Bewohnte Immobilie wird aufgestockt

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Es ist sicherlich eines der außergewöhnlichsten Projekte zum Thema Bauen im Bestand: Im Pariser Vorort Vélizy wird zum ersten Mal in Europa eine bewohnte Immobilie nach oben aufgestockt und zusätzlich durch eine Tiefgarage erweitert.

Die Sicherheitsvorkehrungen bei diesem Projekt sind extrem hoch, um die Bewohner und alle ausführenden Gewerke optimal zu schützen. Während der zwölfmonatigen Bauzeit sichern aufwändige Gerüstkonstruktionen die komplette Baustelle. Alle Fassadenbereiche des gesamten Gebäudekomplexes wurden im Auftrag der bauausführenden Lacroix Grou¬pe GCBTP aus Nanterre mit Gerüsten aus dem Hause Harsco eingerüstet.

Besonderheit hierbei: Die Balkone mussten ausgespart werden, damit für mögliche Lösch- und Rettungs¬arbeiten ein schneller Zugang gewährleistet ist. Außerdem sorgen verschiedene Höhenzu¬gänge aus Harsco-Gerüstmaterial – beispielsweise Treppentürme und Hängestege – für einen sicheren Zugang zu den hoch gelegenen Arbeitsplätzen. Rund 160 000 Tonnen Gerüstmaterial sind auf der Baustelle im Einsatz – sowohl der Rah¬mengerüstklassiker Bosta wie auch das vielfältig verwendbare Modulgerüst Modex.

Beide Gerüstsysteme sind miteinander kompatibel und werden auf der Pariser Baustelle systemü¬bergreifend eingesetzt. Ihr Markenzeichen: hohe Stabilität, enorme Robustheit und optimale Sicherheit. Das bauaufsichtlich zugelassene Rahmengerüst Bosta 100 eignet sich insbesondere als 100 cm breites Arbeits- und Schutzgerüst an der Fassade. Es erfüllt alle Anforderungen der DIN EN 12811 in den Lastklassen 4, 5 und 6 sowie die Sicherheitsvorschriften der Berufsgenossenschaften. Es verkraftet Flächenlasten bis 600 kg/m² und Teilflächenlasten bis 1.000 kg/m². Dennoch sind alle Bauteile so leicht und handlich, dass eine Person für die zwangsläufig richtige Montage reicht. Rahmen, Geländerriegel, Diagonalen und Bordbretter werden werkzeuglos miteinander verbunden.
Das Modex-Modulgerüst eignet sich vor allem als Trag- und Raumgerüst, als Bewehrungs¬gerüst wie auch für Fassadenabstützungen und viele Sonderkonstruktionen. Außerdem las¬sen sich mit diesem System die unterschiedlichsten Zugangslösungen und Überbrückungen herstellen. Hohe Stabilität, leichte Montage und große Anpassungsfähigkeit zeichnen den ausgereiften Klassiker aus. Sein Grundprinzip ist der „Kraftknoten“: Im Raster von 50 cm sind so genannte Modex-Teller auf den Vertikalstielen angeordnet. Sie ermöglichen acht
Anschlüsse in horizontaler und diagonaler Richtung, die höchsten Belastungen standhalten und den Modex-Konstruktionen eine hohe Steifigkeit verleihen.
Auf der Pariser Baustelle verlässt man sich voll und ganz auf die hohe Sicherheit und Ein¬satzflexibilität beider Gerüstsysteme. Mit ihnen lassen sich alle anfallenden Sicherungs- und Zugangsaufgaben erfolgreich erfüllen.

Energiespeicher spielen zentrale Rolle bei der Umstellung auf dezentrale Energieversorgung

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Anlagen für die Erzeugung von elektrischer Energie aus regenerativen Quellen, wie Sonnen- oder Windenergie, haben in den vergangenen Jahren in Deutschland vor allem dadurch einen Boom erlebt, dass die garantierten Einspeisevergütungen relativ hoch waren. Um den aktuellen Kostensteigerungen bei den Strompreisen entgegenzuwirken, werden die Einspeisevergütungen aber sukzessive abgesenkt. Dadurch steigt der Anreiz, die selbst erzeugte Energie hauptsächlich für den eigenen Bedarf zu verwenden, weil die Einspeisevergütung unter dem aktuellen Preis für den aus dem Netz bezogenen Strom liegt. Außerdem ist speziell für kleinere Photovoltaikanlagen, die zwischen Januar 2009 und März 2012 in Betrieb gegangen sind, im Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ein finanzieller Anreiz für den Eigenverbrauch vorgesehen (Eigenverbrauchsvergütung).
Photovoltaik- und Windenergieanlagen haben einen Nachteil: Sie erzeugen nur dann Strom, wenn die Sonne scheint oder der Wind bläst. Diese Zeiten decken sich aber nicht unbedingt mit denen, in denen die elektrische Energie benötigt wird. Daher kann nicht immer der komplette selbsterzeugte Strom direkt verbraucht beziehungsweise der Bedarf gedeckt werden. Um den Eigenverbrauch bei solchen Anlagen zu erhöhen und den Autarkiegrad bei der Energieversorgung zu steigern, ist also eine Speicherung der elektrischen Energie notwendig.

Effiziente Speichermöglichkeiten für elektrische Energie
Elektrische Energie zu speichern, ist mit unterschiedlichen Methoden möglich. Im großtechnischen Maßstab ist eine Speicherung elektrischer Energie vor allem notwendig, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Hierfür kommen beispielsweise Pumpspeicherkraftwerke zum Einsatz, bei denen die elektrische Energie eingesetzt wird, um Wasser in ein höher gelegenes Speicherbecken zu pumpen. Wird elektrische Energie benötigt, strömt das Wasser aus dem Speicherbecken und treibt Turbinen an, die dadurch wiederum elektrische Energie erzeugen. Auch die Speicherung der Energie in Form von Schwungrädern oder Druckluftspeichern sind Möglichkeiten, die zur Netzstabilität beitragen. Aktuelle Feldversuche untersuchen die Herstellung von Wasserstoff oder Methan, das gespeichert oder ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Mit solchen Power-to-Gas-Anlagen kann bei der Umwandlung in Blockheizkraftwerken gleichzeitig Wärme zum Heizen erzeugt werden (Kraft-Wärme-Kopplung).

Für den Gebäudebereich setzt man überwiegend auf Akkumulatoren, die die elektrische Energie durch einen elektrochemischen Prozess speichern. Die älteste Form des Akkumulators – der Blei-Säure-Akkumulator – wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Seit etwa 20 Jahren steht mit dem Lithium-Ionen-Akkumulator ein elektrochemisches Speichermedium zur Verfügung, das verschiedene Vorteile im Vergleich zu Blei-Säure-Akkumulatoren hat, wie die höher erreichbare Energiedichte sowie die geringere Selbstentladungsrate.
Lithium-Ionen-Akkumulatoren sind in Mobiltelefonen und Laptops weit verbreitet und entsprechend erprobt. Auch für den Ausbau der Elektromobilität spielt der Einsatz dieses Speichermediums eine entscheidende Rolle. Daneben sind im Gebäudebereich auch Systeme gefragt, die elektrischen Strom in Wärme speichern. Wenn die Heizungsanlage beispielsweise mit einer Wärmepumpe arbeitet, kann die elektrische Energie aus Solar- oder Windkraft verwendet werden, um sie in Form von warmem Wasser zu speichern.

Batteriespeicher mit intelligentem Energiemanagement
Auf Basis der Batterietechnologie sind inzwischen neben Lösungen für größere Quartiere und Gewerbeeinheiten auch solche für kleinere Gewerbebetriebe und sogar für Ein-Familien-Häuser erhältlich. Die Speicherleistung kann vom einstelligen Kilowatt- bis zum Megawattbereich variieren. Davon hängt natürlich auch die Größe des Energiespeichers ab, für eine kleine Gewerbeeinheit ist sie etwa vergleichbar mit einem herkömmlichen Kühlschrank. Die geeignete Speichergröße wird unter anderem aufbauend aus Lastprofilen, Kosten-Nutzen-Analysen und Strompreisen ermittelt.

Eine intelligente Steuerung – ein so genanntes Energiemanagementsystem – sorgt dafür, dass mit dem selbst erzeugten Strom zunächst der aktuelle Bedarf gedeckt wird. Überschüssige elektrische Energie lädt dabei den Speicher auf. Erst wenn dieser vollständig geladen ist, speist das Energiemanagementsystem die weitere überschüssige Energie in das Versorgungsnetz ein. Beispielsweise nachts, wenn die Photovoltaikanlage keinen Strom erzeugen kann, versorgt der Energiespeicher die elektrischen Verbraucher. Erst wenn der Energiespeicher erschöpft ist, muss Energie aus dem Versorgungsnetz bezogen werden. Energiespeicher haben, wenn sich flächendeckend variable Strompreise durchsetzen, noch einen Vorteil: Durch das Laden eines Stromspeichers in lastschwacher Zeit und das Entladen bei Spitzenbedarf verringern sie den Strombezug in Zeiten hoher Strompreise.

Light + Building zeigt dezentrale Energiespeicher
Auf der Light + Building, die vom 30. März bis zum 4. April 2014 in Frankfurt am Main stattfinden wird, sind marktreife Lösungen für die dezentrale Energiespeicherung in Gebäuden ein zentrales Thema. Auf der Sonderschau „Smart Powered Building – Ihr Gebäude im Smart Grid“ werden zukunftsweisende Systemlösungen gezeigt, die Photovoltaik- und Windkraftanlagen mit dezentralen Energiespeichern wie Batterien oder Wärmepumpe verbinden und damit den Autarkiegrad der Energieversorgung in Gebäuden erhöhen. In interaktiven Computersimulationen können Fachbesucher energieoptimierte Lösungen für Gewerbegebäude abfragen unter Einbeziehung von Energieerzeugern, -verbrauchern, – speichern und der Anbindung an das Smart Grid. Die von der Messe Frankfurt mit Unterstützung des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) lancierte Sonderschau eignet sich zudem besonders gut als anschauliches Anwendungsbeispiel für die auf der Light + Building gezeigten Produkte und Lösungen aus den Produktbereichen Haus- und Gebäudeautomation sowie Elektrotechnik.

Ergänzend zu der Sonderschau demonstriert das E-Haus des ZVEH (Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke) in Halle 8.0 realitätsnah, welche Möglichkeiten intelligente Gebäude in Bezug auf Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit geben. Ebenso zeigt es multifunktionale und generationenübergreifende Gebäudekonzepte auf der Basis von Vernetzung.

 

Licht und Gesundheit: Die Wirkung dynamischer Beleuchtung auf den Menschen

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Lange wurde Licht lediglich auf seine Grundfunktion heruntergebrochen: Helligkeit zu spenden, um Sehaufgaben auch nach Sonnenuntergang nachkommen zu können. Inzwischen hat man die enormen Auswirkungen des Lichts auf den Menschen und seine Gesundheit erkannt. Licht bestimmt maßgeblich unser Wohlbefinden, es steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus und sorgt für verschiedenste Hormonausschüttungen im Laufe des Tages. Vor diesem Hintergrund kann Beleuchtung heute mittels moderner Lichttechnik beispielsweise in Krankenhäusern, Büros oder Schulen gezielt eingesetzt werden, um maßgeblich zur Genesung, Leistungs- oder Konzentrationssteigerung beizutragen.

Der dritte Fotorezeptor – Licht steuert die innere Uhr
Dass dies überhaupt möglich ist, ist einer Entdeckung zu verdanken, die Forscher erst vor rund zehn Jahren machten: Im Jahr 2002 entdeckten sie neben Zapfen und Stäbchen einen dritten Fotorezeptor im Auge, die sogenannten Ganglienzellen, die auf der Netzhaut verteilt sind. Das Ungewöhnliche daran: Diese Zellen dienen nicht dem Sehen. Sie sind stattdessen direkt mit einem Hirnareal verbunden, das unsere „innere Uhr“ steuert und den Körper und seinen Stoffwechsel auf die Aktivitäten am Tag und die Ruhe in der Nacht einstimmt. Forschungen haben ergeben, wie genau sich das Tageslicht auf unseren Körper auswirkt, dass wir mittags ein Leistungstief haben, nachmittags eher schmerzunempfindlich sind und morgens unser Kurzzeitgedächtnis am besten arbeitet. Da Menschen in einer industrialisierten und durch ein festes Zeitraster geprägten Gesellschaft in der Regel nicht ihrem natürlichen Biorhythmus nachgehen können, sind Beleuchtungslösungen gefragt, die sich in positiver Weise auf den Rhythmus des Menschen auswirken.

Wirkung von dynamischer Beleuchtung
Die Auswirkungen biologisch wirksamer Beleuchtung sind derzeit insbesondere für Büroarbeitsplätze interessant und werden in diesem Bereich zunehmend eingesetzt. Die sogenannte Tageslichtarchitektur setzt auf die möglichst intensive Nutzung des natürlichen Tageslichts, dem bei Bedarf Kunstlicht hinzugeschaltet wird. In Räumen oder Gebäuden mit wenig Tageslichteinfall kann hingegen der natürliche Tageslichtverlauf durch moderne Leuchtmittel und Lichtmanagementsysteme simuliert und damit der gleiche biologische Effekt erzielt werden: Am Morgen dient ein zusätzlicher Blauanteil der Anregung, hellblaues, konzentrationsförderndes Licht leuchtet am Nachmittag und eine sanftere Beleuchtung in Gelb- und Orangetönen begleitet in den Feierabend. Studien belegen, dass Mitarbeiter besser schlafen und am Tag leistungsfähiger sind, häufig geht auch eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens mit einher, was sich selbstverständlich auch auf die Arbeit und die Motivation auswirkt.

Eingesetzt werden sogenannte biologisch wirksame Beleuchtungslösungen natürlich auch im Gesundheits- und Bildungsbereich: Dynamische Beleuchtung wurde beispielsweise im Rahmen einer Studie in einem Seniorenheim in Österreich eingesetzt, in dem überwiegend Demenzkranke wohnen. Diese zeigen häufig einen unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus und wandern nachts ruhelos auf und ab. Die Forscher setzten eine Beleuchtungslösung ein, die verschiedene Lichtszenarien hinsichtlich Beleuchtungsstärke und Farbtemperatur abspielen kann. Das Ergebnis: Die Bewohner waren je nach Lichtstimmung aufmerksamer, kommunikativer und aktiver. Durch die Aktivität am Tag normalisierte sich häufig auch der Schlaf-Wach-Rhythmus, es wurden somit weniger Schlafmittel eingesetzt. Eine andere an einer Schule durchgeführte Studie zeigte, dass Schüler durch dynamisches Licht im Klassenzimmer konzentrierter arbeiteten oder beruhigt werden konnten.

Auf den Menschen abgestimmtes Lichtmanagement im „LifeCycle Tower One“
Dabei kommt es jedoch nicht nur auf die Helligkeit und die Lichtfarbe an. Auch Einfallswinkel, Dynamik sowie Anteile von direktem und indirektem Licht sind ausschlaggebend für eine wirkungsvolle Simulation des Tageslichtverlaufs und die biologische Wirkung des Lichts. Wie eine auf den menschlichen Rhythmus abgestimmte dynamische Beleuchtung in der Praxis aussehen kann, zeigt ein innovatives Bürogebäude im österreichischen Dornbirn. Der „LifeCycle Tower One“ ist das erste achtgeschossige Holzhybridhaus weltweit: So ist im Inneren die Tragwerkskonstruktion aus Holz sichtbar, während die Außenhülle aus Aluminium besteht. Passend zur nachhaltigen Bauweise wurde ein intelligentes Lichtmanagementsystem eingesetzt. Über einen Tageslichtmessknopf auf dem Dach des Gebäudes wird jederzeit der exakte Lichteinfall berechnet. Dementsprechend steuert das System nur bei Bedarf künstliches Licht für jeden Raum individuell hinzu. Auch Farbtemperatur und Lichtmenge lassen sich über vorab definierte Lichtstimmungen abrufen. Zur Energieeinsparung sind in dem Gebäude zudem Anwesenheitssensoren installiert, sodass Licht und Heizung nur aktiviert sind, wenn sie tatsächlich gebraucht werden. Neben den positiven Effekten auf den Menschen ermöglicht die maximale Ausnutzung des Tageslichts auch eine nicht unerhebliche Energieeinsparung. So können sich die Mehrkosten für die Installation und Konzeption einer dynamischen Beleuchtung vergleichsweise rasch amortisieren – nicht zuletzt auch durch motiviertere, leistungsfähigere und gesündere Mitarbeiter.

„Licht und Gesundheit“ gehört zu den Top-Themen der kommenden Light + Building vom 30. März bis 4. April 2014 in Frankfurt am Main. Auf der weltgrößten Messe für Licht- und Gebäudetechnik zeigen die internationalen Hersteller neben Leuchten und innovativer neuer Lichttechnologie auf Basis von LED oder OLED, Systeme zur intelligenten Lichtsteuerung, die eine dynamische auf die Bedürfnisse des Menschen zugeschnittene Beleuchtung erst ermöglichen.

Bauen für Kinder

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Seit die Bundesregierung den Rechtsanspruch für eine Kinderbetreuung von unter Dreijährigen beschlossen hat, herrscht ein wahrer Bauboom für Kindertagesstätten und Kindergärten. Bestehende Einrichtungen werden umgebaut, erweitert und auch neue Betreuungsstätten werden gebaut. Doch nicht nur an die Betreuung von unter Dreijährigen werden besondere Anforderungen gestellt. Auch die Bauaufgabe „Bauen für Kinder“ stellt an die beteiligten Planer und Architekten andere Ansprüche als bei herkömmlichen Bauvorhaben. Da die Kinder Hauptnutzer der zu schaffenden Räume sind und eine deutlich andere Statur haben als Erwachsene, darf sich die Planung nicht nur an den Erwachsenenmaßstäben orientieren. Wichtig ist hier auch einmal den Standpunkt des Betrachters zu wechseln und die Planung mit den Augen eines Kindes zu sehen.

Neben den erhöhten Ansprüchen an die Unfallsicherheit ist vor allen Dingen die Größe der Kinder zu beachten. Sanitärobjekte die auf Normhöhen eingebaut sind, können Kinder nicht optimal nutzen. Daher ist es angebracht die Einbauhöhen auf eine passende Nutzungshöhe für die Kinder abzustimmen. Das beginnt bei den Sanitärobjekten und zieht sich über das Mobiliar bis hin zu den Brüstungshöhen der Fenster hin. Eine reguläre Brüstungshöhe eines Fensters beträgt in der Regel 90 cm. Das entspricht in etwa einer Körpergröße eines Dreijährigen Kindes. Demnach könnten die Kinder nicht ohne ein Hilfsmittel aus dem Fenster schauen. Laut Bauordnungsrecht muss ein Fenster aber ab einer Absturzhöhe von bis zu 12 m eine Brüstungshöhe von mindestens 0,80 m, bei einer Absturzhöhe von mehr als 12 m mindestens 0,90 m hoch sein. Lediglich im Erdgeschoss sind Unterschreitungen zugelassen. Alternativ dazu kann die erforderliche Brüstungshöhe auch über eine „brüstungsähnliche Vorrichtungen“ erbracht werden. (vgl. § 41 Landesbauordnung NRW) Für die Praxis bedeutet das, dass Räume für eine Kinderbetreuung optimal im Erdgeschoss anzusiedeln sind. Ist das nicht möglich, so ist es an den Planern sich geeignete Maßnahmen zu überlegen, die zum einen die Anforderungen an die Sicherheit erfüllen, zum anderen aber auch die Bedürfnisse der Kinder nach einem problemlosen Ausblick aus dem Fenster berücksichtigen. Eine Lösung könnten beispielsweise vorgesetzte Glasbrüstungen sein.

Insgesamt ist das Thema Kindertagesstätten und Kindergärten bauordnungsrechtlich ein heikles Thema. Gemäß der Landesbauordnung NRW zählen diese zu den Sonderbauten nach §54 LBO NRW. Für den Bau von Schulen gibt es in NRW die Schulbaurichtlinie, die sich auch mit dem Thema Brandschutz befasst. Eine solche Sonderbaurichtlinie gibt es bisher leider noch nicht für den Bau von Kitas und Kinderhorten. Das Bauministerium des Landes NRW hat im Jahr 2011 im Rahmen einer Dienstbesprechung eine Niederschrift verfasst, die gemäß einer Landtagsanfrage im November 2011 durch den Abgeordneten Dr. Jörg Geerlings, CDU als geltende Niederschrift bestätigt wurde und damit ausdrücklich für die Bauaufsichtsbehörden als verbindlich gilt. (vgl. Kleine Anfrage 1330 vom 21. November 2011 des Abgeordneten Dr. Jörg Geerlings CDU, Drucksache 15/3476) Diese Niederschrift hat somit Erlasscharakter und beschäftigt sich hauptsächlich mit Themen wie Brandschutz, Stellplatzbedarf, Schallschutz etc.
Für das Bundesland Bayern wurde vom Bayerischen Landesjugendamt sogar extra für die Tagespflege von mehr als fünf Kindern ein Praxisleitfaden herausgegeben, der sich neben den oben genannten Punkten auch mit den Anforderungen an die Räumlichkeiten beschäftigt.
Neben den rechtlichen Bestimmungen ist bei der Planung einer Betreuungseinrichtung für Kinder auch ein besonderer Blick auf die Institution „Kindergarten“ bzw. „Kinderhort“ zu werfen. Dass ein Kindergarten nur noch der zeitweisen Unterbringung der Kinder dient, ist längst ein Relikt aus vergangener Zeit. Heutzutage werden Einrichtungen zur Kinderbetreuung immer mehr als Bildungseinrichtung verstanden. Darauf müssen auch die architektonischen Konzepte reagieren. Viel Platz für Bewegung und Spielen aber auch Räume für kreative Gestaltung, Sprachförderung und Ruheräume. Wenn möglich sollte auch ein Außenbereich mit Kletter- und Spielmöglichkeiten geschaffen werden.
Im Vordergrund der Planung sollte die Anregung der sensorischen und motorischen Fähigkeit der Kinder stehen. Ebenso wichtig ist die Erfahrung von ersten Sozialkontakten und das Erlernen von Sozialverhalten. Durch bewusst angelegte Gemeinschafts- und Ruhezonen kann dieses gezielt gefördert werden.
Mit der Anlegung von unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen entsteht zudem für die Kinder eine feste Struktur, an der sie sich orientieren können und die ihnen Sicherheit gibt. Beginnt der Kindergartentag jeden Morgen im Gemeinschaftsraum mit einer Begrüßungsrunde und endet nachmittags in der Kuschel- und Leseecke, können sich die Kinder anhand des Rituals schon einmal mental auf den nächsten Schritt vorbereiten. So fällt einigen Kindern vielleicht auch der Abschied nicht mehr so schwer.
Ein weiterer Vorteil von einer Zonierung ist das Erleichtern zum Einhalten von Regeln. Darf an dem einen Tag im Gemeinschaftsraum getobt und gerannt werden und am anderen Tag soll dort in Ruhe gemalt werden, lässt sich einem Kind schwer begreiflich machen warum das heute erlaubt und morgen verboten ist. Wenn klar ist, dass in der Leseecke das Rennen und Toben verboten ist und es dafür einen eigenen Bewegungsraum gibt in dem die Kinder sich jagen und fangen spielen dürfen verstehen die Kinder die aufgestellten Regeln besser. Haben die Kinder die Regeln einmal verstanden, lassen sich diese auch einfacher durchsetzen.
Als Ergebnis wäre wünschenswert durch die architektonische Raumkonzeption die Phantasie und Eigeninitiative der Kinder anzuregen und sie so zum selbstständigen Ausprobieren und Gestalten zu verleiten. Gemeint ist an dieser Stelle nicht nur eine farbliche Gestaltung der Räumlichkeiten, sondern das geschickte Zusammenspiel von Raumkonstellationen und Möblierung in Verbindung mit dem effizienten Ausnutzen von viel Tageslicht und frischer Luft.
Doch auch die Bedürfnisse der Betreuungspersonen dürfen nicht vernachlässigt werden. Angefangen von Büroräumen für die Verwaltungsangelegenheiten über Besprechungsräume bis hin zu Sanitärräumen für Angestellte und erwachsene Besucher. Ebenso elementar sind die Wickelräume. Diese sollten sowohl für die Kinder angenehm gestaltet sein, aber auch für die Erzieher den größtmöglichen Arbeitsplatzkomfort bieten. Denn wenn es gelingt mit gut durchdachten Konzepten und intelligenten Möbelstücken die täglichen Arbeitsabläufe besser zu strukturieren und eventuell sogar zu vereinfachen bleibt unter dem Strich mehr Zeit übrig für die, um die es eigentlich in der Hauptsache gehen sollte: Die Kinder.
Autorin: Dipl. – Ing. (FH) Arch. Sarah Zietek

Wohnen und Arbeiten verbinden – Ein Selbstversuch

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Ein erschrockener, kurzer Blick auf die Küchenuhr, ein entsetzter Aufschrei und der Gedanke an den bevorstehenden Berufsverkehr verwandeln in wenigen Sekunden die gemütliche Frühstücksrunde in einen quirligen Ameisenhaufen. Alle wuseln hektisch durcheinander. Eilig wird der Rest des Brötchens herunter geschlungen und mit dem letzten Schluck Kaffee heruntergespült. Hastig werden Schlüssel, Notizbuch und Brötchendose in die Taschen gestopft um anschließend im Auto festzustellen, dass doch die Hälfte zu Hause geblieben ist. Was in vielen deutschen Familien zum täglichen Wahnsinn gehört, lässt mich heutzutage nur noch wissend schmunzeln. Denn ich gehöre zu den Glücklichen, die Wohnen und Arbeiten miteinander verbinden können.

Als freischaffende Architektin mit einem eigenen Planungsbüro genieße ich mein Frühstück gemütlich in den eigenen vier Wänden um dann entspannt über den Flur wenige Meter weiter zu meinem Arbeitsplatz zu gelangen. Kein Stress, kein Stau und sogar das vergessene Handy auf dem Küchentisch – kein Problem. Auch private Dinge, wie das bestellte Buch vom Briefträger entgegennehmen, während der Mittagspause Wäsche aufhängen oder mal eben den Hund in den Garten schicken, lassen sich wunderbar nebenher erledigen. Doch leider hat eine Medaille bekanntermaßen immer zwei Seiten. So reizvoll der kurze Arbeitsweg zum Einen sein mag, so verheerend kann er werden, wenn man sich nachts von einer Seite auf die Andere wälzt. „Wenn ich schon mal wach bin, könnte ich doch mal eben…“ und ehe man sich versieht sitzt man nachts um drei in seinem Büro und zeichnet Ausführungsdetails. Auch nasskalte Wochenenden bieten sich hervorragend an, stundenlang im Büro zu verschwinden. „Das Wetter war sowieso zum fürchten, da hätten wir eh nichts unternehmen können.“ lautet die schlichte Rechtfertigung. Auch das Sonntagsfrühstück beginnt nicht mehr direkt nach dem Aufstehen. Stattdessen kann man ja den Morgen ohne störende Anrufe prima im Büro verbringen und aufgeschobene E-Mails beantworten oder die lästige Buchhaltung erledigen. Erst wenn ein übermüdeter und genervter Partner kurz vor Mittag nörgelt: „Sollen wir noch Brötchen holen oder willst du direkt Mittagessen?“ klappt man den Laptop und die Bürotür hinter sich zu. Dabei hätte man noch so viel schaffen können…
Wenn man Arbeiten und Wohnen miteinander kombinieren möchte, sollte man sich im Klaren sein, dass eine Verbindung immer von zwei Seiten funktioniert. Verbindung und Trennung beider Bereiche sind dabei unabdingbar. Das kann vor allen Dingen über eine klare räumliche Trennung erfolgen. Ein kleiner Schreibtisch, der in einem belebten Wohnzimmer steht mag zum Surfen im Internet durchaus seine Berechtigung haben, wird als ernstzunehmender Arbeitsplatz jedoch wenig Erfolg haben. Steht derselbe Schreibtisch aber in einem extra dafür vorgesehenen Arbeitszimmer, bei dem man bei Lärm und Trubel auch mal die Tür hinter sich zu machen kann, bietet dieser Arbeitsplatz durchaus mehr Potenzial. Auch die Größe eines Arbeitszimmers ist nicht entscheidend. Sie sollte jedoch auf die Tätigkeit abgestimmt sein. Ein Schriftsteller hat mit Sicherheit einen anderen Platzbedarf für seine Arbeitsmittel als ein Fotograf. Denkt man also ernsthaft darüber nach Wohnen und Arbeiten miteinander zu verbinden, sollte man sich zunächst Gedanken über die eigene Tätigkeit machen, denn nicht jeder Beruf ist auch für die „Heimarbeit“ geeignet. Industriebetriebe oder Werkstätten sind alleine aus baurechtlichen Hintergründen nicht überall zu realisieren. Weniger problematisch ist die Ausübung von Tätigkeiten, die weder großen Lärm, noch Emissionen oder Mengen von Abfällen produzieren. Nach § 13 Baunutzungsverordnung (BauNVO) sind in reinen und allgemeinen Wohngebieten „für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbetreibender, die ihren Beruf in ähnlicher Art ausüben“, Arbeitsräume zulässig. In besonderen Wohngebieten sind sogar ausdrücklich Gebäude dafür erlaubt. Nähere Bestimmungen hierzu regelt in weiteren Fällen, falls vorhanden, der Bebauungsplan. In diesem können bestimmte Nutzungen ausgeschlossen oder ausnahmsweise erlaubt werden. Auch „Läden und nicht störende Handwerksbetriebe, die zur Deckung des täglichen Bedarfs für die Bewohner des Gebiets dienen“ sind gemäß §§ 3 – 4 BauNVO in reinen und allgemeinen Wohngebieten zulässig.
Ist die Machbarkeit geklärt sollte man sich Gedanken über die Strukturierung von Wohn- und Arbeitsbereich machen. Gibt es Angestellte? Müssen Anlieferungen getätigt werden? Lassen sich Arbeitsabläufe mit einem besonderen Grundriss vereinfachen oder optimieren? Je gründlicher eine Bedarfsanlayse der beruflichen Situation gestellt wird, desto genauer kann in einem weiteren Schritt die Vereinbarkeit mit dem privaten Umfeld geklärt werden. Dabei sollte mit allen Beteiligten abgestimmt werden, wie eng der Betrieb mit dem Wohnhaus verbunden sein soll. Sind alle Familienmitglieder in der Firma tätig oder nur ein Einzelner? Wie sehen die Öffnungszeiten aus? Gibt es Publikumsverkehr? Ein kleines Büro ohne Angestellte und mit wenig Publikumsverkehr lässt sich mit Sicherheit über den regulären Eingang erschließen, während ein Einzelhandelsgeschäft bei dem stündlich Leute ein- und ausgehen eine deutliche Belastung für die übrigen Bewohner sein kann.
Sind alle Grundvoraussetzungen geklärt, kann mit der Grundrissplanung begonnen werden. Je früher Sie einen Architekten in Ihre Überlegungen miteinbeziehen, desto mehr profitieren Sie an dieser Stelle von den gewonnenen Erkenntnissen. Gute Architektur bedeutet in erster Linie ein funktionstüchtiges und nutzerfreundliches Bauwerk zu erstellen, was durch seine räumliche Beschaffenheit den Nutzer unterstützt. Gelingt dann noch eine Umsetzung eines effizienten Grundrisses mit einer angemessenen optischen Gestaltung steht der Verbindung von Wohnen und Arbeiten so gut wie nichts mehr im Wege.
Auch die Architektursprache sollte mit dem ausgeübten Beruf zusammenpassen. Ein Zimmermann, der ein Wohnhaus mit Holzfassade bewohnt wirkt deutlich authentischer als ein Zimmermannskollege, der dasselbe Wohnhaus jedoch mit Stahl- / Glas – Konstruktion bewohnt.
Wenn Sie nun konkret mit dem Gedanken spielen Wohnen und Arbeiten miteinander zu verbinden, überlegen Sie sich diesen Schritt gründlich mit allen Beteiligten und lassen Sie sich ausreichend Zeit für eine gründliche Planung. Gerade mit der räumlichen Konstellation steht und fällt der Erfolg dieses Wohnkonzeptes. Schließlich wollen Sie das Wohnen mit dem Arbeiten verbinden und nicht in erster Linie Arbeiten und nebenbei noch Wohnen.
Autorin:  Dipl. – Ing. (FH) Arch. Sarah Zietek

Der Diesel für die Steckdose (Volvo V60 D6 AWD)

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Schweden lieben Überraschungen – und sind wahre Künstler darin, sie anderen zu bereiten. Deshalb präsentierten sie flugs ohne übermäßig langen Anlauf den V60 Hybrid, aber nicht mit Otto-, sondern mit Diesel-System und gleich mit Plug-in. Ein High-tech-Paket, das quasi als Demo-Objekt entstanden ist und verstanden sein will. Wer Volvo kauft, erwartet ein hochwertig verarbeitetes und besonders sicheres Fahrzeug. Das zeichnete schon immer das Volvo-Image aus. Und genau das liefern die Schweden mit dem Volvo V60 D6 AWD Plug-in-Hybrid. Stark und sauber präsentiert sich der 283 PS Hybridmit dem neuen V60 Plug-in-Hybrid. Dabei handelt es sich um ein wohlfeiles Angebot für alle, die den Taumel der Technik lieben und sich die neue Definition der Freude am Fahren und am Sparen gönnen wollen. Sein Normverbrauchswert liegt nämlich gerade einmal bei 1,8 l/100 km. Die Gesamtreichweite des Systems gibt Volvo mit 900 Kilometern an. Die mehr als zwei Tonnen Schwedenstahl beschleunigen in glatten sieben Sekunden auf Landstraßentempo und rennen bis zu 230 km/h schnell. Mit dem D6 AWD Plug-In-Hybrid liefert Volvo die sparsamste und gleichzeitig eine der sportlichsten Interpretationen des V60-Themas. Und so funktioniert das Ganze: Der Lithium-Ionen-Speicher hat sich nach der problemlos hergestellten Kabelverbindung an der Haussteckdose über Nacht aufgeladen, eine der zahlreichen Info-Quellen im V60 meldet eine elektrische Reichweite von 50 Kilometer. Ist die Energie aufgebraucht, wird der Diesel automatisch und kaum vernehmlich angeworfen. Er ist eine angenehme Quelle der Kraft mit guter Laufkultur und hohem Drehmoment, das schon bei niedrigen Touren anliegt. Auch der Elektromotor liefert eine hübsche Portion Kraft. Seine Hauptaufgabe besteht allerdings darin, im Hybridbetrieb den Verbrenner zu unterstützen und im günstigen Verbrauchskennfeld zu halten. Im Stadt- und Überlandverkehr liegt der Dieselverbrauch mit zusätzlich tätigem E-Antrieb bei sensationellen 2,8 Litern. Wer also regelmäßig nachlädt, ist mit dem Kombi richtig sparsam unterwegs. Dieser Kombi ist übrigens der erste Plug-In-Hybrid mit Dieselmotor auf dem Markt. Außen weisen nur zwei dezente »Plug-in Hybrid« Schriftzüge an A-Säule und Unterseite der Kofferraumklappe darauf hin, dass es sich beim V60 um einen Plug-in-Hybrid handelt. Weit elektrisierender geht es im Innenraum zu. Der Instrumententräger beherbergt mittig die Geschwindigkeitsanzeige mit digitalem Zeiger. Links wird die verbleibende Energie der Lithium-Ionen-Batterie angezeigt. Rechts des Tachos ist in Abhängigkeit des gewählten Fahrmodus »Pure«, »Hybrid« und »Power« ablesbar, ob kraftstoffsparend oder intensiv gefahren wird. Das Platzangebot ist ordentlich, das Kofferraumvolumen liegt bei 304 Litern und lässt sich auf 1120 Liter erweitern. Leise und fast vibrationsfrei gleitet er durch die Stadt, und der Volvo V60 Plug-in-Hybrid-Fahrer genießt quasi ansatzloses Beschleunigen. Der E-Antrieb macht aus dem Fahrer einen ausgeglichenen, vorausschauenden, aber mit sportlicher Freude versehenen Menschen. Seinen Sonderstatus dokumentiert der Plug-In Hybrid durch eine individuell konfigurierbare Instrumentierung, einen Hybrid-Informations-Bildschirm, spezielle Felgen, Flaps an der Frontschürze und mehrere Plaketten, die auf das Antriebskonzept hinweisen. Das Bremsgefühl des komfortablen Familientransporters ist ansprechend. Außerdem umfasst die Sicherheitsausstattung der V60-Baureihe ab Werk Totwinkel-Assistent (BLIS), Tempomat mit Abstandsregelsystem, Notbremsassistent mit automatischer Fußgängererkennung, Müdigkeitswarner (Driver Alert) mit Spurhalteassistent (Lane Departure Warning) sowie Kameras vorn und hinten. Zur Serie im V60 Plug-in-Hybrid gehört zudem der permanente Allradantrieb AWD. Dabei werden die Vorderachse vom 2.4-Liter Turbodiesel und die Hinterachse vom Elektromotor befeuert. Hybrid bedeutet bei Volvo also keinesfalls Verzicht: Vielmehr liefern die Schweden mit dem neuen V60 Plug-in-Hybrid einen sportlichen Mittelklasse-Kombi, der zudem besonders sparsam im Verbrauch ist. Auf Premium-Niveau bewegen sich Materialauswahl und Verarbeitung. So macht alternatives Auto-Fahren einfach Spass!

 

Der sportliche Elch (Volvo V40 D4 R-Design)

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Mit sportlicher Optik, einer dynamischen Fahrwerksauslegung und exklusiven Details im neuen V40 R-Design bringt Volvo eine extra Portion Dynamik in die Kompaktklasse. R-Design, das bedeutet Chromschmuck an den Seitenfenstern, chromfarbene Außenspiegelgehäuse, zwei polierte Auspuffendrohre, Front- und Heckschürze, einen von innen beleuchteten, wirklich toll geformten Schaltknauf, spezielle Sitzpolster und Pedale, Digitalcockpit, Lederlenkrad und – es kommt eben auf die Details an – in Wagenfarbe lackierte Scheibenwaschdüsen. Außerdem sind Dachhimmel und Türsäulen mit schwarzem Stoff verkleidet. Volvo bezeichnet den V40 als sichersten und intelligentesten Volvo. City Safety System, Seitenaufprall-Schutzsystem (SIPS), Schleudertrauma-Schutzsystem (WHIPS), Knie-, Front-, Seiten- und Kopf-Schulter-Airbags sowie sogar ein Fußgänger-Airbag serienmäßig – sicherheitstechnisch macht den Schweden keiner was vor. Meist sind Fahrzeuge der Kompaktklasse bodenständig. Man könnte auch sagen: langweilig. Oder aber: praktisch und alltagstauglich. Auf den Volvo V40 trifft das nicht zu. Der ist erkennbar schwungvoller, mutiger, extrovertierter designt als viele Konkurrenzmodelle. Auf einer Länge von 4,37 Meter und einem Radstand von 265 Zentimeter steht den Insassen viel Platz zur Verfügung. Der Kofferraum des 5-Tür-Fliessheck-Kombis fasst zwischen 335 Liter und 1032 Liter. Die Rücklehnen der hinteren Sitze sind umlegbar. Die Sportsitze aus feinem, schwarzen Nubukgewebe und perforiertem Leder bieten viel Seitenhalt und das fahrerorientierte Cockpit ist mit weiteren, speziell gestalteten R-Design Elementen bestückt. Die vier Sitzplätze lassen Erwachsene auch im Fond kommod reisen. Die digitale Instrumentenanzeige sorgte schon bei der Vorstellung des V40 für Aufsehen. Im Innenraum herrscht jene lässig-technoide Atmosphäre, die Autos der schwedischen Marke seit einigen Jahren auszeichnet. Hervorzuheben ist das sogenannte Digitalcockpit, eine vollanimierte Infoeinheit für den Fahrer, die sowohl ein klassisches Rundinstrument simuliert, als auch links und rechts davon Infografiken des Bordcomputers anzeigt, Schaltempfehlungen gibt oder per Poweranzeige die aktuelle Motor-Performance kundtut. Beim interaktiven Ausstattungsfeature hat der Fahrer die Möglichkeit zwischen drei Varianten – Elegance, Eco und Performance – mit unterschiedlichen Einstellungen und Anzeigen zu wählen. Als Erstes gefällt der stets präsente, aber nie aufdringliche, kernige Fünfzylinder-Turbo-Klang. Erfreulich auf langen Strecken ist die geringe Geräuschentwicklung im Innenraum. Fahr- und Windgeräusche bleiben auch bei hohem Tempo fast unhörbar. Nach dem Anfahren baut der Turbomotor schon bei niedrigen Drehzahlen reichlich Ladedruck und Drehmoment auf. Das 2,0-Liter-Turbodiesel-Triebwerk der D4-Variante leistet 177 PS und stemmt ein maximales Drehmoment von 400 Nm zwischen 1750 bis 2750 Umdrehungen auf die Kurbelwelle. Der Fünfzylinder reagiert spontan und kraftvoll auf jede Bewegung des Gaspedals. Harmonisch dazu agiert die Sechsstufenautomatik – Volvo verzichtet bei der Geartronic-Automatik auf Schaltpaddles – mit schnellen und nahezu unterbrechungsfreien Schaltvorgängen, welche die Kraft an die Vorderräder leitet. Was weiter auffällt, ist die gute Materialauswahl bei den Verkleidungen. Sämtliche Oberflächen im Interieur sehen gut aus und machen den Eindruck, als ob das auch in etlichen Jahren noch so sein wird. Zudem gibt es genug Staufächer. So gerüstet erreicht der rund 1,5 Tonnen schwere Schwede eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h und absolviert den Sprint auf Tempo 100 in 8,3 Sekunden. Dank Start-/Stopp-Technik begnügt sich der V40 nach Norm mit 5,2 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Im Alltag reicht der 60-Liter-Tank bei zurückhaltender Fahrweise für einen Aktionsradius von 900 Kilometer. Das Sportfahrwerk ermöglicht eine satte Straßenlage und hohe Kurvendynamik einerseits sowie ordentlichen Alltags- und Langstreckenkomfort andererseits. Der Volvo V40 D4 R-Design sieht nicht nur flott aus, er lässt sich auch so fahren und kann deshalb als Siegertyp in der Kompaktklasse bezeichnet werden. Bei aller Sportlichkeit bleiben Verbrauch und Komfort nicht auf der Strecke.

My car is my castle (Range Rover Evoque)

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Auf den Evoque ist Range Rover mächtig stolz. Der kleine Nachkömmling gilt als Vorreiter des neuen Stils der traditionsreichen Briten. Range Rovers jüngster Spross rollt zu den Kunden, die sich zu Recht freuen dürfen. Schließlich empfangen sie ein automobiles Kunstwerk – eines, das nicht nur mit ein paar netten Details glänzt, sondern in seiner Gesamtheit unverwechselbar cool, elegant und sportlich ist. Aussehen tut er wirklich gut, modern und stylish, mit seinen riesigen Reifen, der ultraflachen Fensterlinie und der kantigen Designmischung aus Gelände-Luxus und Coupé. Dem Markenimage entsprechend fühlt sich der Evoque einfach edel an. Die Armaturenbrettgestaltung gibt keinerlei Rätsel auf und orientiert sich am großen Bruder Range Rover. Mit seinen knapp 1,6 Tonnen Leergewicht gilt der Evoque unter seinen Markengeschwistern als Leichtgewicht. Entsprechend einfach hat es der 2,2-Liter-Vierzylinder mit seinen 420 Newtonmetern, das Coupé in Fahrt zu bringen und zu halten. Das straff abgestimmte Fahrwerk überzeugt durch eine sportive Herangehensweise. Das Auto hängt wirklich gut am Gas. Als echter Range ist der Evoque übrigens ordentlich geländegängig. Lob gebührt Range Rover für die konsequente, mutige Umsetzung beim Evoque. Während anderswo zwei Sicken den Charakter prägen müssen, überzeugt der Range Rover Evoque auch in Details wie dem Tagfahrlicht der Scheinwerfer, das mit vielen kleinen LED-Strichen an ein funkelndes Augenpaar mit Lidstrich erinnert. Hilfreich für das Einparken ist auf jeden Fall die Rückfahrkamera. Die Erlebnisreise geht hinter den beiden Türen weiter: Statt in einem engen Innenraum findet man sich in einer breiten Lounge wieder, statt unterschäumter Kunststoffe ertasten die Finger am Armaturenbrett des Range Rover Evoque einen Mix aus weichen Stoffbahnen und strukturiertem Aluminium. Die Drehregler auf der schräg im Raum stehenden Mittelkonsole sind ebenso griffig wie das Lederlenkrad. Der Innenraum des Range Rover Evoque wirkt bereits auf den ersten Blick sehr hochwertig. Die Sitzhöhe sowie die Lehnenneigung lassen sich elektrisch verstellen. Die Knöpfe und Tasten im ganzen Interieur fühlen sich gut an. Die Belüftungsöffnungen lassen sich durch ein Rädchen öffnen und schließen. In dem 550 Liter großen Kofferraum lässt sich einiges an Gepäck unterbringen, erfreulicher Weise gibt es keine Ladekante.  Das Tourenfahrzeug besitzt zusätzlich ein Gitter zwischen Rückbank und Kofferraum um herumfliegende Gegenstände in der Fahrgastzelle zu vermeiden – über Stock und Stein kann das schnell passieren. Kopf, Füße und Knie lieben das großzügige Platzangebot. Auf der Höhe der Rundinstrumente befindet sich der Startknopf. Fuß auf die Bremse, Startknopf drücken und schon geht der Motor an. Der 2,2-Liter SD4 Dieselmotor mit seinen 190 PS erwacht auf sehr dezente Art und Weise. Erfreulicher Weise bleibt es das auch stets – dezent leise im Hintergrund – selbst bei höheren Geschwindigkeiten. Das 6-Gang-Getriebe lässt sich sehr gut fahren. Der Diesel-Motor ermöglicht mit seinen 190 PS eine durchaus flotte Fahrweise. Die Beschleunigung funktioniert in 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h und das fühlt sich imposant an. Kommen wir nun zum Thema Fahrkomfort: Auf holprigen Straßen beweist der Range Rover Evoque seine Offroad Qualitäten. Selbst auf schlechten Straßen federt das SUV einiges an Bodenwellen ab und bleibt immer gerade in der Spur – ganz egal wie tief die Löcher sind. Auch die Überholvorgänge laufen reibungslos. Tritt man etwas zu „sportlich“ auf das rechte Pedal, drückt es die Fahrer regelrecht in den Sitz hinein. Aber der Spaß darf ja auch nicht fehlen. Zum Besänftigen empfehlen sich kurvige Landstraßen, über die der Range Rover Evoque  ganz nach Wunsch völlig entspannt gleitet oder sportlich huschen kann. Seinen Technikern ist es gelungen, dem wunderbar satten und herrschaftlichen Range Rover-Gefühl eine starke Prise Dynamik zu verpassen. Der Range Rover Evoque ist eben ein Allrounder. Er hat ein schickes Design, echte Offroad Qualitäten und dient auch als perfektes Reiseauto.

Hallo Welt – ich bin da! (die neue Mercedes S-Klasse)

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Kein geringeres Ziel als “das beste und sicherste Automobil der Welt“ zu bauen, hatte Mercedes sich gesetzt. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn die S-Klasse fährt perfekt. Hochkarätige Technik, neue Assistenzsysteme und schier unbegrenzter Luxus sollen die S-Klasse ganz nach vorne bringen. In jeder Situation beschleunigen die leistungsstarken Motoren die zwei Tonnen schwere Limousine mühelos spielerisch. Das selbstbewusste, aber trotzdem schnittige Design der Fünf-Meter-Limousine garantiert bewundernde Blicke. Auffällig sind die eigenwilligen Fackeln in den großen Scheinwerfern. Die neue Mercedes S-Klasse kommt deutlich geglättet daher. Ausgestellte Radläufe sind passé, dynamisch Linien schwer angesagt. Noch ein wenig konkaves und konvexes Blech in die Flanken, eine prägnantere Front mit größerem Grill und eine stärker abfallende Dachlinie mit Coupé-Anmutung gepaart mit akzentuierten Chromleisten – fertig ist die neue, elegante Linie, die zudem in Sachen Aerodynamik einen großen Schritt nach vorne gemacht hat. Mit diesem stattlichen Format ist die S-Klasse auf den ersten Blick als der große Mercedes schlechthin zu erkennen. Offeriert wird die S-Klasse wieder in zwei Radständen, wobei diesmal der Entwicklungsschwerpunkt der Ingenieure auf der Langversion lag. Die Radstände an sich blieben unverändert, die Gesamtlängen legten jeweils um rund 4 Zentimeter zu. Die siebenstufige Automatik steuert die Übersetzung so geschmeidig, wie es selbst der professionellste Fahrer nicht per Hand könnte. Dank der sensiblen Luftfederung mit adaptiver Dämpfung braucht man selbst die fiesesten Schlaglöcher nicht mehr fürchten. Tückische Fahrbahnschwellen werden mithilfe des kameragesteuerten Magic Body Control bereits vorausschauend glatt gebügelt. Wo andere Autos über solche Hindernisse wippen wie ein Fischerboot in schwerer See, dampft die S-Klasse ungerührt voran. In 4.8 Sekunde lässt sich die S-Klasse auf Tempo 100 km/h bringen, in unter 20 Sekunden auf 200 km/h. Wirklich überraschend ist auch der Blick ins Cockpit: Viele geschwungene Linien, zentral gesetzte Lüftungsdüsen, eine gut erreichbare Klimaanlage mit wenigen Schaltern. Das wirkt fast etwas nüchtern, aber zum Luxus gehört es eben auch, die Dinge einfach zu halten. Die Elektronik versieht ihren Dienst wie ein guter Butler, dessen Anwesenheit man nicht merkt. Im Inneren dominieren zwei riesige Monitore, die zu einer imposanten Kommandozentrale verschmelzen. Es gibt bald 100 Schalter und Taster, und in der Mittelkonsole tickt eine Analoguhr. Dazu gibt es unter anderem klimatisierte Sessel mit Hot Stone-Massage, eine Ambiente-Beleuchtung, gekühlte Becherhalter, einen Duftspender im Handschuhfach und den Autopiloten, den Mercedes jetzt in der S-Klasse als erster Hersteller in die Serie bringt. Bislang nur in sehr eingeschränkten Situationen und auch nur für kurze Zeit kann der Fahrer damit tatsächlich die Hände vom Lenkrad nehmen, sich ein wenig zurücklehnen oder einen Blick aufs Smartphone riskieren, während das Auto alleine Abstand und Spur hält. Möglich macht das der neue Stop-and-go-Assistent. Er nutzt nicht nur den Abstandsradar, sondern auch die neue Stereokamera, mit der die S-Klasse räumlich sehen und sich selbst ihren Weg durch den Stau suchen kann. So hängt sich die Limousine zum Beispiel an das Heck des Vordermanns und folgt ihm auch ohne Zutun des Fahrers durch Kurven oder beim Spurwechsel. Nach vorne ging es auch bei der Lichttechnik. Glühfäden sind out, an der neuen S-Klasse leuchten nur noch LEDs – vom Hauptscheinwerfer bis zu den Rückleuchten, im Innenraum sowieso. Der Sitzkomfort ist vorn wie hinten unerreicht. Wo andere Fahrzeuge ihre Insassen die Straße spüren lassen, bleibt die S-Klasse so gelassen, wie ein britischer Gentleman. Gurtschlossbringer und Armauflagen mit Heizfunktion in der Mittelkonsole und in der Tür sorgen für noch mehr Komfort. Zum Marktstart stehen für die neue Mercedes S-Klasse 4 Motoren zur Wahl. Ein Benziner, ein Diesel sowie zwei Hybrid-Varianten. Das Leistungsspektrum reicht von 204 bis 455 PS, das Verbrauchsspektrum von 4,4 Liter Diesel bis 8,6 Liter Benzin.

Feinste Handarbeit aus Korea (Kia Sorento)

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Der Kia-Hersteller hat dem beliebten SUV ein Facelift und verbesserte Motoren verpasst, die sich sehen lassen können, denn die bearbeitete Optik unterstreicht die Premium-Qualität des Kia-SUVs. Von vorne ist das neue Modell an den geänderten Scheinwerfern und dem modifizierten Kühlergrill zu erkennen. Sie spiegeln das neue Markengesicht des koreanischen Autobauers wider. Hinten wurde eine neue Heckklappe samt neuen Heckleuchten mit LED-Technologie verbaut. Optisch kann das neue Modell überzeugen und auch beim Verbrauch hat Kia den Sorento gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert. Der Verbrauch des modifizierten Dieselmotors liegt jetzt bei 5,8 Litern. Der 2,4 Liter Benzindirekteinspritzer hat eine Leistung von 192 PS (141 kW). Das maximale Drehmoment wird bei 4.250 Umdrehungen pro Minute erreicht und beträgt 242 Newtonmeter. Der Diesel benötigt für den Sprint von 0 auf 100 km/h nur 9,3 Sekunden, die maximale Höchstgeschwindigkeit wird bei Tempo 190 erreicht. Zu den Veränderungen der Facelift-Version gehören außerdem eine neu strukturierte Karosserie sowie optimierte Antriebsstränge mit höherer Kraftstoffökonomie und reduzierten Emissionen. Hinzu kommen Verbesserungen bei Fahrkomfort, Handling und Kultiviertheit sowie zusätzliche Komfort- und Sicherheitselemente. Der elektronisch geregelte Allradantrieb des Kia Sorento verteilt das Drehmoment nach Bedarf auf Vorder- und Hinterachse. In normalen Fahrsituationen auf der Autobahn oder in der Stadt leitet das AWD-System die gesamte Motorkraft an die Vorderräder. Verliert eines der Vorderräder die Bodenhaftung, wird bis zu 50 Prozent des Drehmoments automatisch an die Hinterräder geleitet. Auf extrem rutschigen Untergrund kann der Fahrer manuell den „Lock Mode“ einstellen, der bei Geschwindigkeiten von bis zu 40 Stundenkilometern die gleichmäßige Drehmomentverteilung auf Vorder- und Hinterräder fixiert.Im Innenraum wurde durch zahlreiche Veränderungen ein hochwertiges Ambiente geschaffen, das durch neue Hightech-Elemente geprägt ist. Das Cockpit ist absolut übersichtlich strukturiert. Zu den Neuerungen, die dem Interieur ein luxuriöses Flair geben, gehören vermehrt eingesetzte Soft-Touch-Oberflächen sowie mattverchromte Innentürgriffe, Schalter und Blenden (unter anderem an den Lüftungsauslässen), eine neue LCD-Instrumenteneinheit, die umgestaltete Zentralkonsole mit einem 7-Zoll-Display und eine veränderte Mittelkonsole. Der leicht abgesenkte Kabinenboden macht den Einstieg bequemer, zudem genießen die Fondpassagiere eine größere Beinfreiheit. Ein elektrisch einstellbarer Fahrersitz (inklusive elektrischer Lendenwirbelstütze) sorgt für zusätzlichen Komfort. Durch etliche weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Geräuschen und Vibrationen haben die Kia-Ingenieure den überarbeiteten SUV nun zu einem der leisesten Fahrzeuge seiner Klasse gemacht. Der Innenraum lässt sich variabel konfigurieren. Die zweite Sitzreihe ist im Verhältnis 60:40 geteilt, die dritte im Verhältnis 50:50. Das Gepäckraumvolumen von 660 Liter (Fünfsitzer, bis Fensterunterkante inkl. Bodenfächer) kann durch das Umklappen der Fondsitze bzw. Fondsitzlehnen je nach Bedarf auf bis zu 1675 Liter vergrößert werden. Das hochmoderne Automatikgetriebe ist sehr kompakt, leicht und kraftstoffsparend. Die Automatik beinhaltet drei Planetengetriebe und vier Differenziale sowie einen regulären, aber sehr flach konstruierten Drehmomentwandler. Aufgrund des ausgeklügelten Designs der Hydraulik-Steuereinheit lassen sich die acht Magnetventile des Getriebes bei der Fahrzeug-Produktion einzeln justieren. Dadurch werden extrem schnelle, geschmeidige und präzise Gangwechsel im gesamten Geschwindigkeitsspektrum gewährleistet. Zur Kraftstoffeinsparung trägt auch das „Neutral Control“-System bei: Um die Motorlast zu verringern, schaltet es das Getriebe automatisch von „D“ auf „N“ (Leerlauf), sobald das Fahrzeug länger als fünf Sekunden steht. Der Kia Sorento bietet neben ESP und einem Bremsassistenten eine Reihe an weiteren Assistenzsystemen. Dieses Auto macht in der Praxis eine so gute Figur, dass es keinen Vergleich zu scheuen braucht. Wer also ein flottes und spritsparendes Fahrzeug sucht, bekommt hier eines mit ausgeprägtem Charakter und ohne Schwächen.

Sportlicher Edel-Transporter auf Samtpfoten (Jaguar XF Sportbrake)

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Jaguar und Diesel, das war noch vor einigen Jahren ebenso ein „no go“ wie Jaguar und Kombi. Jaguar stand eben immer schon für sportliche und luxuriöse Limousinen bzw. Coupés. Nun, die Zeiten ändern sich und daher gehört der Diesel schon seit einigen Jahren zum selbstverständlichen Jaguar-Angebot. Nun rollt auch wieder ein Kombi – allerdings ein betont sportlicher Vertreter seiner Gattung. Als Sportbrake präsentiert sich der neue Jaguar auf dem Markt und nebenbei: Das ist die einzige Jaguar-Modellreihe, bei der jede Variante ausschließlich von Dieselaggregaten angetrieben wird. Der neue Jaguar-Kombi übernimmt von der Limousine die coupéartige Linienführung und verbindet sie mit den praktischen Eigenschaften eines Kombis. Obwohl der Sportbrake mit der Limousine bis zur B-Säule identisch ist, gelang den Designern mit dem 4,96 Meter langen XF-Frachter ein überraschend eigenständiges Modell. Dessen fließende Linien werden durch die schwarz eingefärbten D-Säulen zusätzlich verstärkt. Zusammen mit der dunkel getönten Heckscheibe entsteht die Illusion einer ununterbrochenen Glaspartie, was entscheidend zum eleganten Auftritt des jüngsten Jaguars beiträgt. Der Jaguar XF Sportbrake macht sich bereits vor der Garage prächtig, er ist eine hübsche und exklusive Ergänzung in der Klasse. Im Innenraum geht es edel zu, die Einrichtung wird Jaguars Luxus-Anspruch voll gerecht. Technisch gibt sich der Jaguar extravagant. Hinter dem Lenkrad zeigt sich der Jaguar als typischer Vertreter seiner Marke. Die fünftürige Kombilimousine der oberen Mittelklasse verwöhnt seine Insassen mit allerlei Luxus. Der Jaguar XF Sportbrake ist nobel und dennoch recht aufgeräumt, kein überflüssiges Klimbim stört das edle Ambiente. Übersichtliche Rundinstrumente und exzellent gearbeitete Sitze mit guter Seitenfestigkeit und vielen Einstellmöglichkeiten, Bi-Xenon-Scheinwerfer und LED-Heckleuchten sowie der Notfall-Bremsassistent sind serienmäßig. Das Platzangebot in dem rund fünf Meter langen und zwei Meter breiten Kombi ist mehr als ausreichend. Der Lifestyle-Kombi bietet handfeste Vielseitigkeit und sogar recht viel Laderaum im Heck. Wird die Rücksitzbank mittels der seitlichen Hebel flach gelegt, steigt das Ladevolumen von 550 auf 1.635 Liter, ausreichend Platz also für zusätzliches Gepäck. Und wenn der Raum im Heck mal nicht reichen sollte, dann vermag die serienmäßige Dachreling einschließlich lieferbarer Container die zusätzliche Fracht aufzunehmen. Schön, dass so viel Platz nicht mit Einbußen beim Design bezahlt werden muss. Beim Fahren zeigt sich der Sportbrake bestens in Form. Der Wagen liegt straff auf der Straße, ohne die Bandscheiben jemals in Gefahr zu bringen. Selbst Schlaglöcher schluckt er klaglos und spurtreu. Dafür sorgt an der Hinterachse eine serienmäßige Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung. Basisantrieb ist der 2,2-Liter-Turbodiesel, der 147 kW/200 PS leistet. Der Vierzylinder erledigt die Aufgabe souverän, den leer immerhin bereits 1.735 Kilogramm wiegenden Kombi bis zur Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h zu beschleunigen, wozu auch die von Jaguar neu abgestimmte Achtgang-Automatik beiträgt. Von 0 auf Tempo 100 schafft es der kleine Diesel in 8,8 Sekunden. Jaguar stellt dazu einen Normverbrauch von 5,1 Litern in Aussicht. Mit einem kombinierten Verbrauch von 5,1 Litern bietet diese Motorisierung den geringsten Verbrauch eines Jaguar-Modells überhaupt. Wie die beiden stärkeren Antriebe ist der 2,2-Liter-Turbo serienmäßig mit einem Stopp-Start-System verbunden. Damit die dynamischen Markenwerte auch im Kombi erhalten bleiben, spendierten die Jaguar-Entwickler dem Sportbrake eine sich selbst nivellierende Luftfederung an der Hinterachse. So soll sich der Kombi wie die Limousine fahren. Zudem bleibt die Karosserie auch bei voller Ausnutzung der Ladekapazität immer in der richtigen Lage. Der Sportbrake mag der vielseitigste Jaguar der Markengeschichte sein, ein typischer Jaguar ist er dennoch geblieben und das edle Lastentier aus dem Vereinigten Königreich beweist dabei ordentlich sein Potenzial.

Frisches Make-up für den Muskelmann (Chevrolet Camaro Cabrio)

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Der Chevrolet Camaro ist der Vorzeige-Sportler aus den USA. Wer Natur, Fahrtwind und bewundernde Blicke der Umgebung genießen möchte, greift zum Camaro Cabrio. Das Verdeck des Amerikaners lässt sich auf Knopfdruck öffnen. Ansonsten wurde der V8 speziell für die europäischen Vorlieben optimiert: Bei Lenkung und Fahrwerk wurde nachgeschärft und so heißt es einfach: Einsteigen und Spaß haben, wenn dieser Flitzer brüllt und der Wind die Frisur zerzaust. Wenn der Camaro dann spurtstark vorbeizieht, geht der Blick auf die Seitenlinie, die sich am hinteren Kotflügel nochmals kurz hochzieht um dann mit dem Heck abzuschließen. Unkompliziert und ausdrucksstark im Design, aber dennoch mit einer Länge von 4,83 Meter und einer Breite von 1,91 Meter erstaunlich parkhausfreundlich geraten. Die ordentlich dimensionierten 20 Zöller passen gut ins Gesamtbild. Zudem sind sie erfreulich bordsteinkantenfreundlich. Ein großer Pluspunkt für den Alltagsbetrieb. Doppelte LED Leuchten sorgen außerdem für ein effektvolles Erscheinungsbild. Abgerundet werden sie von den großen, runden Auspuffblenden, die für den richtigen Ton sorgen. Die Sitzposition ist sportwagentypisch niedrig. Verstärkt wird der Eindruck durch die hohe Fensterlinie und die rund zehn Zentimeter hohe, Powerdome genannte Aufwölbung der Motorhaube. Die extrem schräg gestellte Frontscheibe und die geringe lichte Höhe der Seitenscheiben gewähren einen guten, wenn auch ungewöhnlich schlitzartigen Rundumblick. Der Innenraum des Camaro überzeugt mit einem schicken und durchdachten Design. Auch wenn die Verarbeitung nicht auf dem Level der deutschen Premiumhersteller ist, stört das den echten US Enthusiasten herzlich wenig. Teile der Armaturen wurden mit Leder bezogen und bringen etwas Noblesse hinein und die komfortablen Ledersitze mit Ziernähten bieten einen guten Seitenhalt. Umgeben von 1,8 Tonnen Stahl und Kunststoff erscheint der Camaro wie eine fahrende Festung mit der man sich unbedenklich in jeden beliebigen Vorstadt-Dschungel stürzen kann. Fahrer- und Beifahrersitz sind sehr bequem und bieten einen guten Seitenhalt. Auch hinten muss man sich nicht verbiegen, die zwei Rücksitze verkraften Personen bis 1,85 Meter locker. Das Dreispeichen-Lederlenkrad fasst sich zwar sehr gut an und die Lenkung ist erstaunlich direkt. Selbst schnell gefahrene Landstraßenwindungen steckt der Camaro locker weg. Das liegt unter anderem an dem für den europäischen Markt optimierten Fahrwerk. Neu eingestellte Vorder- und Hinterradstoßdämpfer mit soliden Stabilisatoren sorgen für eine höhere Steifigkeit und Seitenstabilität. Die Sechsgang-Automatik arbeitet knackig und für Sicherheit sorgen ESP, ABS und zwei Front- sowie Seitenairbags. Wer nun denkt, der Camaro ist aufgrund seiner imposanten Erscheinung kein Auto für den Alltag, wird schnell eines Besseren belehrt. Er besitzt einen kleinen Wendekreis und ist wahrscheinlich gerade aufgrund des alten Designs sehr übersichtlich geraten. So kann man sehr gut den Abstand nach vorne und hinten abschätzen. Im Heck sorgen zusätzlich Parksensoren und eine optimal positionierte Kamera für eine bessere Übersicht. Das Bild der Rückfahrkamera wird über den Rückspiegel angezeigt. Serienmäßig mit an Bord sind unter anderem ein USB-Port, Satelliten-Radio, Tempomat, zwei Getränkehalter vorn, Klima-Automatik und der mit Leder überzogene Schalhebel. Emotion und Tradition machen den Retro-Chevy aus. Den ersten emotionalen Moment beschert einem der Sound des großvolumigen Achtzylinders. Beim Beschleunigen röhrt der Camaro mit seinem wundervollen Bariton – diesen elektrisierenden Ton beherrschen nur die US-Musclecars. Doch der Mustang-Gegner kann auch ganz sanft werden. Bei gleichmäßiger Fahrt ist das Cabriolet angenehm leise, hier würde ein andauerndes Bollern auch nur nerven. Voll zur Geltung kommt der V8 vor allem bei Zwischensprints: Von 80 bis 120 km/h oder auch 150 bis 200 km/h explodiert der Chevrolet förmlich Der Achtzylinder schafft den Spurt auf Tempo 100 in 5,2 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Das kultige Flaggschiff bereitet riesengroßer Spaß – und zwar im XXL-Format, denn welchen echten Autofankönnen die 405 PS und 556 Newtonmeter, die der Camaro aus sechs Litern Hubraum stemmt, nicht begeistern?

Der schicke Offroader (Audi Q3)

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Die Audi-Hersteller bezeichnen den Q3 als Bekenntnis zur urbanen Sportlichkeit und bringen es damit auf den Punkt, denn der Audi Q3 zitiert die Formensprache eines Offroaders, ist aber eindeutig ein urbanes Fahrzeug. Die athletische Silhouette mit der coupéhaften Dachlinie signalisiert Sportlichkeit und Dynamik. Der kräftig-muskulöse Körper, der dominante Singleframe und die tief liegenden Lufteinlässe definieren seinen Charakter. Die Ingolstädter haben ein Coupé Design mit lang abfallender Dachlinie, einer reduzierten Höhe von nur 1,60 Metern, 4,39 Meter Länge und 1,83 Meter Breite und schmalen Front- und Heckscheinwerfern geschaffen, dass die Lifestyle-Ambitionen des Q3 unterstreichen. Fahrzeugausmaße und Gewicht stehen in einem gesunden Verhältnis zu den maximal 380 Newtonmetern Drehmoment. Das verspricht energischen Vortrieb, ohne allzu giftig daher zu kommen. Sehr gut passt der kultivierte 177-PS-TDI in Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe zum Q3. Damit lässt sich der 1,7-Tonner wahlweise sehr zügig, aber eben auch sparsam bewegen. Als Kraftstoff steht Diesel zur Verfügung. Viele Kunden suchen ein Auto, das wie Offroad aussieht, ohne dass sie den Allradantrieb mit sich herumschleppen, geschweige denn bezahlen wollen und diesem Anspruch trägt Audi mit dem Q3 Rechnung. Der Kunde erwirbt mit diesem Auto einen vielseitigen Begleiter mit hohem Wohlfühlfaktor, dessen gelungene Motor-Getriebekombination auch beim Thema Fahrspaß kaum Wünsche offen lässt. Das geräumige Interieur des Audi Q3 führt die dynamische Linie des Außendesigns harmonisch fort. Ein großer Bogen umläuft den Fahrer und den Beifahrer. Die Platzausnutzung funktioniert deshalb so gut, weil der Motor quer eingebaut ist und so auch auf der Rückbank noch genügend Platz selbst für hochgewachsene Passagiere bleibt. Die Schienen der hinteren Kopfstützen haben eine praxistaugliche Länge und auch die Kopffreiheit ist ausreichend. Im Innenraum ist alles an seinem Platz. Die Orientierung gelingt binnen Sekunden. Alles wirkt schick und aufgeräumt und die hohe Sitzposition schafft Souveränität und Überblick. Das Kofferraumvolumen ist mit 460 Litern angemessen. Bei umgeklappter Rückbank nimmt der Q3 1365 Liter Ladegut auf. Parkplätze für Kleinkram und Reiseproviant gibt es zur Genüge im Audi Q3. Etwa in Form von Fächern in den vorderen Seitenverkleidungen inklusive Halter für 1,5-Liter-PET-Flaschen sowie Abteile in der Mittelkonsole und in den Türverkleidungen hinten. Die Innengeräusche sind gering, das Fahrverhalten bietet die richtige Balance zwischen flink und sicher. Kurven meistert der Q3 wie von Geisterhand gezogen. Auf Feldwegen hält er sich auch gut. Er folgt willig kleinsten Lenkbefehlen und umrundet Kurven gern auch dynamisch. Der Q3 schaltet ohne zu ruckeln, beschleunigt auch bergauf sehr zügig und liegt auch in engen, scharfen Kurven ruhig und gelassen auf der Straße. Der Verbrauch wird mit 5,9 Litern auf 100 Kilometern angegeben, beim Sprit sparen hilft die Start-Stopp-Automatik an der Ampel und ein System zur Batterieladung beim Bremsen und Rollen (Rekuperation). Beides ist übrigens serienmäßig. Wer es wissen will, kann mit 212 km/h über die Autobahn düsen und sich in nur 8,2 Sekunden auf 100 km/h katapultieren. Das Auto steuert nach vorheriger Peilung durch die seitlichen Abstandssensoren selbstständig die Parklücke an, übernimmt auch die Korrekturzüge, so dass die Person hinterm Lenkrad lediglich für den sensiblen Umgang mit Gas und Bremse verantwortlich ist. Die Liste der elektronischen Helferlein ist umfangreich wie selten in dieser Klasse. Besonders erwähnenswert ist der Fernlichtassistenten für die Xenon plus-Scheinwerfer samt dynamischem Kurvenlicht. Die satt rastenden Regler und klackenden Schalter stimmen ebenso mit den hohen Erwartungen an Audi überein wie die handschmeichlerischen Kunststoffe und der bis in den Kofferraum sauber verlegte Teppich im Audi Q3. Ebenso typisch sind die wohlgeordneten Instrumente und die funktionelle Bedienung. Zusammenfassend kann man den Audi Q3 als kraftvoll und wendig, kompakt und voll innerer Größe, effizient und ausdrucksstark bezeichnen.

Hidden Architecture – Verstecken oder Täuschen

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Warum sollte man Architektur verstecken wollen? Abgesehen von wenigen Ausnahmen ist der Akt des Versteckens dem Wesen der modernen Architektur konträr. Es scheint keinen gestalterischen Grund zu geben, der für das Verstecken spricht. Als ob die durch die Moderne begründete Architektur kein Mittel besäße, um das Verstecken baulich zu fassen. Der Akt des Versteckens entspringt dem Bedürfnis des Schutz-Suchens und wird eher durch das Unterkommen in Höhlen erfüllt denn durch das Bauen und Nutzen eines Hauses, das seine Schutzfunktion durch die Stärke seiner Konstruktion erfüllt und nicht durch Unsichtbarkeit.

Um eben jene Unsichtbarkeit zu erreichen, muss man die Sicherheit der Metaphern des konventionell Gebauten aufgeben und sich einer anderen Realitätsinterpretation bedienen. Diese entspringt dem Umgang mit dem Ausgesetzt-Sein, der Machtlosigkeit. Eine Problematik, die in der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion um Datenproprietät und globale asymmetrische Kriegsführung aktueller denn je zu sein scheint.

Ein Gebäude, welches zur Illustration dieser Denkweise herangezogen werden kann, ist das Sculpture House von Jacques Gillet. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Einfamilienhaus, das 1969 vom Architekten zusammen mit dem Künstler Felix Roulin und dem Bauingenieur René Greisch erbaut wurde. Am Rande einer Einfamiliensiedlung bei Lüttich inmitten von dichtem Bewuchs erbaut, besteht das Gebäude aus drei Zonen, die sich um eine Mitte gruppieren und in ihr verlaufen. Die Wände sind doppelt gekrümmte Schalen aus drahtgitterbewehrtem Spritzbeton, welcher innen durch Dämmschaum isoliert wurde.
Die Installation wird frei vor der Wand oder innerhalb des Dämmschaums geführt und erweckt zusammen mit dem eingestellten Mobiliar den Eindruck der Aneignung durch den Nutzer. Das Gebäude wird damit zur Antithese eines deterministischen Bauens. Wichtiger noch ist der Assimilationsprozess, dem sich das Gebäude innerhalb seiner natürlichen Umgebung unterwirft. Die Materialität der Wand erlaubt einen Bewuchs, mittels dessen das Gebäude innerhalb seiner Umgebung aufgeht. Im Verlauf der Jahre ist so aus einem Gebilde aus Schalen inmitten des verwilderten Gartens eine bewohnte Grotte geworden. Das Gebäude versteckt sich und seine Bewohner vor den Blicken seiner Nachbarn. Es nimmt hierbei gleich mehrere in der heutigen modernen Architektur diskutierte Formen der gestalterischen Intervention vorweg und erlaubt deren Betrachtung und Falsifizierung an Hand eines vergleichsweise langen Zeitraums von 34 Jahren. Aneignungsprozesse, heute als vieldiskutierte Herangehensweise aus der Betrachtung von Slum-Typologien, finden hier konkret statt, können im Rahmen eines europäischen Lebensentwurfes erfasst und analysiert werden. Assimilationsprozesse können in ihrer Langfristigen Wirkung betrachtet werden. Und schlussendlich kann man die generativen Prozesse, um die heute unter dem Begriff des Parametric Design kontrovers gestritten wird, empirisch erfassen und damit konkret bewerten.

Es steht in Frage, ob man sich für den konventionell-konstruktiven Schutzbau entscheiden kann und dennoch jene gewünschte Unsichtbarkeit erreicht. Moderne Schutzbauten wie die sogenannten falschen Chalets – Bunkeranlagen der Schweizer Landesverteidigung – stellen solche versteckte Architektur dar. Alternativ lässt sich auch der Schutz in der Masse finden. Wie bei der Merkez Moschee in Frankfurt, welche sich hinter einem kleinen Eingang in Mitten der Flure, Ein- und Durchgänge des Bahnhofsviertels versteckt. Aber auch eine ganz andere Form der Architektur, die Netzwerkarchitektur, kann hier gewählt werden.

Falsche Chalets sind Bunker, welche in den Dörfern und Weilern der Schweiz an taktisch vorteilhafter Position gebaut wurden, um einem Invasor einen möglichst hohen Blutzoll abzufordern. Ihr Gestaltungsmittel ist die Camouflage. Getarnt als Scheune, Chalet oder Garage sind diese Gebäude Teil des öffentlichen Dorflebens, ohne darin integriert zu sein. Daher wirken sie wie die Relikte des Atlantikwalls – auf verwirrende Art funktionsberaubt, da ein konventioneller Angriff nicht mehr zu befürchten steht. Sollte ein solcher Angriff doch erfolgen steht zu befürchten, dass diese Form von Feldbefestigungen im Zeitalter der bunkerbrechenden Bewaffnung obsolet geworden sind. Dennoch liegt dem seit 1995 in Umstrukturierung befindlichen Modell der Schweizer Landesverteidigung ein gültiges und breit gewünschtes raumbildendes System zu Grunde, das es zu betrachten gilt. Insbesondere, da es in seiner Form als volksheergetragene Verteidigung mit großer Mehrheit durch Volksabstimmung bestätigt wurde.

Im Februar diesen Jahres wurden im Museum der Weltkulturen in Frankfurt verschiedene Kunstobjekte der Architekturklasse der Städelschule zu versteckter Architektur unter dem Thema „Stealth Architecture“ ausgestellt. Darin haben die Ausstellenden sich verschiedener Themen rund um Frankfurt angenommen: Unter den Eingängen, Durchgängen und Fluren, die die Blockrandbebauung des Frankfurter Bahnhofsviertels durchziehen, befindet sich in der Münchener Straße ein unscheinbarer Eingang, der zur Merkez Moschee führt. Die Gemeinde umfasst etwa 65 Tausend Gläubige. Joel Roy ermittelt mit seinen eindrucksvollen Modellen die Disparität zwischen Eingangswirkung und Nutzfläche. Die Frage schwebt im Raum, ob diese Gläubigen gezwungen sind, sich und ihren Glauben zu verstecken oder ob es ein bewusstes Zurückziehen ist, das in der heutigen Gesellschaft neue Bedeutung erlangen kann.

Ein weiteres Exponat: Ein schwarzer Block mit Lasergravur, den Iva Baljkas gestaltet hat. Die Gravur gleicht einem Schaltplan, bei dem es sich um die Darstellung der Datenleitungen der Frankfurter Börse handelt. Diese Datenleitungen sind keine Architektur, doch bedingen sie diese. Der Ursprung von Architektur ist hiermit nicht mehr aus dem Nutzerbedürfnis heraus sondern aus der Erfüllung rein virtuell bedingter Ansprüche gefordert. Die konkrete Architektur, in Frankfurt als dem weltgrößten Internetknotenpunkt mit entsprechenden Gebäuden vertreten, wird zur Einhausung und Verwaltung immaterieller Herrschaftsansprüche herangezogen. Ein Prozess, der Architektur als (Stadt-)Baukunst zu entwerten droht.

Ein Bild, das Neal Stephenson 1992 in seinem Cyber-Roman „Snow Crash“ auf die Spitze treibt. „Snow Crash“ ist eine überdrehte Dystopie. Eine Architektur- und Gesellschaftskritik, die die künstlerische Interpretation und Darstellung der Frankfurter Datenleitungen als Black-Box vorwegnimmt und die heute gängige IT-Sprache maßgeblich beeinflusst hat.
Die Implikationen, die eine Realisierung der Stephensonschen Dystopie für unser Bauen hat, sind erschütternd, fußen sie doch darauf, dass die Gesellschaft und ihre Architektur einer immer mehr dynamisierten Realität nur noch willkürliche Formalismen entgegensetzen können.

Autor: Paul Mocanu

Arbeits(t)raum. Das Büro der Zukunft

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„Lichtdurchflutete Büroeinheit mit separatem Eingang in Gemeinschaftsbüro zu vermieten. Die Bürogemeinschaft ist im Bereich Werbung, Produktion und Architektur tätig und sucht Zuwachs, gerne auch in einem branchennahen Bereich.“ Willkommen im Trend, genauer gesagt, im Coworking Space. Anzeigen dieser Art lassen sich zunehmend nicht nur in den Städten der Republik – hier gesehen in Düsseldorf – sondern auch in strukturschwächeren Regionen finden. Einen guten deutschlandweiten Überblick bietet die Internetseite www.coworking.de.

Coworking versteht sich als Alternative zu Homeoffices oder eigenen Geschäftsräumen.
Insbesondere Kreative, Freiberufler, Entwickler, Tüftler oder kleinere Start-Ups profitieren von den Perpektiven, die Gemeinschaftsbüros oder -werkstätten bieten.

Im Zuge der Entwicklung neuer Arbeitsfelder und -anforderungen, einhergehend mit modernsten kommunikations- und informationstechnologischen Möglichkeiten, verändern sich Arbeitsorte und Beschäftigungsstrukturen. Neue Formen der Selbstständigkeit entstehen.

In Berlin beispielsweise wird ca. alle 20 Stunden ein neues Start-Up ins Leben gerufen. Problem: Möglicherweise eine ausgesprochen gute Idee für ein Geschäftmodell, aber wie finanzieren? Hier sind wir sogleich bei einem der wesentlichen Argumente für die Büroform Coworking, nämlich eine deutliche Senkung und zuverlässige Kalkulierbarkeit der Fixkosten.

Dass das Leben für Existenzgründer kein Ponyhof ist, stellt auch das Berliner Konzept „St.Oberholz“ fest, und bietet zusätzlich zum „Ko-Working“ auch Gastwohnungen, Gaststätte und Verlag als Rundumversorgung für den neuzeitlichen Arbeitsnomaden an.

Ein Coworking Angebot beinhaltet im Regelfall zeitlich flexiblen Zugang zum Arbeitsplatz, bzw. in Absprache mit den jeweiligen Coworkern, Postservices, die obligatorische Büroausstattung wie Drucker, Telefone, Monitore etc., W-LAN Zugang, und einen repräsentativen Konferenzraum.

Wer selbst Hand anlegen möchte, und dem die klassische Büroausstattung nicht ausreicht, dürfte sich beispielsweise in Projekten wie dem GarageLab – FabLab Düsseldorf e.V. gut aufgehoben fühlen. Der Verein unterhält seine communitybasierte Werkstatt im Coworking Space GARAGEBILK und kombiniert Handwerk, digitale Produktion und Elektronik. Neben dem Basteln und Experimentieren im Sinne des Do-It-Yourself-Gedankens, fokussiert das Projekt auch hochtechnologischen Verfahren, dem 3D Print und Rapid Prototyping, zu deutsch: dem schnellen Modellbau.

Rapid Prototyping bedeutet, dass in digitaler Form vorliegende Werkstücke überarbeitet und reproduziert werden können. Die dreidimensionale Umsetzung geschieht z.B. mithilfe des Fused Deposition Modeling (FDM). Bei diesem Verfahren wird Kunststoff erhitzt, dieser verflüssigt sich und dann wird ein Bauteil schichtweise mit der geschmolzenen Masse aufgebaut. Es erhält die gewünschte Festigkeit nach der Abkühlung.

FabLabs im Allgemeinen verstehen sich als offene Werkstätten, die allen Interessierten, unabhängig von Vorkenntnissen oder Herkunft, den Zugang zu Hochtechnologien ermöglichen wollen. 2002 wurde das erste FabLab Labor von dem amerikanischen Physiker und Informatiker Neil A. Gershenfeld am Massachusetts Institute of Technology (MIT) gegründet und die Bewegung breitet sich seither global aus. Privatpersonen oder Arbeitsgruppen werden modernste industrielle Produktionsverfahren für individuellen Einzelanfertigungen, Prototypen oder Kleinserien von Bauteilen zur Verfügung gestellt und ihre Handhabung vermittelt. Zum computergesteuerten Maschinenrepertoire zählen neben den bereits zuvor angesprochenen 3D Druckern und dem Rapid Prototyping beispielsweise auch CNC-Maschinen oder Laser-Cutter.

Kostenkontrolle und Zugang zu neuen Technologien sind wichtige Elemente für den sich abzeichnenden Trendfaktor des Coworking. Doch dies sind nicht die einzigen Standbeine. Gleich auf der ersten Seite der Homepage der GARAGEBILK bringt man es auf den Punkt: „Professionelle Arbeitsplätze gibt es bei uns natürlich. Viel wichtiger aber sind die unbezahlbaren Kontakte, die gemeinsamen Veranstaltungen und Projekte, die Gespräche zwischendurch, die Zusammenarbeit ohne Hierarchien, das tägliche Zusammentreffen von Ideen mit Unternehmern – Wir nennen es Zukunft der Arbeit!“

Zum einen offeriert Coworking ein Maximum an Freiheit und Flexibilität in Abwesenheit von festgelegten Hierarchien, man kann „sein eigenes Ding machen“, Ideen und sich selbst verwirklichen. Trotz geringem Startkapital und mit unsicherer Auftragslage in der Anfangsphase. Zum anderen bedeutet dies allerdings gleichermaßen ein Höchstmaß an Engagement und Eigenverantwortung, um in der Sache erfolgreich zu sein.

Umso wichtiger scheint es zu sein, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Das Büro wird zum Ort professioneller Kommunikation in lockerer Atmosphäre. Halb privat und halb öffentlich. Es herrscht teils hohe Fluktuation unter den Mitgliedern solcher Arbeitsgemeinschaften, nichts ist statisch, Wechsel und Veränderungen ermöglichen neue Impulse und Kontakte. Hierbei zählen nicht nur die fachlichen Kompetenzen, von denen die Coworker gegenseitig profitieren können, sondern sie ziehen ebenso Nutzen aus der wechselseitigen Anerkennung der eigenen Arbeit und Fähigkeiten, kurz, sie erfahren soziale Bestätigung. Durch die Synergieeffekte entstehen zudem nicht allein Arbeits- sondern auch Kulturräume.

Ist dies nun nicht nur der Arbeitsraum, sondern tatsächlich auch der Arbeitstraum der Zukunft? Ein Königsweg, um modernen Arbeitsanforderungen und Bedürfnissen gerecht zu werden ? Im Kontext neuer, zunehmend globalisierter Arbeitsformen scheint Coworking zumindest den Bedürfnissen vieler Kreativer und Freiberufler durchaus gerecht zu werden.

Aus soziologischer Perspektive spricht man von dem Phänomen der „Entgrenzung der Arbeit“. Damit gemeint ist eine fortschreitende Auflösung zeitlich, sachlicher sowie räumlicher Strukturen betrieblich organisierter Arbeit. Flexibilisierung und Subjektivierung von Arbeit sind hier weitere Stichworte. Kritisch zu bemerken ist, dass Flexibilität, einhergehend mit maximaler individueller Freiheit, auch zwangsläufig massive Unsicherheiten mit sich bringen kann. Berufliche, finanzielle und private Planung wird komplexer, schwieriger oder gar mittel- bis langfristig betrachtet, unmöglich. Die Betonung des Gemeinschaftssinnes der Coworking-Community wirkt dem zumindest ideell entgegen. Inwieweit sich dies in der Praxis bestätigt, wird die Zukunft zeigen.

 

 

 

 

 

Architektenportrait Toyo Ito

Wie Toyo Ito zur Architektur kam? Er antwortete auf diese Frage: „Ich habe zuerst die Aufnahmeprüfung für Literatur an der Universität Tokyo gemacht, bin aber durchgefallen, daraufhin dachte ich über das Studium des Bauingenieurwesens nach und erst dann bin ich zur Architektur gekommen. Wichtiger war mir gewesen, dass ich an der Universität Baseball spielen konnte.“

Dass er mit seiner ein wenig zufällig anmutenden Berufswahl goldrichtig lag, würdigte am 29. Mai 2013 auch das Pritzker-Preis Komitee und adelte den Japaner mit der höchsten Auszeichnung der architektonischen Fachwelt. Der Name Toyo Ito steht in diesem Jahr am Ende einer illustren internationalen Liste ausgezeichneter Architekten: Norman Foster, Peter Zumthor, Tadao Ando, Zaha Hadid…um nur einige zu nennen.

Während eines Praktikums im Büro Kiyonori Kikutake Architects and Associates empfand der 1941 in Seoul geborene Japaner erstmals echtes Interesse für die Architektur und schrieb sich 1961 im Fachbereich Architektur an der Universität Tokyo ein.

Das Studium schloss Toyo Ito 1965 als Jahrgangsbester ab und setzte seine Arbeit im Büro Kikutake bis 1969 fort. Eigenen Angaben zufolge arbeitete er dort so viel wie nie zuvor und nie wieder danach in seinem Leben – vor allem an großen Wohnbauprojekten.

1971 gründete Toyo Ito sein erstes Architekturbüro unter dem Namen Urban Robot (URBOT) in Tokyo. Der Name zielte auf eine Symbiose aus Technik und Architektur ab. Es entstand das „Aluminium House“, ein Wohnhaus für die Familie seiner ältesten Schwester mit Anlehnung an die traditionelle japanische Architektur durch ein großes Holzskelett und steile Treppen. Die Tradition brachen allerdings die mit Aluminium verkleidete Aussenwände. Experimentierfreude und ungewöhnliche Ideen erwiesen sich im weiteren Verlauf seiner Karriere als Markenzeichen.

1976 baute Toyo Ito für seine zweite, soeben verwitwete, Schwester das „White U“, von ihm auch „Garden of the Lights“ genannt. Ein Versuch, Architektur als Garten umzusetzen. Ito entwarf einen „Lichtgarten“ zwischen 2 U-förmigen Betonwänden. Aufgrund des einfallenden Lichts entstand durch obere und seitliche Öffnungen im Raum ein schneeweißer Zylinder – im Tagesverlauf ein vielfältig- und farbig projeziertes Lichtspiel. „Projektionen aus Licht machen die Dekoration des Raumes mit Bildern unnötig. Das ist eine Auffassung, die man von einem Architekten wie mir, der Architektur nur in Formen wahrnimmt, erwarten kann.“ Das Leben im Inneren des „White U“ wurde durch Schwere des nach außen hin nahezu fensterlosen Betons von der Umgebung abgeschottet, geschützt.

1979 änderte Toyo Ito den Namen des Büros in „Toyo Ito & Associates, Architects. Drei Jahre später begann er mit der Planung seines eigenen Wohnhauses, dem „Silver Hut“. Dieser Entwurf kontrastierte im Vergleich zum „White U“ mit Offenheit und leichter Materialität. Anstelle von Beton wurde Stahl- und Aluminiumblech verwendet und eine leichte Dachhaut konstruiert. Auch hier wurde das Thema Licht nicht vernachlässigt. „Ich habe angefangen, eine Architektur zu entwerfen, die mit Elementen der Natur, zum Beispiel Licht und Wind, umgeht und sie kontrolliert. Das Projekt, bei dem ich diesen Gedanken zum ersten Mal verwirklicht habe, war mein eigenes Wohnhaus.“ Hier wird die Dynamik deutlich, mit der Toyo Ito seine Architektur den Umgebungsverhältnissen und Bedürfnissen der Bewohner anpasst. Seine Entwürfe folgen den Unterschieden, nehmen sie auf und verwandeln sie in individuelle, adäquate Architektur. Für den Entwurf des „Silver Hut“ erhielt Ito den Preis des Architectural Institute of Japan.

Es folgte ein Vielzahl an realisierten Entwürfen für die unterschiedlichsten Lebensbereiche: Der „Turm der Winde“ in Yokohama (1986), auf der Insel Kyushu das städtische Museum (1989-91), ein Altersheim (1992-94), und eine Feuerwehrstation (1992-95) sind nur einige Beispiele hierzu. Toyo Itos Architektur fand zunächst überwiegend in Japan statt, internationaler baute er erst ab der Jahrtausendwende. In Deutschland entstanden bereits in der 1990er Jahren Bauwerke nach seinem Entwurf. 1991 war er für das Lichtdesign der Frankfurter Oper verantwortlich. 1993 wurde ein öffentlicher Kindergarten in Eckenheim fertiggestellt. Im Rahmen der EXPO 2000 in Hannover erstellte er den „Health Futures“ Pavillion.

Es folgten weitere Projekte in Europa und Asien: Das „Aluminium Brick House“ in Groningen (2005) mit einer holzrahmenverkleidenden Aluminiumstruktur, „VivoCity“ in Singapur (2006) – eine Konstruktion aus bewehrtem Beton und teilweise mit Stahlrahmen konzipiert, sowie das „Hospital Cognaqc-Jay“ in Paris und das „Stadium für die World Games“ in Taiwan, ebenfalls eine Stahlrahmenkonstruktion mit bewehrtem Beton (2009).

Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählt laut eigener Aussage die 2001 im japanischen Sendai fertiggestellte „Mediathek“. Im Wesentlichen ist die Mediathek Kunstgalerie und Bibliothek. Doch sie unterscheide sich auf viele Arten von konventionellen öffentlichen Gebäuden. Der Gedanke war feste Barrieren zwischen den verschiedenen Medien zu entfernen. Eine einfache, offene Struktur spiegelt diese Idee wider. Flache Betonplatten in Wabenstruktur werden mit 13 Rohren durchdrungen, die Wände auf jeder Etage auf eine Minimum reduziert – diese eigenwillige Konstruktion zeichnet sich durch hohe Stabilität aus und hielt dem großen Erdbeben 2011 stand. Die unterschiedlichen Funktionsbereiche des Gebäudes können frei auf den offenen Arealen verteilt werden. Mit der Mediathek setzt Toyo Ito erneut einen Grundgedanken seines architektonischen Schaffens um: “Architecture is bound by various social constraints. I have been designing architecture bearing in mind that it would be possible to realize more comfortable spaces if we are freed from all the restrictions even for a little bit.“

2011 eröffnete in Imabari, auf der japanischen Insel Omishima das von ihm selbst entworfene „Toyo Ito Architekturmuseum“. Es besitzt die Form eines Schiffdecks und ist als dreidimensionales graphisches Objekt aufgebaut, in dem mehrere Ebenen aus Stahlplatten konstruiert wurden. Auch im Inneren sind schräge Wände mit unterschiedlichen Winkeln vorzufinden. Trotz – oder gerade aufgrund der starken graphischen Akzentuierung und der massiven stahlbetonten Ausführung – fügt sich der Bau als ästhetisches Statement in die Insellandschaft ein. Der Bau ist der erste in Japan, mit dem sich ein Architekt selbst ein Denkmal gesetzt hat. Ausgerechnet die Form eines Schiffsdecks zu wählen um eine Insel zu bebauen, zeugt erneut von Toyo Itos Fähigkeit, den Charakter eines Standortes zu erkennen und zu wahren.

Damit ist dem Tenor der Pritzker-Preis Jury zu folgen. Sie begründet ihre aktuelle Wahl damit, dass „ Toyo Ito im Laufe seiner Karriere in der Lage gewesen sei, ein Werk zu produzieren, das konzeptionelle Innovation mit hervorragend ausgeführten Gebäuden kombinierte. Er erstellte über 40 Jahre lang herausragende Architektur, Bibliotheken, Häuser, Parks, Theater, Bürogebäude, Pavillons. Jedes Mal versuchte er die Möglichkeiten von Architektur auszudehnen. Dies mit einem einzigartigen professionellen Talent, die Chancen eines jedes Auftrags und jedes Ortes wahrzunehmen und auszuloten.“
Toyo Itos Reaktion: „Wenn ein Bau fertig ist, werden mir jedenfalls schmerzhaft meine eigenen Unzulänglichkeiten bewusst, und das wird in Energie umgewandelt, um mich dem nächsten Projekt zu stellen“.

Kritiker könnten Ito Stillosigkeit vorwerfen, doch auf die Frage, ob Stillosigkeit gar sein Stil sei, antwortete der Architekt: „ Wenn ich es schaffen könnte, stillos zu bleiben, fände ich das am Besten. Was mir zuwider wäre, wäre die Vorstellung von mir, selbst als eines Fertigen, Vollkommenen, am Ende des Weges Angekommenen. Ich möchte immer wieder einen anderen Weg versuchen.“

Genau das ist es, was Toyo Itos Architektur so bemerkenswert macht – die Freiheit, sich natürlichen und menschlichen Aspekten zu öffnen, ihre Heterogenität anzuerkennen und daraus Lebensräume zu schaffen. Der Weg als der Weg und nicht als das Ziel.

Chile

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Chile ist ein Staat im Südwesten Südamerikas und erstreckt sich über eine Länge von 4300 km entlang der Küste des Pazifischen Ozeans. Damit besitzt Chile die längste Küste der Welt und bietet eine große Vielfalt an landschaftlichen Kontrasten. Im Norden des Landes befindet sich die Atakamawüste, die als die trockenste Wüste der Welt gilt. Man könnte demnach leicht annehmen, hier gäbe es nur karges Ödland zu sehen. Dem ist nicht so: mit ihren zahlreichen Salzfeldern, Oasen, Geysiren, Seen sowie den Flamingos in der Lagune Chaxa, gehört die Atakamawüste zu den abwechslungsreichsten Reisezielen in Chile.

In seiner Mitte besticht das Land mit mediterran anmutenden Küsten und überrascht schließlich im Süden mit beeindruckenden Fjorden und Gletschern. Da Chile ein Teil des pazifischen Feuerrings ist, begegnen einem vielerorts Vulkanlandschaften. Im Norden, von der Grenze zu Peru bis südlich der Atacama Wüste, befinden sich eine ganze Reihe aktiver Vulkane. Auch in der Nähe von Santiago de Chile gibt es einige.

Plant man nun eine Architekturreise durch Chile so wird der Ausgangspunkt in aller Regel die Hauptstadt Santiago de Chile, kurz Santiago, sein. Schon deshalb, weil die meisten Flüge aus anderen Kontinenten in diese Stadt führen. Die Hauptstadt Chiles liegt im Zentrum des Landes auf 550 Metern Höhe in einem Talkessel am Fuß der Anden. Da Santiago in einem Erdbebengebiet liegt wurden Teile der Stadt regelmäßig zerstört, so dass sich die Architektur immer wieder erneuert hat. Heute findet man daher neoklassizistische Bauwerke aus der spanischen Kolonialzeit neben moderner Architektur. Im Vergleich zu anderen Großstädten Lateinamerikas geht es Santiago wirtschaftlich sehr gut, was auch in den neuen Bürohochhausvierteln zum Ausdruck kommt. Aktuell wird im Nordosten der Stadt ein Bürogebäude, der Gran Torre Santiago, hochgezogen. Das Gebäude ist schon heute mit seinen 300 m das höchste in Südamerika. Die offizielle Einweihung wird für 2014 erwartet.

Widmet man sich zunächst den älteren Bauwerken, kommt man an einer Besichtigung des Palacio de la Moneda in der Calle Moneda, nicht vorbei. Erbaut von 1786-1812 im neoklassizistischen Stil nach den Plänen des Architekten Joaquín Toesca handelt es sich hierbei ursprünglich um Chiles Münzprägeanstalt. Joaquín Toesca war Italiener der in der Kolonialzeit für den spanischen König in Chile tätig war. Der Palast wurde schließlich durch den Militärputsch von 1973 weltweit bekannt als der damalige General und spätere Diktator Augusto Pinochet den amtierenden Präsidenten Salvador Allende stürzte. Bis heute ist es der Präsidentenpalast. Auffällig ist, das das Gebäude etwa dreimal so breit wie hoch ist, was die Stabilität der Regierung symbolisieren soll. Der Palast umfasst einen ganzen Häuserblock. Dessen Innenhöfe sind zu bestimmten Zeiten für die Öffentlichkeit zugänglich.
Ein weiteres traditionelles Wahrzeichen ist die Iglesia de San Francisco, eine franziskanische Kirche aus dem 16. Jahrhundert, die sich an der Avenida Libertador General Bernardo O’Higgins befindet. Sie ist ein dreischiffiger basilikaler Bau mit Steinfundamenten, Backsteinmauerwerk, Steinstützen, Holzdachkonstruktion und Dachziegeln. Da sie als einzige Kirche sämtliche Erbeben nahezu schadlos überstanden hat, ist sie inzwischen Chiles älteste Kirche. Lediglich der Turm musste mehrmals erneuert werden. Der aktuelle Turm ist im Stil der viktorianischen Architektur errichtet worden. Direkt neben der Kirche befindet sich das ehemalige Kloster Convento de San Francisco.

Ein Gebäude, das einen Brückenschlag zwischen Alt und Neu darstellt, ist das ehemalige Diego Portales Gebäude an der Hauptverkehrsstraße Alameda. Es war ursprünglich unter Salvador Allende errichtet worden und beherbergte Regimeinstitutionen. Das schmucklose und abweisend wirkende Gebäude wurde 2006 durch einen Brand größtenteils zerstört. 2010 wurde es nach Plänen von Cristian Fernandez Arquitectos und Lateral Arquitectura wieder auf- und umgebaut. Heute befindet sich dort ein Kulturzentrum mit Dokumentationszentrum über Kunst und Musik, eine Probebühne und ein großer Vorführungssaal für 2.000 Zuschauer. Die tragende Gebäudekonstruktion besteht aus Stahl- und Sichtbeton. Außerdem wurden Stahl, Glas und Holz eingesetzt. Charakteristisch ist der Einsatz von Cortenstahl in der Fassade. Die rostrote Optik soll symbolisch eine sichtbare Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schaffen.
Es lohnt sich im Anschluss ein Spaziergang über die Alameda, da man hier immer wieder auf Häuser im Kolonialstil neben moderner zeitgenössische Architektur stößt – auf Monumente und öffentliche Gebäude, wie z.B. die Nationalbibliothek.

Möchte man von Santiago aus weiter den Norden Chiles bereisen, so kann man einen Flug in die nördlich gelegene Atacamawüste buchen. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit nach Calama zu fliegen. Als idealer Ausgangspunkt zu den Sehenswürdigkeiten in der Umgebung bietet sich San Pedro de Acatama an. Es ist mit knapp 2000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Siedlung der Gegend. Vor Ort kann man die 400 Jahre alte Adobe-Kirche Iglesia de San Pedro und das Archäologische Museum Museo Archéologico Padre le Paige besichtigen.
Von San Pedro aus gelangen Reisende, die Interesse an der Geschichte Chiles haben nach Pukará de Quitor. Hierbei handelt es sich um die Ruinen der Flucht- und Wohnburg aus der Zeit von 1300 n. Chr.. Erbaut wurde die Siedlung von den Atacameños, den Gründern der so genannten San-Pedro Kultur. Es gibt noch insgesamt 164 Gebäude, bzw. deren Überreste zu besichtigen.
38 km weiter südlich liegt Toconao, ein kleines Dorf, in dessen Zentrum die Kirche mit dem weißen Glockenturm steht. Der Turm steht separat neben der eigentlichen Kirche. Auch die übrigen Häuser sind aus weißem Vulkanstein (Tuffstein) gebaut und bilden einen malerischen Anblick.

Wer es etwas ungewöhnlicher mag, den reizen möglicherweise die Geisterstädte der ehemaligen Salpeterminen, die man weiter westlich zwischen Antofagasta und Iquique findet. Die Städte entstanden hier Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20 Jahrunderts. Als aber Deutschland als größter Abnehmer während des 2. Weltkrieges nicht mehr beliefert werden durfte, wurde der Abbau eingestellt. Die Arbeiter verließen die Kleinstädte, und man kann heute noch die teilweise zerfallenen, geisterhaft wirkenden Wohngebäude, Freizeiteinrichtungen und Industriebetriebe besuchen. Chacabuco ist eine dieser Städte. Ursprünglich lebten hier 10.000 Menschen. Nachdem die Mine 1938 geschlossen wurde funktionierte Pinochet die verlassene Stadt kurzerhand zum Gefangenenlager um.

Wer abschließend den Norden des Landes bereisen möchte, dem sei unter architektonischen Gesichtspunkten ein Abstecher auf die Insel Chiloé empfohlen, Südamerikas zweitgrößte Insel. Sie ist wegen ihrer Holzkirchen und der typischen Pfahlbauten bekannt geworden und lebt inzwischen überwiegend vom Tourismus aber auch von der Fischerei und Landwirtschaft. Castro ist Hauptstadt der Insel. Die berühmten Holzkirchen der Stadt wurden 2000 zum Weltkulturerbe ernannt. Eine davon ist die Iglesia de San Francisco an der Plaza de Armas mitten in Castro. Eine weitere sehenswerte Holzkirche ist die Iglesia Nuestra Señora de Gracia im 5 km entfernten Ortsteil Nercón, die 1886-90 hauptsächlich aus dem Holz der Coihue-Südbuche, einem besonders feuchtigkeitsresistenten Holz erbaut wurde. Eine weitere Attraktion sind die so genannten Palafitos. Das sind die Pfahlbauten am Strand, in denen überwiegend Fischer wohnen. Um die Erreichbarkeit mit dem Boot zu erleichtern, wurden sie direkt an den Strand ins Wasser gebaut. Sie besitzen in der Küche eine Klappe nach unten zum Strand bzw. Meeer, so dass die gefangenen Fische direkt vom Boot aus am Ort ihrer Bestimmung abgeladen werden können. Auch die einfachen, bunten Holzhäuser im ländlichen Chiloé verfügen über eine Besonderheit. Sie sind so leicht konstruiert, dass eine Familie mitsamt des Hauses umziehen kann. Regelmäßig werden die Häuser mittels Ochsenkarren und vieler helfender Hände umpositioniert.
Chile bietet also über seine gesamte Länge sowohl in landschaftlicher als auch in kultureller und architektonischer Hinsicht vielfältige Ausflugsziele und hat letztlich noch jeden Besucher in seinen Bann gezogen, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Chilenen als besonders gastfreundliche Menschen gelten.

Autorin: Eva Kruse-Bartsch

Empfehlungen für die Umsetzung des Energiekonzepts des Bundes: Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP analysiert alternative Sanierungsfahrpläne

Das Energiekonzept der Bundesregierung kann die künftigen Wohnkosten je nach Art der Umsetzung unterschiedlich stark erhöhen. Das ergab die Studie »Energetische Gebäudesanierung in Deutschland« des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP und der TU Darmstadt, in der die Wissenschaftler verschiedene Lösungsansätze erarbeitet haben. Im Fokus der Fraunhofer-Forscher standen dabei zwei unterschiedliche Szenarien – ein technologieoffener und ein technologiegebundener Ansatz – die im direkten Vergleich analysiert und bewertet wurden. »Aus technischer und ökonomischer Sicht ist ein technologieoffener Sanierungsfahrplan mit konkreten Zielvorgaben, jedoch ohne Fest-legung einer bestimmten Umsetzungsart der kostenoptimale Weg«, sagt Hans Erhorn, Leiter der Abteilung Wärmetechnik im Fraunhofer IBP.

In Auftrag gegeben hatte die Studie das Institut für Wärme- und Öltechnik e.V. IWO. Darin sollten das Fraunhofer IBP und das Forschungscenter für betriebliche Immobilienwirtschaft FBI der TU Darmstadt untersuchen, welcher Weg sich am besten eignet, die angestrebte Primärenergieeinsparung zu erreichen und gleichzeitig die finanzielle Belastung für Eigentümer und Mieter so gering wie möglich zu halten. Das Konzept der Regierung sieht vor, den Primärenergiebedarf für die Raumwärmeerzeugung privater Haushalte bis 2050 um 80 Prozent zu senken.
Bei Fortführung des aktuellen Trends mit einer Sanierungsquote von etwa 1% pro Jahr sinkt der Energieverbrauch bis 2050 um ca. 64 Prozent. Um die noch fehlenden 16 Prozent einzusparen, müssen im Bereich der energetischen Sanierung effizientere Technologien entwickelt werden, sowie die Sanierungs-aktivitäten gesteigert werden. Das Energiekonzept der Bundesregierung legt diese Veränderungen bei seinen Annahmen zwar zugrunde, die Finanzierung der Maßnahmen müssen jedoch die privaten Haushalte übernehmen. Wie die Studie von Fraunhofer IBP und FBI aufzeigt, müssen bis 2050 somit 2,1 Billionen Euro in die Sanierung von Ein- oder Mehrfamilienhäuser investiert werden.

Sanierungsfahrpläne für die Energiewende
Das Fraunhofer IBP war während der Studie für die Entwicklung und energetische Bewertung alternativer Sanierungsfahrpläne zuständig. Dazu wurden drei verschiedene Varianten betrachtet: Im Basis-Szenario beschreiben die Wissenschaftler die momentane Entwicklung des Sanierungsverhaltens unserer Gesellschaft und die angekündigten Verschärfungen der Anforderungen durch die Regierung. Dies ist zur Zielerreichung aber nicht ausreichend. Das zweite und dritte Szenarium zeigen unterschiedliche Vorgehensweisen, um die Vorgaben des Energiekonzepts der Regierung einzuhalten. Letztere wurden eigens vom Fraunhofer IBP entwickelt und miteinander verglichen. Bei dem ersten Fahrplan handelt es sich um einen technologieoffenen Ansatz, in dem Immobilieneigentümer die Energie¬einsparmaßnahmen wie beispielsweise Außen- oder Innendämmung, frei wählen können, solange damit das Energiesparziel erreicht wird. Der technologiegebundene Ansatz schreibt den Eigentümern per Gesetz die Art der Maßnahmen und deren zeitliche Umsetzung vor.
Das Forschungszentrum Betriebliche Immobilienwirtschaft FBI der TU Darmstadt prognostizierte die Kosten der Ansätze für die Umsetzung und analysierte die finanzielle Belastung für Eigentümer und Mieter. So konnten die Forscher die beiden Sanierungsfahrpläne im unmittelbaren Vergleich bewerten.
Technologiegebundener versus technologieoffenen Ansatz
Das Ergebnis ist eindeutig: Der technologiegebundene Ansatz ist mit rund 2,1 Billionen Euro um 22 Prozent kostenintensiver als der technologieoffene, der mit rund 1,7 Billionen Euro zu Buche schlagen würde.
Mit einem technologieoffenen Sanierungsfahrplan lassen sich die Kosten je nach Gebäudetyp zwischen 16 und 33 Prozent reduzieren. Haushalte, die ein Nettoeinkommen von unter 2000 Euro haben, müssen im Falle einer techno-logiegebundenen Regulierung mit einer Wohnkostensteigerung bis 2050 um 26,4 Prozent rechnen, bei der technologieoffenen Variante wären es noch 19,6 Prozent.
Die Studienersteller sprechen sich für den technologieoffenen Sanierungs¬fahrplan mit einer konkreten Zielvorgabe aus. Allgemein gültige, technologieoffen formulierte Sanierungsfahrpläne schaffen neue Zielhorizonte und Planungssicherheit für die Baubranche wie auch für die Eigentümer und Mieter. Unterstützend ist zudem eine etappenweise Betrachtung mit Zwischenzielen sinnvoll. Eine Festlegung auf eine technologiegebundene Umsetzungsart, um das Energiesparziel zu erreichen, halten sie jedoch für kritisch. Es müssen auch künftig individuelle und situationsbedingte Gegeben¬heiten der Wohngebäude bei Sanierungen Berücksichtigung finden, damit Kosten minimiert werden können.

 Innovative Sanierungskonzepte:

1. Retrokit

In dem von der Europäischen Union geförderten Projekt „RetroKit“ werden Methoden zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden erarbeitet. Ziel des Projektes ist es, neben technologischen, auch soziale, industrielle und wirtschaftliche Barrieren für Sanierungsmaßnahmen, durch die Entwicklung einer modularen und damit flexiblen Sanierungs-Box, zu überwinden.

Die multifunktionalen, vorgefertigten Module ermöglichen eine einfache und kostengünstige Umrüstung sowie einen effizienteren Bauablauf. Zugleich bieten sie die Möglichkeit verschiedene Technologien, beispielsweise Systeme zur Nutzung erneuerbarer Energien oder effiziente Lüftungssysteme, in Dächer und Fassaden zu integrieren. Optimal geeignet sind diese Sanierungstechniken für Mehrfamilienhäuser aus den Jahren 1950 bis 1970, da diese eine oft einheitliche Fassadenstruktur bei gleichzeitig hohem energetischem Einsparpotential haben und in ähnlicher Bauart in ganz Europa zu finden sind.

Neben der Entwicklung von innovativen technischen Lösungen werden im Projekt Entscheidungshilfen für Bauherren und Planer entwickelt, die neben dem möglichen Energieeinsparpotential, ebenso Kosten, Bauzeiten, Aspekte der Qualitätssicherung und der Architektur in einem nachhaltigen Ansatz berücksichtigen. 18 Partner aus 10 verschiedenen Ländern kooperieren bei der Entwicklung der Systeme, die jeweils an einem Gebäude in Frankfurt, Amsterdam und in Madrid in einer realen Sanierung demonstriert werden sollen.

 2. Minimalinvasive Sanierung

 Gebäudesanierungen haben enorme Bedeutung, wenn es um die Reduzierung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen geht. Traditionell erfolgen die nötigen Baumaßnahmen getrennt nach Gewerken. Da häufig die Einzelmaßnahmen nicht aufeinander abgestimmt sind, kommt es meist zu langen Sanierungszeiten, Baumängeln und einer hohen Beeinträchtigung der Gebäudenutzer. Durch ein umfassendes Sanierungskonzept und den Einsatz minimalinvasiver Sanierungsabläufe können diese Probleme weitgehend vermieden werden.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Projekt zielt auf die Entwicklung und Erprobung sowie anschließende Demonstration eines Sanierungskonzeptes mit industriell vorgefertigten multifunktionalen Gebäudeteilen und Bauteilkomponenten ab. Ein solches Konzept ist bei vielen Bestandsbauten einsetzbar, die vergleichsweise unkomplizierten Fassaden von Mehrfamilienhäusern der Wiederaufbaujahre bieten sich hierfür jedoch geradezu an.

Die Vorfertigung reduziert den Montageaufwand vor Ort ebenso wie die Beeinträchtigung der Bewohner. Durch vorgefertigte Fassadenelemente lässt sich der Primärenergieverbrauch für Raumheizung und Warmwasseraufbereitung deutlich senken (Werte < 40 kWh/m2a). Ein schneller und damit kostengünstiger Bauprozess kann Mietausfallzeiten reduzieren, wenn nicht sogar komplett vermeiden. Bei der Integration anlagentechnischer Komponenten wird durch eine Verwendung einfacher und robuster Systeme besonders auf eine Minimierung der Bauunterhaltskosten geachtet. Auch eine direkte Integration von aktiven Solarkomponenten in die Fassade ist möglich.

 3. FreshAirWall

Innovative Fassadendämmung mit integrierter Lüftung Lüftungsführung

 Einen innovativen Sanierungsansatz mit Mehrfachnutzen bietet das Lüftungssystem FreshAirWall, das vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP gemeinsam mit dem Kooperationspartner Schwenk Dämmtechnik entwickelt wurde.

Um die energetische Qualität eines Gebäudes entscheidend zu verbessern und auf das Niveau eines Niedrigenergiehauses zu bringen, empfiehlt es sich, neben baulichen Maßnahmen, auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung vorzusehen. Speziell im Bestand ist der notwendige Aufwand für die Installation bislang meist das größte Hindernis. Eine Nachrüstung im Innenraum ist unmittelbar mit Lärm und Schmutz und folglich mit einer Beeinträchtigung der Bewohner verbunden. Auch bauliche Gegebenheiten wie Raumhöhe oder Raumaufteilung erschweren oder verhindern gar die Nachrüstung einer Lüftungsanlage.

Die Lösung hierfür bietet das patentierte System „Fresh Air Wall“ durch die innovative Kombination von Gebäudedämmung und Gebäudelüftung. Das Einbringen der Lüftungskanäle in die Wärmedämmverbundplatten erfolgt bereits im Werk, sodass der Montageaufwand vor Ort nur geringfügig über dem eines üblichen Wärmedämmsystems liegt. Kernbohrungen durch die Gebäudewand von innen ermöglichen die Anbindung der Lüftungsanlage an die Räume. Für den Einsatz in der Altbausanierung sprechen neben baulichen Gegebenheiten und der Minimierung von Schmutz und Lärm, die enormen Kostenvorteile, die durch die nicht benötigten Rohrleitungen sowie die Vorfertigung entstehen.

Die intensive Testphase des neuartigen Dämmsystems läuft an einem zweigeschossigen Wohnhaus aus den 1920er Jahren in Kassel. Neben der Untersuchung und Bewertung des Sanierungsprozesses wird das Sanierungssystem im Rahmen von detaillierten Simulationsstudien sowohl thermisch als auch hydraulisch hinsichtlich der Energieeffizienz optimiert. Die Entwicklung und Validierung von thermisch-dynamischen Modellen für die Dämmelemente sowie die Kanalführung sind hierbei Voraussetzung für die Erarbeitung von Auslegungsempfehlungen und Planungstools. Neben diesen Fragestellungen werden im Projekt akustische und hygienische Aspekte sowie die Sicherstellung der Brandschutzanforderungen betrachtet.

4. Entwicklung alternativer Wärmeversorgungskonzepte im Rahmen der Sanierung

Im Zuge der Sanierung der Heinrich-Lübke-Siedlung, einer typischen Siedlungsstruktur der späten 70er Jahre in Frankfurt am Main, werden durch das Fraunhofer-Institut für Bauphysik verschiedene Wärmeversorgungskonzepte entwickelt und sowohl energetisch als auch ökonomisch bewertet.
Ziel der Untersuchung ist die Entwicklung alternativer Wärmeversorgungskonzepte, die eine Vorbildfunktion für die nachhaltige Sanierung von Großsiedlungen der 1970er Jahre erfüllen können. Hierzu werden verschiedene Varianten der Wärmeversorgung unter Einbezug des bereits existierenden Nahwärmenetzes untersucht und mit dem derzeit angedachten Versorgungskonzept verglichen.
Betrachtet werden, auf Grundlage einer dynamisch-thermischen Gebäudesimulation zur Berechnung des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser, sowohl dezentrale Konzepte als auch Varianten, die auf einer gebäudezentralen Versorgung basieren. Diesbezüglich wird beispielsweise die Verwendung solarer Nahwärmekonzepte, verschiedene Wärmepumpensysteme und der Einsatz einer Kraft-Wärme-Kopplung betrachtet. Zudem wird eine bauphysikalische Variante im Gesamtkonzept entwickelt und bewertet, durch deren verbesserten Wärmeschutz eine größtmögliche Minimierung des Energiebedarfs erreicht wird.
Da sich eine große Anzahl unsanierter Gebäude bis Baujahr 1978 in zentral versorgten Siedlungsstrukturen befindet, ist eine Übertragbarkeit der aus der Studie gewonnenen Erkenntnisse auf vergleichbare Gebäudeensembles gegeben.

SANIEREN BELIEBTER ALS NEU BAUEN – EXPERTEN GEFRAGT

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Junge Deutsche wollen am liebsten in sanierten Altbauten leben // WINGS

Fernstudiengang „Master Bautenschutz“ startet ins neue Semester

Der Traum vom neu gebauten Eigenheim ist bei jungen Deutschen längst überholt. Fast jeder zweite unter 44 Jahren könnte sich vorstellen – oder wünscht es sich sogar – in einem denkmalgeschützten Gebäude zu wohnen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des
Allensbach-Instituts. Professor Helmuth Venzmer, Studiengangsleiter des berufsbegleitenden Fernstudiengangs „Master Bautenschutz“ bei WINGS, dem Fernstudienzentrum der Hochschule Wismar, bestätigt diesen Trend: „Nahezu 75 Prozent des gesamten Baugeschehens finden heute bereits an bestehenden Häusern statt.“ Sanierte Altbauwohnungen sind aber nicht der einzige Grund für die hohe Bauaktivität im Altbau-bestand. Öffentliche historische Gebäude werden besonders gerne saniert. Bestes Beispiel sind die hergerichteten Innenstädte der neuen Bundesländer. Die Bevölkerung befürwortet das: Über 80 Prozent der Deutschen bevorzugen laut Allensbach sanierte Bauten in Stadt-zentren gegenüber Neubauten. Helmuth Venzmer: „Die Arbeit an alten Gebäuden ist die Basis unserer Arbeit. Und auch der neue Trend, dass junge Leute in sanierte Altbauten ziehen wollen, macht unseren Berufsstand zukünftig immer wichtiger.“ Im Fernstudiengang „Master Bautenschutz“ bei WINGSlernen Studierende, wie Gebäude saniert und restauriert werden und gleichzeitig bautechnische Schäden vermieden werden können. Nach erfolg-reichem Studienabschluss erhalten die Absolventen den international anerkannten akademischen Grad „Master of Science (MSc.)“.

Weitere Informationen unter www.wings-fernstudium.de

Studienthemen sind praxisbezogen
Welche Sanierungsverfahren werden wann eingesetzt, wie sind Bauschäden zu analysieren
und wie können Gebäude energieeffizient gedämmt werden? Diese und solche Fragen
werden im WINGS-Studium geklärt. Ferner diskutieren Studierende technische Probleme
aus aktuellen Fällen im Bautenschutz. Im dritten Semester wählen sie dann zwischen zwei
Spezialisierungen: Die eine legt den Schwerpunkt auf Sanierungsplanung und die Arbeit an
historischen Gebäuden, die andere auf eine Tätigkeit als Sachverständiger im Bautenschutz.
„Mit diesen Studienkenntnissen und den Erfahrungen aus ihrer beruflichen Arbeit
sind die Absolventen in der Lage, die Leitung bei Sanierungsprojekten zu übernehmen, als
Gutachter auf Baustellen zu arbeiten oder im Bereich des Bautenschutzes zu promovieren
und zu forschen“, sagt Venzmer.

Studienzulassung und Studienaufbau
In der Regel sollten die Studierenden neben einem ersten akademischen Abschluss (Bachelor oder Diplom) in einem sachverwandten Gebiet mindestens eine einjährige Berufs-
praxis vorweisen. Das viersemestrige Studienprogramm wird mit Selbstlernphasen und
Vor-Ort-Präsenzveranstaltungen kombiniert. Die Studierenden müssen lediglich an drei
Wochenenden pro Semester am Studienstandort ihrer Wahl sein. Die Standorte sind München,
Frankfurt/Main, Hannover, Leipzig, Düsseldorf und Wismar. Fernstudium und Beruf
lassen sich so flexibel miteinander verbinden. Bei Fragen stehen jederzeit die Dozenten
sowie ein individueller Studiengangskoordinator zur Seite. Der Semesterbeitrag beläuft sich
auf 2.500 Euro und umfasst sämtliche Leistungen wie Studiengebühren, Studienmaterialien,
Prüfungsleistungen sowie Präsenzveranstaltungen inklusive Verpflegung.
Weitere Informationen zum Fernstudien- und Weiterbildungsangebot finden Sie unter
www.wings-fernstudium.de

Über WINGS – Wismar International Graduation Services GmbH
WINGS ist das 2004 gegründete Tochterunternehmen der Hochschule Wismar. Als Fernstudienzentrum organisiert es berufsbegleitende Fernstudiengänge und zertifizierte Weiterbildungen in den Bereichen Wirtschaft,
Technik und Gestaltung mit den staatlichen Graduierungen Bachelor, Diplom und Master. WINGS bietet die
Angebote an zehn bundesweiten Standorten sowie in Zürich und Wien an. Derzeit sind rund 3.100 Fernstudenten
und mehr als 500 Weiterbildungsteilnehmer an der Hochschule Wismar eingeschrieben. Damit zählt WINGS
zu den führenden staatlichen Fernstudienanbietern in Deutschland. Alleiniger Gesellschafter ist die Hochschule
Wismar. Aktuelle Informationen zum Fernstudium finden Sie unter www.wings-fernstudium.de

Pressekontakt:
WINGS GmbH, Philipp-Müller-Straße 14, 23966 Wismar, www.wings.hs-wismar.de,
E-Mail: presse@wings.hs-wismar.de, Tel.: 040-468832-77, Fax: 040-468832-32

BU: Gebäudesanierung: Per Fernstudium Fachwissen im Bautenschutz erwerben

Hold it! Folke Köbberling & Martin kaltwasser, 239 Seiten, Jovis, Sprache Englisch, Preis 29,80 Euro

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Das Künstlerpaar Folke Köbberling und Martin Kaltwasser zeigen in diesem bildgewaltigen Werk den architektonischen Widerstand gegen die Belagerung des öffentlichen Raumes. Sie kritisieren den Anstieg des Überwachungsstaates, die konsumorientierte Gesellschaft und den wachsenden Autoverkehr, die das Bild unserer Städte zu zerstören drohen. Dieser aufkommenden Bedrohung setzen die Künstler Alternativen entgegen, bauliche Interventionen, künstlerische Statements, Aktionen und Theorien. Dabei nutzen sie Straßen, Plätze, Brücken, Parks und Innenräume als Operationsgebiete. 34 Projekte aus den letzten sechs Jahren vereint die als Werkkatalog angelegte Publikation auf 240 Seiten. Kurze Texte aus der Feder des Paars erläutern die Herangehensweise und präsentieren das künstlerische Resultat.