrößen – mit dem Schwerpunkt Energetische Sanierung unterstützt durch Thermografie. Referent Michael Büttner zeigte souverän die unterschiedlichen Methoden der Klima-, Infrarot- und Analytikmessung sowie der Gasanalyse auf, und veranschaulichte den aktuellen Stand der technischen Darstellungsweise von notwendigen Sanierungsmaßnahmen anhand von Thermografie. Durch die schematisch dargestellte Temperaturverteilung an der Oberfläche eines Gebäudes ermöglicht Thermografie den Sanierungsaufwand bei Altbauten – insbesondere Energieverluste über die Außenfassade – plastisch offenzulegen. Mittels eines schnellen Überblicks lässt sich somit die Substanz eines Gebäudes durch Wärmebilder einordnen und ermöglicht notwendige Maßnahmen zielgerichtet und zeitnah vorzunehmen. So legt diese Methode der Thermografie, laut Büttner, zumeist Wärmeverluste in der Gebäudehülle am Dach, im Fenster- und Türenbereich sowie am Fundament- bzw. Sockelbereich eines Gebäudes offen. Im Innenbereich lassen sich durch die spezielle Blower Door Test – Technik – per Unterdruck erzeugtes Wärmebildmaterial – undichte Bereiche noch signifikanter und deutlicher erkennbar machen. So werden durch hohe Oberflächenfeuchte hervorgerufener Schimmel und Feuchtigkeit dargelegt. Des Weiteren fungiert dieses Verfahren als Kontrollfunktion für Fußbodenheizung, Kühldecken sowie Kühlkanäle.

Auch der anschließende Vortrag des Instituts für Wärme- und Öltechnik (IWO) aus Hamburg zum Thema Gebäudesanierung im Bestand wurde praxisnah und informativ durch Dipl.-Ing. Andreas Mahlberg geführt. Im Rahmen des deutschlandweiten Förderwettbewerbs der IWO, der auf 77 geförderten Gebäuden – überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser – basiert, wurden hauptsächlich Erfahrungswerte hinsichtlich Energetischer Sanierung und Energieeffizienz verdeutlicht. So hat sich das Institut für Wärme- und Öltechnik maßgeblich zum Ziel gesetzt, den Fokus besonders auf Gebäudeeigentümer zu legen, um das Interesse an einer solchen Sanierung zu fördern. Der Förderumfang in diesem Zusammenhang bemisst sich demnach an der Primärenergiebedarfsminderung. Hierbei kommt der Veranschaulichung potenzieller Energieeinsparungen im Gebäudebestand eine besondere Bedeutung zu. Eine konkrete Kostenermittlung bei der Energetischen Sanierung ist in diesem Rahmen unerlässlich. Laut Mahlberg zeigt sich aus 47 ausgewerteten Objekten aus der IWO Aktion Energie – Gewinner bei etwa 400€ Investkosten pro m² Nutzfläche für Energiesparmaßnahmen eine Primärenergiebedarfsreduzierung von 80%. Wichtige Faktoren solcher Energiesparmaßnahmen zur realen Umsetzung eines Niedrigenergiehauses sind hauptsächlich Heizungsmodernisierung, Dach-, Bodenplatten und Außenwanddämmung sowie Fenster- und Haustürerneuerung. Aus den analysierten Erfahrungswerten des IWO offenbart sich in der Kosten-Nutzen-Bilanz bei einer Komplettsanierung des Bestandsgebäudes eine Primärenergieeinsparung von bis zu 77%. Schon eine ausschließliche Heizungsmodernisierung erweist sich in diesem Zusammenhang ebenfalls als bemerkenswerte Minderung der Primärenergie von 38%. Laut Dipl.-Ing. Andreas Mahlberg sind demzufolge besonders wirtschaftliche Teilmaßnahmen zur erfolgreichen Energetischen Sanierung der Einbau einer effizienten Öl- und Brennwerttechnik in Kombination mit Solarthermie.

Aus einer vollkommen anderen Perspektive beleuchtete Dipl. Volkswirt Jürgen Daamen das Thema der Energetischen Sanierung. Als Vertreter der KfW Bankengruppe zeigte er aktuelle Förderprogramme für Gebäudeeigentümer von Bestandsgebäuden auf und informierte die Besucher über die Schritte der angebotenen Fördermaßnahmen bei Sanierung und Umbau. Wissenswert in diesem Zusammenhang sind die Kriterien, auf die sich dieses Förderprogramm beziehen: Förderung und Zuschüsse kann nur durch jemanden in Anspruch genommen werden, der ein Gebäude besitzt, das als Wohneinheit gilt. Zu solcher zählen Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser sowie Wohn-, Alten- und Pflegeheime.

Dass Energetischer Sanierung aus der Sicht des Fenstergewerkes hinsichtlich Energieeffizienz eine wesentliche Relevanz zukommt, zeigte sich anhand des Vortrages von Christian Krüger der VELUX Deutschland GmbH. Besonders die Vermeidung von Wärmebrücken ist in diesem Zusammenhang ein bedeutsamer Faktor. Durch das von VELUX entwickelte Dämm- und Anschlussset ‚BDX‘ wird eine Wärmebrücken-Verminderung erzeugt, die mittels einer einfachen Montage und Handhabung einen regensicheren Anschluss zwischen Dach und Fenster bietet. Darüber hinaus kommt winterlichem wie sommerlichem Wärmeschutz in diesem Kontext ebenfalls ein hoher Stellenwert zu, indem z.B. im Winter durch die Sonneneinstrahlung durch das Fenster eines Gebäudes passive solare Gewinne generiert werden können. Der Grad dieser sind abhängig von determinierten Faktoren, so z.B. der Orientierung der Fenster, der Scheibenqualität (hierbei zu beachten ist der U-Wert des Fensterglases) und der Verschattung. Im Sommer dagegen können, laut Krüger, Lösungsmöglichkeiten wie Rollos, Jalousetten und Faltstores den Wärmeschutz unterstützen.

Die zum Ende der Veranstaltung vortragende Dipl.-Ing. (FH) Architektin Sarah Zietek vom Planungsbüro buildinggreen führte in ihrem Vortrag Chancen und Risiken einer luftdichten Gebäudehülle im Bestand besonders Maßnahmen gegen eine schlechte thermische Behaglichkeit an. So entsteht diese durch mehrere, ineinander greifende Komponenten. Sobald dieses Gleichgewicht auseinander gerät, indem einer dieser Faktoren nicht mehr gewährleistet ist, zeigt sich die thermische Behaglichkeit als nicht länger vorhanden. Nach Zietek sind wesentliche Maßnahmen zur Prävention gegen Faktoren wie Kälte, Feuchtigkeit, Dunkelheit, Hitze, Zug etc. Abdichtungen sowie die Verbesserung der U-Werte. Eine sinnvolle Sanierung ist deshalb nur dann erreichbar, wenn solche Komponenten eingehalten werden, um z.B. Bauschäden zu vermeiden und einen größtmöglichen Nutzen aus der erzielten Energieeffizienz zu ziehen.

Im Anschluss an den aufschlussreichen, instruktiven Vortragsteil der 2. AFA – Architektenveranstaltung wurde den Teilnehmern noch einmal die Möglichkeit geboten, die Austellungsflächen der verschiedenen Unternehmen zu besuchen und sich über die unterschiedlichen Produkte im Rahmen des Schwerpunktthemas der Veranstaltung zu informieren. Einen besonderen Reiz repräsentierte der Messestand der international tätigen Firma MDT-tex. Weiße, grazil anmutende, formschöne und ein wenig extravagante Schirme zierten den Eingang und führten den Besucher anmutig in den Ausstellungsbereich der 2. AFA – Architektenveranstaltung & Messe. Vollendet wurde die Veranstaltung durch die Volvo – Automobilpräsentation der La Linea Kraftfahrzeughandelsgesellschaft, die mit ihren innovativen und stilvollen Fahrzeugen ebenfalls für eine Besonderheit auf der Veranstaltung sorgte und dieser einen harmonischen Rahmen verlieh. Dass die 2. AFA – Architektenveranstaltung & Messe gleichermaßen ein Kontakt- und Informationsportal für bereits tätige Architekten und junge, angehende Architekten in spe darstellte, bestätigte sich besonders durch die Ausstellungsfläche der Hochschule Wismar. Diese gab einen Einblick in ihre interuniversitären Fernstudiumsangebote wie u.a. Facility Management, Bautenschutz sowie Architektur und Umwelt mit dem Schwerpunkt ökologisches Bauen. Erfahrene Architekten wurden somit über Themen, den Aufbau und die aktuellen Bestimmungen des gegenwärtigen Architekturstudiums informiert. Gleichzeitig wurden den jüngeren Berufsstartern die Voraussetzungen für den angebotenen Masterstudiengang dargelegt. Es zeigte sich, dass die Veranstaltung einen sehr guten Verknüpfungspunkt für unterschiedliche Architekturschwerpunkte darstellte, die im Rahmen des Veranstaltungsthemas Energetische Sanierung zu einer Gesamtheit führten.

Aufgrund des äußerst gelungenen und positiven Ablaufs und der sehr positiven Resonanz der Fachteilnehmer und der Aussteller, zeigte sich die 2. AFA – Architektenveranstaltung & Messe als großer Erfolg. Ein ausgezeichneter Grund also, die 3. AFA – Architektenveranstaltung & Messe am 11. und 12. November 2013 im Technologiepark Köln zu besuchen!

Bilder zur 2. AFA-Architektenveranstaltung „Energetische Sanierung“:

                                                                 Nachlese der 1. AFA-Architektenveranstaltung vom 30.10.2012 im Kongresszentrum Köln zum Thema: Feuchteschäden an Gebäuden und deren Vermeidung

Am 30. Oktober diesen Jahres lud das AFA-Architekturmagazin interessierte Architekten und Ingenieure zu einer Informationsveranstaltung ein, die sich mit dem Thema der Beseitigung und Vermeidung von Feuchteschäden an Gebäuden befasste. Anlass dieser Veranstaltung war eine vorausgegangene Studie des Aachener Instituts für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik, die festgestellt hat, dass Schäden an erdberührten Bauteilen an dritter Stelle der Baustatistik stehen. Diese Schäden werden durch Fehleinschätzungen der zu erwartenden Wasserbelastung und der daraus resultierenden falschen Auswahl an Schutzmaßnahmen verursacht. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, bot das AFA-Architekturmagazin in Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen, die sich unteranderem auf das Thema der Gebäudeschadensvermeidung spezialisiert haben, ein informatives Programm an. Besonderen Anklang erhielt es ebenfalls von den Architektenkammern Nordrheinwestfalen und Hessen, die dieses Seminar als Fortbildungsmaßnahme mit vier Unterrichtsstunden anerkennen ließen.

Die Veranstaltung wurde im Kongresszentrum des Technologieparks Köln arrangiert, das sich besonders durch seine attraktive Lage auszeichnet. Neben kostenlosen Parkmöglichkeiten, die von dem Veranstalter offeriert wurden, konnten die Teilnehmer sowohl problemlos mit der S-Bahn als auch mit dem Bus vom Kölner Hauptbahnhof aus anreisen. In einem mit modernster Bild- und Medientechnik ausgestattetem Rahmen erhielten die über hundert Interessenten die Möglichkeit, sich über die wichtigsten Neuheiten in der Schadensvermeidung zu informieren. Bereits vor Beginn des Seminars konnten die Teilnehmer an den Ausstellungsständen der referierenden Unternehmen, AIA AG, Dörken GmbH & Co.KG, Dallmer GmbH & Co.KG sowie der Wismar International Graduation Services GmbH Informationen sammeln und Broschüren besichtigen.

Um 8.45 Uhr wurde das Seminar durch die Begrüßung des Herausgebers des AFA-Architekturmagazins Herrn Frank Pawlak offiziell begonnen, der darauf anschließend das Wort an den ersten Referenten des Tages übergab. Ulrich Langen, der Geschäftsführer der Architektenversicherung AIA AG, leitete die Veranstaltung durch seinen Vortrag über Rechtsschutz bei Bauschäden ein und schaffte es mit Humor und anschaulichen Praxisbeispielen, dieses nüchterne Thema auflockernd und ansprechend zu gestalten. In seiner Ausführung beschäftigte sich Ulrich Langen mit haftungs-und versicherungsrechtlichen Aspekten von hochwertig genutzten Untergeschossen und wies darauf hin, dass jeder Architekt die Aufgabe besitzt sich mit dem rechtlichen Umfeld seines Berufs vertraut zu machen. Er zeigte den aktuellen Stand der Gesetzgebung sowie der Rechtsprechungen auf und erklärte den interessierten Zuhörern, auf welche Art sie am besten Verträge gestalten und welchen Versicherungsschutz Architekten und Ingenieure wirklich benötigen. Im Anschluss folgte das zweite Referat von Arne Witzke, staatlich geprüfter Bautechniker und technischer Berater der Dörken GmbH & Co.KG, welche seit über vierzig Jahren ein zuverlässiger Partner für Architekten, Planer und Bauherren ist. Unter dem Markennamen DELTA bietet sie innovative Lösungen für individuelle Anforderungen in den Bereichen der Sicherheit, der Energieeinsparung sowie der Abdichtung im Hoch-, Tief- und Ingenieurbau an. Der Vortrag von Herrn Witzke befasste sich mit dem Thema „Abdichtung im Grundmauerschutz nach DIN 18195“ und er betonte hier besonders, dass die Wahl der Abdichtungsart erst nach der genauen Festlegung der Bodenart möglich sei und stellte verschieden Abdichtungsarten mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

Nach diesen ersten anspruchsvollen Beiträgen, folgte eine einstündige Pause, in der die Teilnehmer sich am kulinarischen Buffet stärken und sich untereinander in geselliger Atmosphäre austauschen konnten. Neben dem Buffet besuchten die Teilnehmer auch sehr rege die Ausstellungsstände, an denen die Referenten nicht nur ihre Produkte präsentierten, sondern auch für Nachfragen und Beratungen der Interessenten zur Verfügung standen. Als besonderes Highlight stellte sich die Automobilausstellung heraus, die sich im großen Pausensaal befand. Die La Linea Kraftfahrzeughandelsgesellschaft präsentierte den Veranstaltungsgästen ihre aktuellen und innovativen Fahrzeuge der Marke VOLVO, die besonders durch ihr skandinavisches Design bei den Architekten gefallen fanden.

Nach der Pause kamen die Zuhörer wieder im Vortragssaal zusammen, um sich den nächsten beiden Referenten interessiert zuzuwenden. Herr Ralf Wagner, Dipl.-Ing. Architekt und Architektenberater der Dallmer GmbH & Co.KG, referierte über das Thema der sicheren Bodenablauf Entwässerung und stellte die Regelwerke Verbundabdichtungen gemäß dem ZDB-Merkblatt 1/2010 und Bauwerksabdichtungen nach DIN 18195 vor. Daran anschließend zeigte er praxisbezogene Lösungen sowie detaillierte Abdichtungsvarianten auf und beschrieb die Abhängigkeiten von Bodenaufbauten und Ablaufsystemen. Herr Wagner beendete seinen Vortrag in dem er noch wichtige Hinweise zur Montage- und Konstruktionsweise an die Zuhörer weiter gab. Als abschließender Programmpunkt wurde der Fernstudiengang „Master Bautenschutz“ der Wismar International Graduation Services GmbH von dem Herausgeber Frank Pawlak vorgestellt. Er informierte die teilnehmenden Gäste über das spezielle Angebot dieses berufsbegleitenden Studiums, dass in einer voraussichtlichen Gesamtdauer von vier Semestern absolviert werden kann. Es wurde von der Hochschule Wismar speziell auf die branchenspezifischen Bedürfnisse erarbeitet und kann nur von Personen besucht werden, die bereits über ein abgeschlossenes Bachelorstudium und Berufserfahrung verfügen. Nach diesem letzten informativen Vortrag endete die Veranstaltung um 15.15 Uhr und die teilnehmenden Gäste hatten noch die Möglichkeit sich persönlichen untereinander und mit den Referenten auszutauschen. Das Feedback der Teilnehmer war allseits positiv und die Veranstaltung stellte einen vollen Erfolg dar.

Bilder der 1. Veranstaltung:  

Das Streben nach Höhe. Wolkenkratzer im Wandel

Höher hinaus – so das Dogma im 20. Jahrhundert, in dem bislang undenkbare, nadelartige Konstruktionen die Architektur kennzeichnen, die als unübertreffbares Symbol für die Dominanz vereinfachter Stahlbautechniken, aber auch für Kapitalmacht galt, und deren Bauten Monumente nationaler Größe repräsentierten. Prestigeträchtige Aspekte, denen isoliert stehende Stahlgiganten durch effiziente Nutzung von Vertikalität auf restriktiven Grundstücksflächen wachsender Wirtschaftszentren auf vermeintlich brillante Weise Rechnung trugen. Sind in der zeitgenössischen Architektur jene Dispositionen der Hochhaus-Typologie noch relevant, offenbart sich das Streben nach Höhe in erweiterten Formen: Multidimensionale Strukturen und die überspitzte Ästhetik von Transparenz und Durchlässigkeit – als Kontrapunkt zur Geschlossenheit gemeinhin als modern geltender Bauten – dominieren heute die Entwürfe. Im Licht lauter werdender Ansprüche auf offene, interagierende Räume, bei immanentem Bedürfnis nach Individualsphäre und Identität, stellt sich die Frage: Brauchen heutige Stadtbilder noch die – mitunter lediglich symbolische und übersteigertem Geltungsdrang ihrer Schöpfer unterliegende – Präsenz von Wolkenkratzern und welche neuen Wege beschreiten wir?

Wenn nach Lampugnani heutzutage eine „Architektur des menschlichen Geistes“ herrscht, die gesellschaftlichen Bedürfnissen ein Gesicht gibt, eröffnet dies im Kontext des Hochhausbaus die Suche nach neuartigen Lösungen zur sinnvollen Befüllung und Bespielung überdimensionaler Volumina. Blickt man auf stahlgewordene Ideen unserer Zeit, die in Bezug auf die sich verändernden Werten in puncto Freiheit und Flexibilität wachsender Stadtgesellschaften gerecht werdenden Architektur den Schattenriss von Millionen-Metropolen zeichnen, ist die Aufgabenstellung komplex: Äußerliche Gestalt wie innere Raumprogrammatik fusionieren mehr denn je durch das Postulat nach heterogenen Nutzungsmöglichkeiten. Geht es nicht länger lediglich um lineare und punktuelle Schichtung von Geschossen, ist unter Beibehalt großer Maßstäbe und Nutzung neuer technischer Umsetzbarkeiten die zunehmende Bedeutung horizontaler Achsen evident – ebenso erhalten Verbindungen und Schnittpunkte höhere Signifikanz. Zahlreiche Architekturbüros suchen gerade in einer Zeit digitaler Technologien klassische Skelettkonstruktionen mit von Natur inspirierten, skulpturalen Elementen und Formen zu beleben und diese unter Einfluss zeitgenössischer Kunst sowie aktueller urbaner Lebensformen und Funktionsansprüche zu transformieren. So integriert sich der Lilium Tower Zaha Hadids mit 260 Metern Höhe in die Kulisse Warschaus, bleibt jedoch aufgrund seines kontrastierenden Designs als imposantes Kunstwerk wahrnehmbar: Bilden die Ecken des quadratischen Kerns zu vier Seiten diagonale Wände aus, sind diese jeweils verbunden durch konkav schwingende Flügel, die in ihrem Grundriss einer geöffneten Lilienblüte nachempfunden sind. In die Tiefe des Raumes verschleiert die gänzlich in Glas gehaltene und plastischen Formen folgende Doppelfassade die innere Kernstruktur. Herausblickend scheint die fragile Außenhaut aufgelöst, gibt ein nahezu rahmenloses Panorama auf die polnische Hauptstadt frei und spiegelt es nach außen wie innen wider. Öffentlicher Raum und Privatsphäre sind voneinander getrennt – und sind es doch nicht.

Ebenso entstehen mit Green Buildings dynamische Bauwerke, die danach streben, Monochromie und Materialität mittels artifiziell implementierter Natur zu tarnen oder durch deren Eindringen in den Betondschungel als Blickmagneten zu fungieren. Projekte wie das Peruri 88/Jakarta von MVRDV beweisen, dass dies in vertikaler Dimension möglich ist: Konzipiert als ‚Stadt in der Stadt’ beherbergt der Komplex eine Vielzahl an sonst rar gesäten Grünflächen und Gärten. 400 Meter ragt der Turm empor, blickt man von oben auf den Giganten, lässt das üppig sprießende Grün, das Dachterrassen der mehr als zehn verschiedenförmigen und unregelmäßig gestapelten Einzelbauten in lebendige Dschungel aus heimischen Pflanzen verwandelt, seine Dimensionen kaum erahnen. Die einzelnen Gebilde des vertikalen Quartiers unterliegen strengen formalen Rastern: Alle quaderförmig, in unterschiedlichen Ausrichtungen, minutiös durchplant, um mit einer Gesamtfläche von 360.000 Quadratmetern vielfältigen Funktionsansprüchen Raum zu geben. So multidimensional Peruri 88 in der äußeren Gestalt wirkt, ist es auch im Innern: Wohnungen, Büros, Hotel mit Parkhaus sowie Standesamt und Moschee sind auf 88 Etagen ebenso zu finden wie Kinos, Freiluft-Theater, Pools und Restaurants. Als Begegnungsort fungiert das Einkaufscenter mit zentralem Platz, der das Setting des indonesischen Eilands durch Wasserbecken und Landschaften reflektiert. Legen Entwürfe wie Urban Forest/Chongqing (MAD) oder Seeds of Life/Kairo (Mekano Studio) Schwerpunkte auf neue Naturerlebnisse beziehungsweise die Symbiose aus Wohnen und landwirtschaftlicher Nutzung, zielt SURE Architecture in Struktur wie Formensprache seines jüngsten Entwurfs The Endless City in Height für das Londoner Shoreditch auf gesellschaftliche Interaktion. Zwei dem hexagonalen Grundriss folgende Rampen winden sich rotierend um den Turm – kontinuierlich, als entwickelten sie ihr Umfeld in vertikaler wie horizontaler Folge fort. Sinnbildlich, aber auch pragmatisch stehen über den inneren Hohlraum führende Brücken für Kommunikation und sozialen Austausch, lassen auf den Ebenen befindliche Geschäftsstraßen, Büros und Parks in Dialog treten, machen sie erlebbar. Ein offenes, von Licht und Grün durchwirktes Gebilde entsteht – eine elementare Prämisse, die ebenso die gläserne Fassade erfüllt, stellen fließende Sichtbeziehungen doch grundlegende Parameter dar. Unter Vermeidung starrer Winkel zeichnen sich die additiven Ebenen durch lebendig-fließende Plastizität aus. Durch geschwungene, auskragende und scheinbar schwebende begrünte Terrassen, geschossübergreifende Innenhöfe, variierend in Höhe und Breite zugunsten einer Verschmelzung der Ebenen und Akzentuierung der Horizontalen, fungieren Freiflächen als Schnittstellen zwischen Stadt und Garten. Die Hochhaus-Silhouette windet sich aus ihrer architektonischen Form – freie Räume kulminieren in Bewegung von Luft, Wind, Licht und Grün. Green Buildings scheint eins gemein: Äußerlich visueller Ruhepol, von innen heraus durch die Anmutung natürlicher Landschaften Outdoor-Erlebnis. Bereits Howard fordert im Konzept der Garden City (1902), dem Menschen solle der Blick auf Blumen und Gärten gewährt sein. Auch Le Corbusiers Ville Radieuse (1930-33) greift dies auf: Luft, Licht, Grün, drei wesentliche Freuden des Menschen, sollten in geballten Stadträumen präsent sein, nicht zuletzt durch Rückgewinnung bebauter Flächen durch Transponieren dieser auf Dachgärten. Dennoch, die in Green Buildings intendierte Nachhaltigkeit scheint sich mehr als eine gesellschaftliche zu definieren als eine im ökologischen Sinne. So stellt die Gesamtheit für High-Tech-Bauten verwendeter Ressourcen und Materialien trotz späterer energieeffizienter Wirtschaftlichkeit eine klimaneutrale Bilanz infrage.

Mehr als um endloses Vertikalstreben mäandert der Diskurs zu Wolkenkratzern des 21. Jahrhunderts um Fragen zu Kontinuität und Offenheit lebenswerter Räume. Die Vielfalt an Stilen und Städtebaumodellen fordert Architekten heraus, Monotonie und Fragmentierung im Stadtbild entgegenzuwirken, ohne bestehende Vorbilder nur zu imitieren. Doch bergen (grüne) Wolkenkratzer Risiken, forcieren sie mitunter rückläufige Tendenzen, die Natur, nicht nur deren Abbilder, zu rezipieren. Doch wohnt der Hochhausarchitektur ein – nach Herzog durch Globalisierung begünstigtes – Potenzial für Großstädte inne, haben sie bei Vermeidung alter Bausünden die Chance, sich in regionaler, kultureller und identitätsstiftender Sicht neu zu definieren. Einen Vorstoß wagt BNKR Arquitectura mit dem Earthscraper, der durch eine neue Typologie dem Höhenstreben ein kritisches Timbre verleiht. Als Antwort auf das Höhenlimit von acht Etagen in Mexico City graben sich 65 Geschosse pyramidal 300 Meter tief in das Erdreich. Unter der auf Straßenniveau gespannten Glashaut beherbergen sie Museen, Wohnraum sowie Büros. Ob in Höhe oder Tiefe – Wolkenkratzer müssen künftig als experimentale Plattformen dienen, die sich gekleidet in zeitgemäße architektonische Gewänder mit der Wahrnehmung stetig verändern.
Autorin: Laura Stillers, B.A.

Architekturreise Dubai

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Die Vereinigten Arabischen Emirate bestehen aus sieben Staaten. Dubai ist die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats und befindet sich am Persischen Golf. Sie ist mit 2,106 Millionen Einwohnern die größte Stadt aller Emirate.

„Dubai“ bedeutet Treffpunkt. Dies lässt vermuten woraus sich diese Weltstadt einst entwickelt hat. Bis 1971 war sie politisch ein Protektorat Großbritanniens. Als England die Region der Souveränität überließ, vereinigte sich Dubai mit Abu Dhabi, Sharjah, Ajman, Umm Al Quwain, Fujairah und Ras Al Khaimah zur Föderation der „Vereinigten Arabischen Emirate“ (VAE), die sich über eine Fläche von insgesamt 83 600 Quadratkilometern erstreckt. Seit dieser Zeit ist es das Ziel, Dubai zu einem der größten Häfen am Persischen Golf auszubauen. Zu diesem Zweck wächst die Stadt insbesondere seit den 1990er Jahren rasant.
Etwa 90% der Einwohner kommen aus dem Ausland. Darunter finden sich hauptsächlich Asiaten aus angrenzenden Ländern, aber auch Europäer. Die allermeisten sind nach Dubai gekommen um dort zu arbeiten.
Die unzähligen Baustellen sorgen seit Jahrzehnten dafür, dass Teile der Wüste zu künstlichen Oasen umgebaut werden und auch das Meer sozusagen „verstädtert“ wird, indem es als Bauland nutzbar gemacht wird. Hinterher hinken hingegen Stadtplanung, Infrastruktur und das Verkehrssystem. Radwege scheint es nicht zu geben und mancher Fußweg endet an einer Autobahn. Auch die Qualität der Architektur wird von Vielen, als nicht so geschmack- und qualitätvoll empfunden wie jene des Nachbar-Emirats Abu Dhabi, dabei gibt es einiges Sehenswertes in der Stadt zu erkunden.

Wer nach Dubai reist, wird sich bereits bei der Ankunft mit dem Flugzeug in einer der Superlativen der Stadt wiederfinden: dem Dubai International Airport, einem der größten Flughäfen der Welt, der mit seinem neuen Terminal 3 einen ersten Eindruck des Reiseziels vermittelt. Sofern man mit der Fluglinie „Emirates“ gereist ist, findet man in diesem Terminal Luxusgeschäfte, Nobelrestaurants, drei Spas und zwei Zen-Gärten zum Entspannen – und das inmitten der eigentlich stressigen Flughafenhektik. Zusätzlich entsteht derzeit in nur 40 Kilometern Entfernung der Dubai World Central International Airport, welcher bis 2020 der größte Flughafen der Welt werden soll.

Wenn man sich zunächst weiter an die Superlativen der Stadt halten möchte, dann ist eine Besichtigung des größten Gebäudes der Welt, dem Burj Khalifa auf dem Emaar Blvd unumgänglich. Der Burj Khalifa wurde nach Plänen des Architekten Adrian Smith vom amerikanischen Architekturbüro Skidmore, Owings and Merrill (SOM) gebaut. Seit April 2008 ist er mit 828 Metern das höchste Bauwerk der Welt. Das Gebäude verfügt über 163 nutzbare Etagen, in denen ein Hotel, Büros, Restaurants, Wohnungen sowie Fitness- und Wellnessanlagen untergebracht sind. Besucher haben die Möglichkeit in der 124. Etage in einer Höhe von 452 m eine Aussichtsplattform mit Außenterrasse zu besuchen. Es handelt sich hierbei um die zweithöchste Aussichtsplattform der Welt. Es empfiehlt sich der Ticketerwerb vorab im Internet, da die Preise vor Ort wesentlich teurer sind.
Es wurden insgesamt 330.000 Kubikmeter Beton sowie Stahl und andere Materialien verbaut. Einige tausend Tonnen Stahl der oberen Geschosse sind Recycling-Stahl, der aus dem abgerissenen Palast der Republik in Berlin stammt. Der Grundriss des Gebäudes basiert auf einem Y-förmigen Grundriss. Drei Gebäudesäulen stützen sich gegenseitig ab. Die sechseckige Achse in der Turmmitte ist stabil gegen Verwindung und nennt sich „buttressed core“ (‚abgestützter Kern‘). Dank dieser Neuartigen Konstruktionsweise, konnte diese bisher unübertroffene Höhe erreicht werden.

Ein weiteres Bauwerk, das schon nach kurzer Zeit als eines der Wahrzeichen der Stadt gelten kann, ist das 321 m hohe Luxus-Hotel Burj Al Arab, das von Tom Wright, einem Mitarbeiter der englischen Ingenieurfirma Atkins entworfen wurde. Der Entwurf ist einem aufgeblähten Segel nachempfunden. Hiermit soll auf die Bedeutung Dubais als Seehandelsmacht hingewiesen werden. Dadurch dass das Gebäude mit einem Abstand von 300m vor Dubais Küste ins Meer gebaut wurde wird der Eindruck eines vorbeiziehenden gigantischen Segelschiffs unterstützt. Alleine der Bau dieser künstlichen Insel hat etwa 2 Jahre gedauert. So lange brauchte man, bis das Erdreich die Kräfte aus den bis zu 45 m tiefen Fundamenten aufnehmen konnte.
Es war der ausdrückliche Wunsch des Bauherrn, der Jumeirah Hotelgruppe, ein Gebäude mit Wahrzeichencharakter zu erschaffen. Es ist zwar nahezu unmöglich, das Gebäude zu besichtigen, da man es nur betreten darf, wenn man dort wohnt, jemanden besucht oder einen Platz in einem Luxusrestaurant reserviert hat, aber auch schon von außen bietet es ein imposantes Fotomotiv.

Neben diesen und anderen berühmt gewordenen Gebäuden in Dubai gibt es aber auch vergleichsweise kleine aber feine Perlen zu entdecken. Ein Architekturbüro, das u.a. auch in Dubai zwei Büros unterhält sind NAGA architects, designers & planners. Ihre Architektur mutet vergleichsweise „europäisch“ an, denn sie haben sich in der Hauptsache einem schlichten, klassischen Stil verschrieben, den man aus hiesigen Breiten gut kennt. Gleichzeitig sind Sie an Nachhaltigkeit in der Architektur interessiert und erklärte Vertreter der „green architecture“. Diese Denkweise ist in Dubai nicht der Normalfall. Ein Umdenken vom bisher sehr großzügigen Umgang mit Energie hin zu einem Ressourcensparenden findet erst seit der jüngeren Vergangenheit statt. Es bleibt abzuwarten, ob langfristig ein ernsthaftes Umdenken in Richtung ressourcenschonendes Bauen stattfindet. Derzeit sieht es eher danach aus, als würde die Lösung in Atomenergie gesehen, da seit 2013 das erste Atomkraftwerk der VAE in Abu Dhabi gebaut wird, das 2017 ans Netz gehen soll.

Sehenswerter Wohnungsbau von NAGA ist das „wasl square project“ in der Nähe des Safa Parks. Entlang der flankierenden Hauptstraßen findet man140 Einheiten schlichten modernen Wohnungsbau über drei Geschosse mit Gewerbeeinheiten und Tiefgaragen. In zweiter Reihe befinden sich 130 so genannte „Townhouses“ sowie Grünzüge und Gemeinschaftseinrichtungen.
Ein weiterer Wohnungsbau von NAGA, der mit seinen filigranen, scheibenartigen Fassadenelementen an die holländische DeStijl Kunst und Architektur erinnert, insbesondere an das Rietfeld Schröder Haus, sind die Las Casas in Jumeirah Village in Süd Dubai.
Bei dieser für Dubai eher ungewöhnlich schlichten Architektursprache, kann man gespannt sein, was NAGA architects dank eines gewonnenen Wettbewerbs aus ihrer Möglichkeit machen, einen Bereich der Jebel Ali Palm zu entwerfen. Hierbei handelt es sich neben „The Palm, Jumeirah“ um den zweiten ins Meer gebaute Stadtteil Dubais, der nach in Form einer Palme angelegt wird.

Wer neben dem Überangebot an moderner Architektur auch einmal eintauchen will in das ursprüngliche Dubai, dem sei ein Ausflug in die Souks (arabischen Märkte) in der Innenstadt nahe des Dubai Creek oder in die renovierte Altstadt Bur Dubai auf der Südseite des Creeks empfohlen. Beim Dubai Creek handelt es sich um die 14 km lange und 100 bis 300 m breite Bucht, die die Stadt in zwei Teile aufteilt. Die Bucht kann von Personen mittels Fähren oder über die peripher gelegenen Brücken überquert werden.
Wenn man Dubais traditionelle Seite entdecken möchte, dann sollte auch auf keinen Fall der Besuch einer Moschee versäumt werden. Hierfür eignet sich besonders die Jumeirah Moschee. Diese Moschee ist die einzige, die Ihre Tore im Rahmen von Führungen auch für Andersgläubige öffnet. Sie befindet sich an der Al-Jumeirah Rd. und wurde in den Jahren 1975 bis 1978 durch die Herrscherfamilie Maktoum für den Stadtteil Jumeirah errichtet. Als Vorbild diente die Mohammed-Ali Moschee in Kairo. Die Jumeirah Moschee wurde im mittelalterlichen Stil der Fatimiden ganz aus Stein erbaut und beeindruckt in Ihrem Inneren mit kunstvoller arabischer Kalligrafie. Insgesamt verfügt sie über 5 Kuppeln und 2 Minarette und bietet bis zu 1.200 Menschen Platz.

Abschließend sei noch eine Kategorie „Bauwerk“ erwähnt, die sich in Dubai besonderer Beliebtheit erfreut: Bushaltestellen. Gleichgültig ob man mit dem Bus unterwegs ist oder nicht, empfiehlt sich ein Besuch gerade in den Sommermonaten zwischen Mai und Oktober, wenn die Temperaturen nicht selten die 40 Grad überschreiten. Der große Vorteil dieser Räume liegt nämlich darin, dass sie klimatisiert sind.
Autorin: Eva Kruse-Bartsch

Bjarke Ingels Group: Porträt (AFA-Ausgabe 01/2014)

Jung, mutig und erfolgreich. So lässt sich in etwa das Team um Bjarke Ingels beschreiben. Nicht bereit zwischen den Kontrahären utopisch und pragmatisch zu differenzieren, wählen die motivierten, jungen Dänen den Weg, der beide Bereiche gleichermaßen abdecken soll. Seit 2005 leitet der 39-jährige Bjarke sein etwa 76-köpfiges Architekturunternehmen unter dem Namen BIG. Doch bereits 2001 erlangt er mit seinem ersten Büro PLOT und zusammen mit seinem damaligen Unternehmenspartner Julien de Smedt, internationale Aufmerksamkeit. Grund dafür sind Bjarkes idealistische Grundsätze und sein daraus resultierender Ausdruck. Sein Stil: plakativer, Pragmatismus mit visionären Tendenzen. Seine Philosophie: „Yes is more!“ Sein Ziel: eine Architektur, die sich durch frische Ideen flexibel an aktuelle Bedingungen anpasst, so Orte generiert, die kompromisslos funktionieren und möglichst alle Bedürfnisse bedient. Das mag etwas utopisch klingen, aber genau das darf es auch. Denn Yes is more! Ja, zu einer Utopie die mit pragmatischen Ansätzen modifiziert, vielleicht zur Innovation werden könnte. Nachdem Ingels 1998 erfolgreich sein Studium beendet, arbeitet er zwei Jahre im Büro OMA für den ebenfalls populären Rem Koolhaas. Es ist durchaus naheliegend, dass seine architektonische Haltung zum Teil auch durch ihn inspiriert und geprägt wurde. Bjarke Ingels sieht es als die Aufgabe der Architekten, Gesellschaftskonflikte zu erkennen und anhand unkonventioneller Ideen zu stabilisieren. Er überträgt die Verantwortung der zukunftsorientierten Entwicklung ökonomischer, ökologischer und kollektiver Urbanität an Architekturschaffende. Der Maßstab, welchen er dabei an die Architektur stellt setzt neben Funktionalität gleichzeitig auch einen gewissen Hedonismus voraus, woraus sich sein innovatives Geschäftskonzept ergibt. Mit „Yes is more“ drückt Ingels sein Verständnis und seine philosophische Haltung zur Architektur aus. Ja zu mehr…Mut, Größe, Stärke und Kraft. Dieser Grundgedanke findet sich auch in der Abkürzung des Unternehmens „BIG“ wieder-die eigentliche Abkürzung für „Bjarke Ingels Group“, die noch weitere Interpretationen zu lässt. So könnte „BIG“ auch für Großdenker stehen. Kreative, mutige Menschen, die es verstehen über die konventionellen Grenzen hinauszudenken, um neue Möglichkeiten für eine moderne, evolutionierte Gesellschaft zu schaffen. Oder für Großes, im Sinne von Großes erschaffen wollen mit möglichst viel AussageKRAFT. Aber vor allen Dingen sagt die Architekturgruppe auch Ja, zur Realität. Mag sie manchmal auch noch so rau sein. Für Ingels bedeuten Hindernisse Herausforderung. Erst durch die nüchterne Auswertung gegebener Tatsachen, kann auf Missstände positiv reagiert werden. Die Aufgaben der Architektur formulieren sich grundsätzlich immer aus den Bedürfnissen einer Gesellschaft. Finden soziale Veränderungsprozesse statt, müssen sie erfasst und untersucht werden, denn mit ihnen verändern sich auch die Interessen der Menschen. Dabei sind Lebensgewohnheiten, Rollenverteilung, Wertesysteme und Familienstrukturen zu betrachten. Aktuelle Tendenzen dieser neuen Urbanität finden sich in dem Wandel der work-life-balance, Transparenz, Globalisierung und Mobilität. Zu beobachten ist beispielsweiße eine zunehmende Homogenisierung der privaten und öffentlichen Zonen des Lebens. Bürounternehmen beispielsweiße, bieten ihren Angestellten immer häufiger private Komfortangebote, was sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirkt. Umgekehrt wird Freelancern, die sich früher in home offices organisierten, durch Coworking Spaces eine neue Dimension des gemeinschaftlichen Arbeitens ermöglicht. Was sich früher auf die private Zone beschränkte, wird heute auch in öffentlichen Bereichen angeboten. Und auf genau diesen Umstrukturierungsprozess, welcher auf der Evolution unserer Gesellschaft basiert fokussiert sich die Arbeit von BIG. Die Architekten untersuchen Potentiale des öffentlichen Raums und suchen nach zeitgemäßen Lösungen, die alle Lebensbereiche zu befriedigen versuchen. Ein Beispiel ist das Mountain Dwellings Projekt in Kopenhagen, das im Jahr 2008 fertig gestellt wurde. Das Projekt verknüpft ein attraktives Wohnangebot mit Bereichen öffentlicher Nutzung. Bjarke Ingels wirkt der ebenen Landschaft Dänemarks mit einer raffinierten Architektur entgegen. Er schiebt Parkhausfunktionen und eine Sporthalle unter die 80 Wohneinheiten, was zu einer Abtreppung der Hofhäuser über elf Geschosse führt. Damit wird jeder Einheit ein attraktiver Ausblick und eine unverschattete Südseite garantiert. Gleichzeitig entsteht unter dem Hang aus Wohnmodulen Raum für mehrgeschossige Nutzungen, wie das Parkhaus und die Sporthalle. Diese Bereiche werden von Norden erschlossen und belichtet. In diesem Entwurf zeigt sich die Motivation Gegensätze zu vereinen. Eine dichte Reihenhausbebauung schließt den Vorzug einer Gartenlandschaft nicht aus. Eine ebene Topografie schließt den Vorzug der Hanglage nicht aus. Um einen Eindruck vom kreativen Repertoire der Architekten, zu gewinnen seien auch nicht realisierte Arbeiten erwähnt. Ein nennenswertes Projekt ist „die bewohnte Brücke“. Hier zeigt sich der philanthropische Leitansatz der BIG-Architektur. Um den Verkehrsproblemen Kopenhagens ohne einen finanziellen Mehraufwand entgegenzukommen, entwickelte das Team eine Brücke, dessen Tragstruktur auf Wohnmodulen basiert. In den oberen Etagen sind Parkebenen vorgesehen und der Abschluss bildet die Verkehrsebene ganz oben. Die Wohnungen profitieren von einer attraktiven Lage direkt auf dem Fluss mit großartigem Ausblick und die zusätzliche Nutzung als Verkehrsangebot dient zugleich den Mobilitätsinteressen der Stadt. Auch wenn der Entwurf nicht verwirklicht wurde, so zeigt er doch innovatives Potential und das wurde mit BIG’s erstem Patent belohnt. Verschafft man sich einen Überblick über die bisherigen Arbeiten der Bjarke Ingels Group, kann man eine Vorliebe für künstlich generierte Landschaften feststellen. So auch in einem Wettbewerb für eine Konzerthalle in Stavanger, Norwegen. Die Idee war es, das sonst nur einer elitären Minderheit vorbehalte Konzerthaus, für die breite Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Dies gelang anhand einer abgetreppten Fassade, Richtung Meer. Die Vorgaben im Zusammenhang mit den geforderten Hauptfunktionen, einer Konzerthalle und einem Veranstaltungsraum zielten auf zwei Baukörper ab. Die zum Teil in die Landschaft eingebetteten Volumen sind so positioniert dass sich aus dem Zwischenraum eine V-geformte Freifläche ergibt. Um einen Bezug von der Umgebung zum Meer herzustellen wurde dieser Freiraum arenagleich abgetreppt. Dahinter befindet sich die Lobby. Die Architekturgruppe dramatisiert die bereits vorhandene Topografie und integriert eher den Entwurf in die konzeptionelle Absicht. Bei Dunkelheit, wenn die Konzerthalle vorwiegend genutzt wird, entsteht eine strukturierte Fassadenoptik. Die Zwischenräume der Terrassierungen sind verglast und bewirken durch die Hinterleuchtung des Konzerthauses eine leichte, atmosphärische Transparenz. Am Tag steht die gleichermaßen als Fassade dienende Landschaftstreppe der Allgemeinheit zur Verfügung und bietet ein atemberaubendes Meerpanorama unter freiem Himmel. Der durch die Architektur entstandene Freibereich ist so gut inszeniert, dass er beispielsweiße auch für kollektive Veranstaltungen genutzt werden könnte. Leider hat sich auch diese Vision nicht durchgesetzt, konnte aber dennoch begeistern. Zurzeit wird auf der IBA in Hamburg ein Projekt der Bjarke Ingels Group unter der Überschrift „Maritimes Wohnen am Kaufhauskanal“ realisiert. Bis Ende 2014 sollen im ersten Bauabschnitt 60 von 130 Wohnungen fertiggestellt werden. Der Entwurf konnte durch Sensibilität hinsichtlich der umgebenden Bestandsbebauung, Energieeffizienz und städtebaulichen, differenten Freiraumqualitäten punkten. Neben diesem Projekt hat BIG aber noch viele weitere internationale Baustellen, welche die Erfolgswelle vorantreiben. Man kann sagen, angesichts dessen, dass Ingels ursprünglich hat Comics statt Architektur zeichnen wollen, ist ihm sein Weg zum Erfolg mehr als gelungen. In den kommenden Jahren wird man wohl noch so einige interessante Projekte aus Kopenhagens populärem Architekturbüro erwarten können.

Autorin: Tamara Scheck

Art Déco im Wiener Hotel Bristol

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Im Jahre 1892 als Hotel am Ring eröffnet, ist das Hotel Bristol für viele ein

Stück Wien. Seine Geschichte – sowie Gegenwart und Zukunft – waren und sind geprägt von großer Tradition und internationalen Gästen. Für diese Besucher sowie für alle Wienerinnen und Wiener wird das Hotel Bristol seit zwei Jahren in mehreren Phasen revitalisiert.

Das Ergebnis: Ab sofort bezaubern die Optik des neuen Restaurants „Bristol Lounge“ und der veränderten Lobby und tragen neben dem unverwechselbaren Art Deco-Stil des Hauses die Handschrift des international renommierten Hotel-Designers Pierre Yves Rochon. Sein umfangreiches Wissen über die europäische Klassik, vor allem den französischen Stil und die Kultur, finden sich in den Designs seiner Projekte wieder.

Seit Oktober 2012 stehen fünf exklusive Banketträumlichkeiten für Veranstaltungen mit zehn bis 350 Personen zur Verfügung. Der neue sogenannte ‚Gardenfloor‘ entstand nach umfassender Revitalisierung und reflektiert in harmonischer Weise das einzigartige Wiener Flair der Jahrhundertwende. Raumhohe Visualisierungen holen Wiener Institutionen wie die Gloriette oder den Park in Schönbrunn in die Salons. Gäste werden im eleganten schwarz-weißen Marmorfoyer empfangen, die exquisite Innenausstattung wird von imposanten Kristalllustern widergespiegelt. Elegantes Ambiente trifft modernste Technologie.

In den zehn Bristol-Suiten und –zimmern, ebenfalls gestaltet von Pierre Yves Rochon, prägen warme Ockertöne, Schwarz und Weiß den traditionsreichen und nun wieder belebten Art Déco Stil des Hauses. Feinster Marmor in den Eingangsbereichen und Bädern wurde mit edlen schwarzen Holzböden in den Wohn- und Schlafbereichen raffiniert kombiniert. Liebevolle Details, wie ausgewählte Dekorationsgegenstände auf dem Kaminsims oder auf den Tischen, vervollständigen die harmonische Gesamtkomposition.

Der überwiegende Charakter der beliebtesten Hotel-Bar Wiens ist im Wesentlichen geblieben. Dies wird vor allem durch den Erhalt der wunderschönen Wandvertäfelungen und durch die liebevolle Restaurierung der originalen Möbelstücke, wie zum Beispiel der Barhocker, deutlich. Allerdings hat Star-Architekt Pierre Yves Rochon mit der sanft-cognacfarbenen Decke sowie dem stylish-frechen Teppichboden im Leopardenmuster für neue Hingucker gesorgt.

„Wir bemühen uns stets, unseren Gästen das Gefühl zu geben, als hätten sie bei uns ein zweites Zuhause: Wer hier ein paar Stunden verbringt, findet nicht nur eine Oase der Erholung inmitten des geschäftigen Treibens im Herzen der Stadt (…)“, beschreibt Gerald R. Krischek die Stimmung, die sich beim Gast einstellen soll.

Weitere Informationen unter www.bristolvienna.com

Gentrifizierung Istanbul

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Istanbul- Eine globalisierte Stadt, zwischen Segregation und Mobilisierung. Wo der Charme historischer Architektur auf modernen Lifestyle trifft. Eine Stadt der Gegensätze und Vielfalt. Hier leben aktuell etwa 15 Millionen Menschen, unterschiedlichster Nationalität und Konfession. Dies ist zumindest die offizielle Zahl. Die Dunkelziffer wird fast auf ein Doppeltes geschätzt. Würde man die Bevölkerung gleichmäßig auf ganz Istanbul verteilen, würde sich die Bevölkerungsdichte auf etwa 2732 Einwohner je Quadratkilometer belaufen. Die Einwohnerzahl hat sich seit dem Jahr 2000 beinahe verdoppelt. Grund dafür ist vorwiegend der Wirtschaftsaufschwung, der Prognosen zu Folge 2014 weiter um etwa 4% wachsen soll. Mehr als 500 der bedeutendsten türkischen Großkonzerne sind hier ansässig. Hinzukommt die geopolitisch günstige Lage der Stadt, die sich als Tagungs-und Konferenzzentrum für NATO, IWF und G-8 anbietet. Allein das Tourismusgeschäft durch die Tagungsteilnehmer ist schon enorm. Die Tourismuszahlen haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht. Aber Istanbul ist auch Heimat der Creativ Class, die sich insbesondere in dem Szeneviertel Beyoğlu etabliert hat. An einem Ort der Konflikte, finden sie Material mit dem sie arbeiten können. Die Kreativen und Künstler lassen die Stadt pulsieren und geben ihr Identität. Aber genau dieser Aspekt machte den Stadtteil auch für Spekulanten, Investoren und das Aufwertungskonzept der Regierung interessant. Plötzlich müssen subkulturell organisierte Szenekneipen auf den Tourismus ausgelegten Bars und Modeboutiquen weichen. Beyoğlu wird mit seinem Überangebot an internationalen, angesagten Geschäften und Restaurants zum Herz der Stadt, das vor allem für eine bestimmte Gruppe von Menschen schlägt, für die Touristen. Seit den Gezi-Park Protesten ist klar, dass sich die Stadt in einer soziokulturellen Krise befindet. Die Bewegung kritisierte vorwiegend den Aspekt des autoritären Eingriffes in öffentlichen Lebensraum mit der Absicht Profit zu erwirtschaften. Bei den Demonstrationen formierten sich neben den unterschiedlichsten Initiativen auch diverse Künstlerkollektive, die versuchten die Stimme des Volkes zu vertreten. Der Park galt einst, wie viele andere nun bebaute Landschaftsflächen, als ein zu schützender Freibereich Istanbuls. Im Falle eines einsetzenden Erdbebens könnten sich die Bewohner auf diese Freiflächen flüchten. Betrachtet man nun die Tatsache, dass der Park jetzt stattdessen einem Shopping Center weichen muss, stellt sich einem durchaus die Frage nach dem eigentlichen Interesse des Großprojekts. Der Idealismus der Politik scheint im Konflikt zur Gesellschaftsideologie der Bevölkerung zu stehen. Denn Kapitalismus und Gewinnorientiertheit sind die Beschleuniger einer sich negativ auswirkenden Gentrifizierung. Am 10 Oktober 2013 fand in Berlin eine Vortagsreihe und Diskussionsrunde unter dem Thema ‚Istanbul-Verdrängung brutal‘ statt. Die Veranstaltung fokussierte den rasend schnell voranschreitenden Gentrifizierungsprozess in Istanbul und seine Auswirkungen. Dennis Kupfer spricht von einem totalitären Herrschaftsregime. Er bezieht sich auf die Vorfälle während der Gezi-Park Demonstrationen. Die Regierung ließ die friedlichen Proteste mit brutalster Vorgehensweise niederschlagen. Hier zeige sich die autoritäre Haltung der Politik. Aber nicht nur öffentliches Eigentum muss dem urbanen Transformationsprogramm weichen auch Privateigentum ist betroffen. Vor allem sogenannte Gecekondus sind der Regierung ein Dorn im Auge. Sie gelten als Schandflecken und besetzen wertvolles Kapitalland. Gecekondus sind Armenviertel, die häufig von Arbeitern, Migranten und Roma besiedelt sind. Die selbstgebauten Häuser wurden größtenteils ohne Baugenehmigung errichtet, galten aber dennoch bisher immer als von der Regierung geduldet. Doch die AKP hat nun mehrere neue Gesetzesgrundlagen verabschiedet, die den Abriss dieser Wohnviertel zu Gunsten eines finanzstärkeren und statushöheren Bevölkerungsmilieus rechtfertigen. Die staatliche Wohnbaugesellschaft TOKI ist bei der Umsetzung dieser Modernisierungsmaßnahmen Hauptakteur und unterliegt bis auf den Premierminister Erdoğan, keiner Kontrollinstanz, was beispielsweise die Haushaltsausgaben betrifft. Die Baugesellschaft ist auf Grund dessen in den vergangen Jahren vermehrt in die Kritik geraten. Die Gecekondus in Sulukule und Tarlabaşı mussten bereits den Erneuerungsprozess über sich ergehen lassen. Aktuell ist das in bester Lage am Bosporus gelegene Küçük Armutlu betroffen. In Sulukule beispielsweise lag der Kapitalertrag bei etwa 900.000 Lira. Die Grundstücke wurden für rund 40.000 Lira gekauft und für etwa 60.000 Lira bebaut. Verkauft werden konnten sie für bis zu einer Millon Lira. Durch die starke Nachfrage steigen die Renditen und somit der Ertrag an Immobilienkapital. Argumentiert wird mit dem Vorwand einer Erdbebenvorsorgemaßnahme. Laut Experten beträgt die Erdbebenwahrscheinlichkeit in den nächsten 30 Jahren immerhin 60%. Die Häuser würden einem Erdbeben nicht stand halten und es müssen Neue gebaut werden, so die Verantwortlichen. Die Betroffenen haben keine Wahl. Entweder sie verkaufen dem Staat ihr Grundstück und siedeln um in teure, weit entferntere soziale Wohnungsbauten, die ihnen zugewiesen werden oder ihnen droht die Obdachlosigkeit. So werden die Menschen der unteren Schicht in die Peripherie verdrängt. Im Gegensatz hierzu entstehen immer mehr Gated Communitys in Vierteln wie Levent für ein sehr finanzstarkes Milieu. Der Sapphire Tower ist ein Beispiel für ein vertical gated development. Der Wolkenkratzer ist 236 Meter hoch und beherbergt Luxuswohnungen, ein Einkaufszentrum, diverse Freizeiteinrichtungen, unter anderem einen Golfplatz und vertikale Gärten auf jeder dritten Etage. Das Gebäude soll das energieeffizienteste Hochhaus der Türkei sein. Aber es gibt auch zahlreiche horizontale Gated Communities in Istanbul, die sich über ein ganzes Gebiet erstrecken. Es handelt sich dabei um tatsächlich durch bauliche Maßnahmen abgegrenzte Stadtbereiche, die lediglich der finanzstarken Elite zugänglich sind. Sie sind Produkt der verstärkten Nachfrage einer statushohen Bevölkerungsgruppe, deren Anspruch sich an exklusiven Lebensstandards, Sicherheit und homogener Sozialstruktur misst. Der Prozess der Segregation ist offensichtlich. Sie behindert Integrationsprozesse und spaltet die Bevölkerung räumlich nach ihrem sozialen Status. Die Unterschicht wird abgeschoben und ausgegrenzt um der zahlungsfähigen Oberschicht attraktiven Lebensraum zur Verfügung stellen zu können. Mit der Planung diverser Großprojekte wie der dritten Bosporusbrücke und dem neuen Flughafen will die Regierung einerseits den Bausektor stabilisieren indem rund 15% der arbeitenden Bevölkerung beschäftigt ist und darüber hinaus die Metropole zur ‚Global City‘ avancieren lassen. Gesetztes Ziel ist es Weltzentrum für Wirtschaft, Kongresse, Finanzgeschäfte und Tourismus zu werden. Erst im Oktober vergangenen Jahres wurde der 1,4km lange Marmaray Tunnel eröffnet, der den Zugtransfer von der europäischen zur asiatischen Seite erleichtert. Ein Milliardenprojekt unter vielen mit dessen Gelingen sich der Regierungschef Erdoğan schmückt während gleichzeitig in genau derselben Stadt die sozial benachteiligte Schicht um das finanzielle Überleben kämpft. Man versucht die infrastrukturellen Probleme zu bewältigen und vernachlässigt dabei das Interesse für soziokulturelle Strukturmaßnahmen, die einen ebenfalls nicht zu unterschätzenden Prioritätsanspruch haben. Die immer stärker voranschreitende sozialräumliche Verdichtung bestimmter Randgruppen führt zu massiven Gesellschaftskonflikten die bald untragbare Ausmaße annehmen können. Es bleibt zu überlegen ob es für die urban-positive Entwicklung der Stadt nicht ratsamer wäre ein Teil des Staatskapitals in die Förderung kollektiver Sozialinteressen der in Istanbul lebenden Menschen zu investieren statt in Gigantenprojekte. Formen doch die Bürger das Stadtprofil, nicht die architektonischen Monumente. So avanciert Istanbul zur Megametropole, die sich an dem Überangebot von Luxusappartments und Shopping Malls zwar profilieren kann, aber zugleich an einem Defizit von Kommunikationsplätzen leidet, auf denen soziale Interaktion, kulturelle Produktion und multikulturelle Integration stattfinden könnte. Plätze, auf denen man Menschen die Möglichkeit gibt zusammen zu kommen, statt sich von einander zu differenzieren. Was der politischen Instanz nicht bewusst zu sein scheint, dass sie mit der Image-Polierung Istanbuls gleichzeitig eine Identitätskrise verursacht, die nicht nur das historische Erbe gefährdet sondern auch die Existenz derer, die Istanbul erst zu dem besonderen Ort machen, der er ist: Ein Ort der Vielfältigkeit und Perspektiven.

Autorin: Tamara Scheck