Mit Energie und Schwung in eine neue Mobilitäts-Ära (Toyota Prius Plug-in Hybrid)

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Es ist kaum zu glauben, aber es ist tatsächlich schon die vierte Generation des Prius, die da angerauscht kommt. Hybrid-Pionier Toyota präsentiert nun den extern aufl adbaren Prius Plug-in-Hybrid. Dieser baut auf dem Standard-Prius auf, der seine technische Zuverlässigkeit bereits unter Beweis gestellt hat. Dabei hat sich die Silhouette der Fließhecklimousine kaum verändert, was auch nicht nötig ist, denn der Kauferfolg unter den Hybridfahrzeugen beweist, dass Toyota seine Sache versteht. Von außen unterscheidet sich der neue Plug-in nur marginal vom normalen Prius. Der obere Kühlergrill nimmt sich etwas zurück und räumt dem darunter liegenden Lufteinlass mit Chromzierleiste und silberfarbener Blende mehr Platz ein. Am Heck strahlen jetzt zwei große LED-Rückleuchten, und im Seitenprofi l unterscheiden Chromtürgriffe sowie luftstromoptimierte Radzierblenden den Plug-in vom Standard-Prius. In der Länge hat er um 20 Millimeter zugelegt. Wichtigstes Differenzierungsmerkmal: die Ladebuchse am rechten hinteren Kotflügel. Sie leitet den extern zugeführten Strom an das Akku-Paket weiter, das sich platzsparend unter der Rückbank befindet und das Ladevolumen nicht verändert. Der Stromer ist damit immer noch ein vollwertiger Fünfsitzer. Sobald der Fahrer aufs Gaspedal tritt, nimmt die Limousine fast lautlos Fahrt auf. Schon bald ist vergessen, dass man elektrisch unterwegs ist. Im hektischen Stadtverkehr strahlt der Prius eine gewisse Gelassenheit aus und rollt problemlos mit im Strom. Mit seinen 99 PS schafft es der Japaner von 0 auf 100 km/h in 10,8 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Das großzügige Raumangebot bietet fünf Personen reichlich Platz. Selbst auf den Rücksitzen erreicht die Beinfreiheit der Insassen fast Oberklasseniveau. Das Kofferraumvolumen umfasst 443 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es sogar bis zu 1.543 Liter. Damit liegt der Toyota deutlich vor seinem Konkurrenten Ampera, der nur vier Sitze und einen um 200 Liter kleineren Kofferraum bietet. Liebhaber des futuristischen Designs werden beim Anblick des Cockpits in Jubelschreie ausbrechen, denn hat man es sich erst einmal auf dem Fahrersitz bequem gemacht, fällt der erste Blick auf ganz viel hochwertigen Kunststoff. Mittig in einer schmalen Leiste unterhalb der großen Windschutzscheibe befindet sich ein Display, dass unter anderem Informationen über Geschwindigkeit und Energie mitteilt. Zwei weitere Displays sind in der Mittelkonsole untergebracht. Über das obere, größere lässt sich zum einen die Musikanlage bedienen und zum anderen ist dies der Monitor für die serienmäßige Rückfahrkamera. Das untere ist die Bedienung für die Klimaautomatik. An einen Computerjoystick erinnert der Wahlhebel für die Fahrprogramme, der am unteren Ende der Mittelkonsole angebracht wurde. Bereits die Basisvariante ist umfangreich ausgestattet: Alufelgen, Klimaautomatik mit Fernbedienung, Geschwindigkeitsregelanlage, Multimedia-Audiosystem mit Rückfahrkamera, head-up-Display und vieles mehr sind serienmäßig an Bord. Mit sieben (!) Airbags kann ein Auto kaum sicherer sein: Fahrer- und Beifahrerairbag, Seitenairbags, Kopfairbags sowie ein Knieairbag für den Fahrer gehören zur Sicherheitsausstattung. Die elektronischen Fahrhilfen ABS, Bremskraftverteilung, Stabilitätskontrolle, Antriebsschlupfregelung und Bremsassistent sind ebenfalls serienmäßig. Und was unterscheidet ihn von einem herkömmlichen Hybrid-Modell? Beim Toyota Prius Plug-in-Hybrid lässt sich die Batterie an der Steckdose aufladen. Schafft der normale Prius rein elektrisch gerade mal zwei Kilometer, so legt der Plug-in-Hybrid immerhin 23 Kilometer elektrisch zurück. Damit verbraucht der neue Prius nach der offiziellen ECE-Verbrauchsformel gerade einmal 2,1 Liter auf 100 Kilometer, was einem CO2- Ausstoß von 49 Gramm pro Kilometer entspricht. Anders als bei reinen Elektro-Autos muss man bei der zuverlässigen Technik des Prius keinen Stillstand fürchten. Bei gesicherten Auflademöglichkeiten ist der japanische Kurzstrecken-Stromer eine echte Alternative für Pendler in Großstädten. Zudem erfüllt er alle Anforderungen an ein vollwertiges Familienauto.

Fit für den Geländesprint (Lexus RX 450h)

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Zur Modellpflege wurde dem Lexus RX 450h eine extrem fesche Maske verpasst, doch dahinter blieb das Auto weitgehend gleich. Von vorne betrachtet erkennt man allerdings auf den ersten Blick, dass es sich um eine neue Version handelt. Das liegt am Diabologrill, wie Lexus die von breiten Chromstreifen eingefasste Kühlluftöffnung zwischen den spitz zulaufenden Scheinwerfern nennt, in denen jetzt LED-Tagfahrlicht leuchtet. Insgesamt wirkt der große SUV optisch präsent und schneidig. Lexus ist mutig geworden und will beim Design einen Imagewandel forcieren. Weg von der soliden, aber beschaulichen Marke, hin zu mehr Sportlichkeit. So wurde der SUV RX 450h einer Trimm-dich-Kur unterzogen und das mit Erfolg. Die Kombination des V6-Benziners mit zwei E-Maschinen ist ziemlich beeindruckend. Gern betonen die Japaner den Trumpf des Autos, nämlich sein Hybridsystem aus V6-Benziner und je einem Elektromotor an Vorder- und Hinterachse. Diese Antriebskonfiguration bewegt den gut zwei Tonnen schweren SUV so effizient, dass ein Durchschnittsverbrauch von 6,3 Liter dabei herauskommt. Auf dem Bordmonitor lässt sich verfolgen, welcher Motor gerade aktiv ist, wie der Kraftfluss verläuft und was das dann für einen Benzinverbrauch zur Folge hat. Durch umfangreiche Modifikationen im Antriebsstrang – sowohl beim Verbrennungs-, als auch beim Elektromotor – soll der Lexus RX 450h nur 148 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Gegenüber seinem Vorgänger, dem Lexus RX 400h, leistet das neue Modell also 10 Prozent mehr bei 23 Prozent weniger Emissionen. Das reibungslose Zusammenspiel der drei Maschinen (Systemleistung: 220 kW / 299 PS) begeistert. Der neu entwickelte V6-Motor im Lexus RX 450h arbeitet nach dem so genannten Atkinson-Prinzip, bei dem die Einlassventile länger geöffnet, die Auslassventile im Arbeitstakt dagegen länger geschlossen bleiben. Dazu kommt eine aufwändige Abgaskühlung, die eine Herabsetzung der Temperatur von 880 auf 150 Grad bewirkt. Zusätzlich wird die verbliebene Abgaswärme dazu genutzt, den Motor des Lexus RX 450h schneller auf Temperatur zu bringen, weshalb der Antriebsstrang schneller in den Elektromodus übergehen kann. Und auch reisetauglich ist der luxuriöse Geländewagen. Mit 1,845 m Breite fällt der Luxus-Japaner schmaler als sämtliche Kollegen aus, was der Optik gut tut und dem Platzangebot mitnichten schadet, denn man reist im RX alles andere als eingepfercht. Viel Bein- und Kopffreiheit genießen die Passagiere. Vor allem hinten zieht man komfortabel durch die Lande, während die Blicke durch das getönte Glas in die Ferne schweifen. Lautlos rollt der Geländewagen an, kurz danach aber meldet er sich gut vernehmlich zu Wort. Unbedarfte werden kaum mitbekommen, dass es sich um einen Hybriden handelt. Dieser RX ist stets flink dabei, besonders zwischen 80 und 120 km/h prescht das Schiff unter niedergetretenem Gaspedal mächtig gen Himmel. Die Übersetzungen ändern sich stufenlos. Dass der Nobel-SUV den urbanen Asphalt der Kiesgrube vorzieht, ist ihm nicht zu verübeln. Seine Geländegängigkeit ist beachtlich, aber auf der Straße beweist er sein Können noch deutlicher mit hervorragenden Fahrleistungen und günstigem Kraftstoffverbrauch. Von 0 auf Tempo 100 schafft er es in 7,8 Sekunden und seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Die Executive Line hat viel zu bieten: sämtliche Spiegel haben automatische Abblendung, rundherum gibt es elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Leichtmetallräder, Radioanlage inklusive CD-Wechsler, Regensensor, elektrisch verstellbare Sitze, Tempomat, Xenonscheinwerfer sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, eine elektrische Heckklappe, Kurvenlicht und Ledersitze inklusive Sitzheizung sowie Memory-Speicher für die Verstellung. Der Lexus RX 400h ist eine erfrischende Alternative im SUV-Segment zum fairen Kurs. Wer Technik liebt, ordentliche Performance mag und nicht zuletzt die Ressourcen der Umwelt und jene seines eigenen Geldbeutels schonen möchte, liegt mit dem Hybrid-Geländewagen goldrichtig. Der RX 450h ist eine Geländelimousine, die hohen Komfort und eine Rundum-sorglos-Ausstattung garantiert.

Elegant durch dick und dünn (Range Rover Sport 3.0 SDV6)

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In Sachen Komfort- und Sicherheitsausstattung lässt der Range Rover Sport keine Wünsche offen. Er ist auch in der vierten Generation eine gute Wahl für alle Geländewagenliebhaber, die es sportlich, auffällig und imposant mögen. Beim Facelift orientierten sich die Ingenieure an Luxuslimousinen, wobei der Name “Facelift“ in die Irre führt. Denn am Gesicht finden sich nur geringe Veränderungen. Am auffälligsten sind die neuen Scheinwerfer, die mit kreisförmig angeordneten LED-Lichtpunkten ausgestattet wurden. Kleine Retuschen am Grill und am Stoßfänger sind weitere Neuerungen. Hochwertiger als vor dem Facelift wirkt der Innenraum mit halbmatt schimmernden Applikationen. Vor allem die Mittelkonsole hat das Geländewagenhafte endgültig abgestreift und präsentiert sich jetzt im Look einer echten Luxuslimousine. Dazu bekommen wir modernste Technologien serviert, etwa ein HDD-Navigationssystem mit großem Touchscreen, eine Rückfahrkamera und ein Harman-Kardon-Soundsystem – alles serienmäßig. Der Range Rover Sport ist ein Edel-SUV, der sanft federt und seine Passagiere nicht mit Lärm oder Gehoppel über Kanaldeckel und Bodenwellen belästigt, wie es manche sportlichen Geländewagen machen. Die Fahrleistungen sind gigantisch – mit den 256 PS des 6-Zylinder-Diesels lassen sich sogar Sportwagen ärgern. Von Null auf Tempo 100 geht es in 8,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit des Range Rovers liegt bei 200 km/h. Für die Kraftübertragung sorgt ein Acht-Stufen-Automat, dessen Auslegung gut zur Motorcharakteristik passt. Schon das Starten des Motors ist ein Erlebnis. Der Motor brüllt kurz auf, das Auto erbebt unter dem ersten Stampfen der sechs Zylinder. Dann kehrt aber sofort Ruhe ein. Für die Anfangsrunden gleitet der Range Rover Sport geschmeidig wie ein Modellathlet. Es ist erstaunlich, welche Kräfte man entfesselt, wenn man das Gaspedal zu Boden drückt. Die Automatik schaltet erstaunlich schnell in den passenden Gang zurück, dann wird das Haupt des Fahrers gegen die Kopfstütze gedrückt. Der Allradantrieb und das nicht gerade schmächtige Gewicht sorgen dabei für perfekte Traktion und so katapultiert sich der sportliche SUV mit aller Vehemenz nach vorne. Die Kraft baut sich dabei ohne Pause auf: Die gelungene Abstimmung des Motors macht es möglich, dass das maximale Drehmoment von 600 Newtonmeter bei 2000 Umdrehungen in der Minute konstant bleibt. Innen wirkt der neue Range Rover noch geräumiger als der alte und überzeugt mit einer dynamisch wirkenden Karosserie, die mit sauberer Verarbeitung glänzt. Die lässige Kraft, die lässige Elastizität und die von gleich zwei Ladern gedämpfte Geräuschkulisse stehen dem Sport so gut zu Gesicht wie die markanten Änderungen an Front und Heck. Der Kaltstart gelingt kultiviert, was nicht nur am neuen Motor liegt, sondern auch an der sehr guten Geräuschdämmung. Und der Verbrauch? Der 84 Liter-Tank reicht etwa für 700 km. Mit 4,78 Meter Länge ist der Range Rover Sport kompakt. Der Range ist hoch, aber nicht besonders lang – dank übersichtlicher Vertikallinie, tiefer Seitenscheiben und leicht von der Hand gehender Servolenkung für engere Parklücken. Die Feinannäherung erfolgt per Parkdistanzkontrolle und Rückfahrkamera. Der Range Rover Sport ist nicht modisch, nicht protzig, präsent, aber dezent und damit wohl der distinguierteste Vertreter seiner Art: elegant oben herum, rustikal unten herum. Davon zeugen im Innenraum die dicken Gummimatten, der überarbeitete Terrain-Response-Wähler auf der Mittelkonsole und das Ersatzrad unter dem Kofferraumboden für garantiert schmutzige Hände. Damit gibt der Brite im Gelände nicht den Weichspüler, sondern den harten Wühler. Im Gelände spüren seine Insassen nichts von Geröll, Furchen oder Schlaglöchern. Das adaptive Luftfahrwerk mit eindrucksvollen Federwegen von 26 bis 31 Zentimeter dämpft gekonnt alles ab und überrollt jede Welle mit sanftem Wiegen. Ob Rallye oder Straße, mit seinem Mix aus Komfort und Sportlichkeit und seinem Dampfer-Charme beweist der Brite auf beiden Terrains, dass er ein ausgesprochener Multitalent ist.

Mamma mia, was für ein Minivan! (Fiat 500L)

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Fiat legt mit dem 500L einen Minivan auf, der wie ein gemeinsames Kind von Mini Countryman und Renault Twingo aussieht, sich aber praktischer als beide zusammen darstellt. Mit großen Kulleraugen, schwarzem Häubchen und rund, aber deutlich größer als seine Verwandten, steht der Fiat 500L proper da. Da der jüngste Nachwuchs der Fiat 500-Sippschaft nun auf der Technik des größeren Fiat Punto basiert, offenbart das Riesenbaby im Innenraum ungeahnte Größe. Kein Wunder, ist der neue viertürige 500L im Vergleich zu seinem automobilen Vorgänger Fiat 500 nun 60 Zentimeter länger, 15 Zentimeter breiter und 17 Zentimeter höher. Der Fiat 500L ist ein Fünftürer mit Platz für bis zu fünf Erwachsene und einem Kofferraumvolumen von rund 400 Litern. Damit ist er der größte Cinquecento aller Zeiten und bietet eine Menge Freiraum für die Ansprüche von Familien oder von Menschen mit Platzbedarf für Sportgeräte oder Hobbyausrüstung. Seine üppige Form schafft viel Platz für die Passagiere. Fahrer wie Beifahrer sitzen vantypisch aufrecht auf gut gepolsterten Sitzen, die sich in Form und Gestaltung an Vorbilder der 1950er Jahre orientieren, und blicken auf ein aufgeräumtes, modernes Cockpit mit feinen Materialien. Die Anleihen im Design der 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sind natürlich nur optischer Natur. Die inneren Werte des kleinen Italieners sind in allen Bereichen auf der Höhe der Zeit. Die nostalgische Optik wirkt frisch und zum Gesamteindruck des Autos passend. Das griffige Lenkrad und der faustgroße Schaltknüppel deuten bereits an, dass man mit dem Lifestyle-Gefährt nicht zimperlich umzugehen braucht. Der Innenraum wirkt geradezu großzügig und auch hier ist alles im runden Bereich. Ohnehin mangelt es dem Fiat 500 L nicht an Alltagstalenten: Die niedrige Ladekante erleichtert das Beladen, große Türen das Einsteigen. Mit gegabelten A-Säulen und großen Fenstern lässt er sich leicht überschauen. Spritzige 85 PS aus einem sehr kultiviert laufenden Vierzylinder-Diesel passen zum straff, aber keineswegs unkomfortabel abgestimmten Fahrwerk und zur knackigen Schaltung. Zum Serienstandard gehören unter anderem das elektronische Fahrstabilitätssystem ESP inklusive Antischlupfregelung (ASR), die Berganfahr-Hilfe (Hill Holder), Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, 15-Zoll-Räder, der höhenverstellbare Fahrersitz sowie das in Höhe und Tiefe verstellbare Lenkrad. Dazu garantieren noch sechs Airbags – je zwei für Front, Seite sowie für den Kopfbereich in beiden Sitzreihen – den Passagieren ein optimales Maß an Sicherheit. Aus dem Stand auf Tempo 100 benötigt der Selbstzünder 14,9 Sekunden. Der Tacho steigt dann weiter bis auf maximal 165 km/h. Das Fahrwerk macht vor allem in der Stadt eine gute Figur. Dort freut man sich über die leichtgängige Lenkung, deren Servounterstützung sich auf Knopfdruck noch einmal steigern lässt. Die komfortable Federung dämpft problemlos Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster oder Schlaglöcher ab. Ein weiteres Plus des Minivan ist, dass der Diesel sehr sparsam ist: Auf dem Prüfstand begnügt er sich mit 4,2 Litern, was einem CO2-Ausstoß von 110 g/km entspricht. Der kleine Südländer besonders liebt die Stadtfahrt. Hier überzeugt er aufgrund seiner Sprintfreudigkeit und Agilität. Es macht einfach Spaß, aufs Gaspedal zu treten. Das weich abgestimmte Getriebe in Verbindung mit dem sonor vor sich hin brummelnden Diesel sorgt für gutes Vorankommen. Seine Spurtreue ist durchweg vorbildlich. Aber auch Landpartien mit Buckelpisten zeigen, dass der Fiat kein Terrain scheut. Das Geräuschniveaus im Inneren wie auch die Straßenlage sind der Fahrbahnbeschaffenheit entsprechend gut und sorgen für ein rundum Wohlgefühl im Inneren. Somit ist der Fahreinsatzmit dem kleinen Großen in urbanen Gebieten nicht nur möglich, sondern sogar zu empfehlen. Der zweite Gang reicht bis Tempo 60 und sorgt in Zusammenarbeit mit dem 200 Newtonmeter leistenden Drehmoment für ausreichende Zwischensprints im fließenden Verkehr. Der 500L ist ein Auto, wie man es von Fiat erwartet: Er sieht pfiffig aus, ist praktisch geschnitten, preisbewusst kalkuliert und technisch einwandfrei.

Bjarke Ingels Group: Porträt

Jung, mutig und erfolgreich. So lässt sich in etwa das Team um Bjarke Ingels beschreiben. Nicht bereit zwischen den Kontrahären utopisch und pragmatisch zu differenzieren, wählen die motivierten, jungen Dänen den Weg, der beide Bereiche gleichermaßen abdecken soll. Seit 2005 leitet der 39-jährige Bjarke sein etwa 76-köpfiges Architekturunternehmen unter dem Namen BIG. Doch bereits 2001 erlangt er mit seinem ersten Büro PLOT und zusammen mit seinem damaligen Unternehmenspartner Julien de Smedt, internationale Aufmerksamkeit. Grund dafür sind Bjarkes idealistische Grundsätze und sein daraus resultierender Ausdruck. Sein Stil: plakativer, Pragmatismus mit visionären Tendenzen. Seine Philosophie: „Yes is more!“ Sein Ziel: eine Architektur, die sich durch frische Ideen flexibel an aktuelle Bedingungen anpasst, so Orte generiert, die kompromisslos funktionieren und möglichst alle Bedürfnisse bedient. Das mag etwas utopisch klingen, aber genau das darf es auch. Denn Yes is more! Ja, zu einer Utopie die mit pragmatischen Ansätzen modifiziert, vielleicht zur Innovation werden könnte. Nachdem Ingels 1998 erfolgreich sein Studium beendet, arbeitet er zwei Jahre im Büro OMA für den ebenfalls populären Rem Koolhaas. Es ist durchaus naheliegend, dass seine architektonische Haltung zum Teil auch durch ihn inspiriert und geprägt wurde.
Bjarke Ingels sieht es als die Aufgabe der Architekten, Gesellschaftskonflikte zu erkennen und anhand unkonventioneller Ideen zu stabilisieren. Er überträgt die Verantwortung der zukunftsorientierten Entwicklung ökonomischer, ökologischer und kollektiver Urbanität an Architekturschaffende. Der Maßstab, welchen er dabei an die Architektur stellt setzt neben Funktionalität gleichzeitig auch einen gewissen Hedonismus voraus, woraus sich sein innovatives Geschäftskonzept ergibt. Mit „Yes is more“ drückt Ingels sein Verständnis und seine philosophische Haltung zur Architektur aus. Ja zu mehr…Mut, Größe, Stärke und Kraft. Dieser Grundgedanke findet sich auch in der Abkürzung des Unternehmens „BIG“ wieder-die eigentliche Abkürzung für „Bjarke Ingels Group“, die noch weitere Interpretationen zu lässt. So könnte „BIG“ auch für Großdenker stehen. Kreative, mutige Menschen, die es verstehen über die konventionellen Grenzen hinauszudenken, um neue Möglichkeiten für eine moderne, evolutionierte Gesellschaft zu schaffen. Oder für Großes, im Sinne von Großes erschaffen wollen mit möglichst viel AussageKRAFT. Aber vor allen Dingen sagt die Architekturgruppe auch Ja, zur Realität. Mag sie manchmal auch noch so rau sein. Für Ingels bedeuten Hindernisse Herausforderung. Erst durch die nüchterne Auswertung gegebener Tatsachen, kann auf Missstände positiv reagiert werden.
Die Aufgaben der Architektur formulieren sich grundsätzlich immer aus den Bedürfnissen einer Gesellschaft. Finden soziale Veränderungsprozesse statt, müssen sie erfasst und untersucht werden, denn mit ihnen verändern sich auch die Interessen der Menschen. Dabei sind Lebensgewohnheiten, Rollenverteilung, Wertesysteme und Familienstrukturen zu betrachten. Aktuelle Tendenzen dieser neuen Urbanität finden sich in dem Wandel der work-life-balance, Transparenz, Globalisierung und Mobilität. Zu beobachten ist beispielsweiße eine zunehmende Homogenisierung der privaten und öffentlichen Zonen des Lebens.
Bürounternehmen beispielsweiße, bieten ihren Angestellten immer häufiger private Komfortangebote, was sich positiv auf die Unternehmenskultur auswirkt. Umgekehrt wird Freelancern, die sich früher in home offices organisierten, durch Coworking Spaces eine neue Dimension des gemeinschaftlichen Arbeitens ermöglicht. Was sich früher auf die private Zone beschränkte, wird heute auch in öffentlichen Bereichen angeboten. Und auf genau diesen Umstrukturierungsprozess, welcher auf der Evolution unserer Gesellschaft basiert fokussiert sich die Arbeit von BIG. Die Architekten untersuchen Potentiale des öffentlichen Raums und suchen nach zeitgemäßen Lösungen, die alle Lebensbereiche zu befriedigen versuchen. Ein Beispiel ist das Mountain Dwellings Projekt in Kopenhagen, das im Jahr 2008 fertig gestellt wurde. Das Projekt verknüpft ein attraktives Wohnangebot mit Bereichen öffentlicher Nutzung. Bjarke Ingels wirkt der ebenen Landschaft Dänemarks mit einer raffinierten Architektur entgegen. Er schiebt Parkhausfunktionen und eine Sporthalle unter die 80 Wohneinheiten, was zu einer Abtreppung der Hofhäuser über elf Geschosse führt. Damit wird jeder Einheit ein attraktiver Ausblick und eine unverschattete Südseite garantiert. Gleichzeitig entsteht unter dem Hang aus Wohnmodulen Raum für mehrgeschossige Nutzungen, wie das Parkhaus und die Sporthalle. Diese Bereiche werden von Norden erschlossen und belichtet. In diesem Entwurf zeigt sich die Motivation Gegensätze zu vereinen. Eine dichte Reihenhausbebauung schließt den Vorzug einer Gartenlandschaft nicht aus. Eine ebene Topografie schließt den Vorzug der Hanglage nicht aus.
Um einen Eindruck vom kreativen Repertoire der Architekten, zu gewinnen seien auch nicht realisierte Arbeiten erwähnt. Ein nennenswertes Projekt ist „die bewohnte Brücke“. Hier zeigt sich der philanthropische Leitansatz der BIG-Architektur. Um den Verkehrsproblemen Kopenhagens ohne einen finanziellen Mehraufwand entgegenzukommen, entwickelte das Team eine Brücke, dessen Tragstruktur auf Wohnmodulen basiert. In den oberen Etagen sind Parkebenen vorgesehen und der Abschluss bildet die Verkehrsebene ganz oben. Die Wohnungen profitieren von einer attraktiven Lage direkt auf dem Fluss mit großartigem Ausblick und die zusätzliche Nutzung als Verkehrsangebot dient zugleich den Mobilitätsinteressen der Stadt. Auch wenn der Entwurf nicht verwirklicht wurde, so zeigt er doch innovatives Potential und das wurde mit BIG’s erstem Patent belohnt.
Verschafft man sich einen Überblick über die bisherigen Arbeiten der Bjarke Ingels Group, kann man eine Vorliebe für künstlich generierte Landschaften feststellen. So auch in einem Wettbewerb für eine Konzerthalle in Stavanger, Norwegen. Die Idee war es, das sonst nur einer elitären Minderheit vorbehalte Konzerthaus, für die breite Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Dies gelang anhand einer abgetreppten Fassade, Richtung Meer. Die Vorgaben im Zusammenhang mit den geforderten Hauptfunktionen, einer Konzerthalle und einem Veranstaltungsraum zielten auf zwei Baukörper ab. Die zum Teil in die Landschaft eingebetteten Volumen sind so positioniert dass sich aus dem Zwischenraum eine V-geformte Freifläche ergibt. Um einen Bezug von der Umgebung zum Meer herzustellen wurde dieser Freiraum arenagleich abgetreppt. Dahinter befindet sich die Lobby. Die Architekturgruppe dramatisiert die bereits vorhandene Topografie und integriert eher den Entwurf in die konzeptionelle Absicht. Bei Dunkelheit, wenn die Konzerthalle vorwiegend genutzt wird, entsteht eine strukturierte Fassadenoptik. Die Zwischenräume der Terrassierungen sind verglast und bewirken durch die Hinterleuchtung des Konzerthauses eine leichte, atmosphärische Transparenz. Am Tag steht die gleichermaßen als Fassade dienende Landschaftstreppe der Allgemeinheit zur Verfügung und bietet ein atemberaubendes Meerpanorama unter freiem Himmel. Der durch die Architektur entstandene Freibereich ist so gut inszeniert, dass er beispielsweiße auch für kollektive Veranstaltungen genutzt werden könnte. Leider hat sich auch diese Vision nicht durchgesetzt, konnte aber dennoch begeistern.
Zurzeit wird auf der IBA in Hamburg ein Projekt der Bjarke Ingels Group unter der Überschrift „Maritimes Wohnen am Kaufhauskanal“ realisiert. Bis Ende 2014 sollen im ersten Bauabschnitt 60 von 130 Wohnungen fertiggestellt werden. Der Entwurf konnte durch Sensibilität hinsichtlich der umgebenden Bestandsbebauung, Energieeffizienz und städtebaulichen, differenten Freiraumqualitäten punkten. Neben diesem Projekt hat BIG aber noch viele weitere internationale Baustellen, welche die Erfolgswelle vorantreiben. Man kann sagen, angesichts dessen, dass Ingels ursprünglich hat Comics statt Architektur zeichnen wollen, ist ihm sein Weg zum Erfolg mehr als gelungen. In den kommenden Jahren wird man wohl noch so einige interessante Projekte aus Kopenhagens populärem Architekturbüro erwarten können.

Autorin: Tamara Scheck

 

Serpentine Sackler Gallery von Zaha Hadid

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Seit Herbst diesen Jahres gibt es in London einen neuen kulturellen Hotspot.
Nicht nur für den kunstaffinen, gleichermassen für den architektur-interessierten Besucher.
Am 28. September eröffnete das renommierte Serpentine Museum in der britischen Metropole ein zweites, zusätzliches Ausstellungsgebäude: die Serpentine Sackler Gallery. Benannt nach Dr. Mortimer und Dame Theresa Sackler, deren Stiftung die Finanzierung des Projekts ermöglichte. Bloomberg Philanthropies, langjährige Unterstützer der Serpentine Gallery, stellten ebenfalls großzügig Mittel zur Verfügung. Michael Bloomberg, derzeit noch amtierender Bürgermeister New Yorks, wird im kommenden Jahr den Vorsitz der Galerie übernehmen.

Architektonisch verantwortlich für das neue Ausstellungsgebäude zeichnet Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid. Ihr Name ist untrennbar verbunden mit kühnen, unkonventionellen Bauformen. Die gebürtige Irakerin studierte zuerst Mathematik in Beirut, 1972 wechselte sie an die Architectural Association School in London -die Stadt ist inzwischen seit 40 Jahren ihre Wahlheimat- und lernte unter anderem bei Rem Kohlhaas. Einen eigenen Entwurf konnte sie erstmals 1993 in Deutschland umsetzen, das Feuerwehrhaus des Vitra-Werks in Weil am Rhein, eine in Beton gegossene Skulptur ohne rechten Winkel. Seither baut sie in der ganzen Welt. Zum ersten Mal wird sie demnächst auch im Irak tätig werden, sie erhielt kürzlich den Auftrag für den Bau der Zentralbank in Bagdad. Für London wünscht sie sich zukünftig mehr Projekte nach Art der Serpentine Sackler Gallery.

Die 43-jährige Geschichte der Serpentine Gallery, die in einem neo-klassizistischen Teehaus aus dem Jahr 1934 residiert, beinhaltet wesentliches Engagement für moderne Architektur.Seit der Jahrtausendwende gestalten international arrivierte Architekten, Künstler und Designer im Jahresrhythmus temporäre Bauten auf dem Gelände in den Kensington Gardens. Initial wurde bereits im Jahr 2000 Zaha Hadids Entwurf für einen Pavillon auf dem Gelände realisiert.

Inmitten der Kensington Gardens, in wenigen Minuten fußläufig zur Serpentine Gallery präsentiert die Architektin 13 Jahre später aufs Neue ihr architektonischen Ideal der Öffentlichkeit, die Abkehr vom rechten Winkel: „Das Wichtigste ist der Fluss der Dinge, eine nicht-euklidische Geometrie, in der sich nichts wiederholt: eine Neuordnung des Raumes.“
Diese spezielle Denkweise trifft nun in London auf einen Bestandsbau von 1805, auf „The Magazine“, ein ehemaliges Munitionslager, das bis in die 1960er Jahre militärisch, und in Folge als Lager für die Parkverwaltung „The Royal Parks“ genutzt wurde.
Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude sollte für die öffentliche Nutzung freigegeben werden. Einen entsprechenden Konzeptwettbewerb gewann 2010 die Serpentine Gallery.
Mit einem finanziellen Gesamtvolumen in Höhe von ca. 14,5 Millionen Pfund und in Partnerschaft mit „The Royal Parks“ erfolgten exklusive Sanierung und Umbau des Magazins sowie die Erstellung eines Ergänzungsbaus. Die gesamte Maßnahme oblag der Federführung von Zaha Hadid Architects. Es entstanden 900 Quadratmeter neue Ausstellungsfläche und ein Restaurant bzw. der „social space“.
Letzteres, insbesondere das Dach des Restaurants, markiert den Eyecatcher im Gesamtensemble: eine weiße, aus Glasfaser gewebte Dachkonstruktion. Deren maßgeschneiderte Membran ist dreischichtig aufgebaut, Polytetrafluorethylen (PTFE), feuerfeste Zwischenschichten und Membrandecke.
Die freifließende Form scheint in der Schwebe, senkt sich sanft an den tragenden fünf Innenstützen, die sie auffangen, ab. Aus der Ferne wirkt es, hätte man ein weißes Laken in die Luft geworfen, das sich beim Herunterfallen fast zufällig auf den Stützen arrangiert.
Weitere Stabilität bietet ein umlaufender Fachwerkträger in ebenfalls freier Form, der an drei Stellen den Boden berührt. Die schwebende Wirkung der Gesamtkonstruktion wird durch die fast umlaufende Ganzglasfüllung zwischen der bis zum Boden geführten Fachwerkkonstruktion verstärkt.
Das Restaurant grenzt an der Ostseite direkt an „The Magazine“, dessen westliche Außenwand stellt seine Innenwand, der beibehaltene Backsteincharakter bricht das auch innen vorherrschende Weiß.
Die fünf Stützen leiten zusätzliches Licht in den Innenraum, ihr konische Form öffnet sich in die Decke annähernd wie die Blüte einer Calla, vorherrschend ist hier aber kein florales, sondern das skulpturale Moment.
Dennoch, die Stützen erinnern an Zaha Hadids „Lila Installation“ im Jahr 2007, ebenfalls eine Arbeit für die Serpentine Gallery, noch deutlicher inspiriert von komplexen, natürlichen Blüten-und Blattgeometrien. Die Inneneinrichtung des Restaurants, Möblierung sowie das Geschirr , entsprechen dem Gesamtkonzept, es sind ebenfalls Entwürfe Zaha Hadids.
Die architektonische Gestaltung des Zubaus kontrastiert mit der neo-klassizistischen Strenge der Aussenhaut des ehemaligen Schießpulverdepots.
Dessen massive Backsteinmauern wurde sichtbar beibehalten. Insgesamt ließ Zaha Hadid den rechten Winkel im Bestandsbau weiter walten und ging reduziert vor. Alle nicht-historischen Elemente wurde entfernt. Ein aufgesetztes Glasdach spendet dem offenen Innenhof des Magazins weiterhin Licht, die beiden ehemaligen Schießpulverlager mit Tonnengewölbe wurden von einem ebenfalls lichtdurchflutetem Umgang eingefasst. Hierdurch wurden optimale Ausstellungsverhältnisse geschaffen. Eine stilgemäße Erweiterung erfolge im rückwärtigen Teil des Gebäudes. Dort wurden Büros und Versorgungsräume untergebracht, sowie Alt-und Neubau verbunden.
Zielführend sollte jedoch bei dem Projekt nicht das Augenmerk auf dem Widerspruch, sondern auf einer Synthese zwischen historischer Bausubstanz und aktuellem Entwurf sichtbar gemacht werden. Zaha Hamid glaubt „..dass sich in der Architektur etwas ausdrücken lässt, von dem wir noch nicht ahnen, dass es möglich ist – eine neue Ordnung der Dinge, ein anderer Blick auf die Welt.

Im Fokus des Ausstellungkonzeptes der Serpentine Sackler Gallery steht, wie gehabt, moderne sowie zeitgenössische Kunst auf höchstem internationalen Niveau. Für das Renommee, das sich die Serpentine Gallery bereits seit den 1960er Jahren mit bedeutenden Ausstellungen erarbeitet hat, stehen Namen wie Gerhard Richter, Ai Weiwei, Andy Warhol, Jeff Koons, um nur einige wenige zu nennen.

Im Zuge der Eröffnungsausstellung werden die Arbeiten der Bildhauerin und Installationskünstlerin Marisa Merz als Vertreterin der italienischen Kunstbewegung „Arte Povera“ und Adrián Villar Rojas präsentiert. Insbesondere der 33-jährige Argentinier dürfte zumindest den Besuchern der Documenta13 noch ein Begriff sein. Sein Metier sind großformatige Skulpturen, sie transportieren Zeitbegriffe,Vergangenheit, Moderne, Zukunft, Endzeitgedanken – Fragen danach, was bleibt und inwieweit menschliche Aktivitäten den Planeten Erde verändern. Seine Arbeiten sind inspiriert von Natur, Popkultur, Science-Fiction und Quantenmechanik. Er bevorzugt Materialien wie Lehm, Schlamm und Ziegel. Ihm gefällt, „…dass die Projekte endlich sind und dass es keinen Markt dafür gibt. Nur das: Man stellt Skulpturen auf, lässt sie zurück und schaut, was mit ihnen passiert.“
Den Fluss der Dinge, in dem sich nichts wiederholt, kann man kaum besser beschreiben.

Autorin: Claudia Bassier

Architektur & Skulptur – die Grenzen zwischen Architektur und Kunstwerk

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Der österreichische Architekt Adolf Loos, bekannt für seine Streitschrift „Ornament und Verbrechen“, postulierte einmal: „Das Haus hat allen zu gefallen. Zum Unterschiede vom Kunstwerk, das niemanden zu gefallen hat. Das Kunstwerk ist eine Privatangelegenheit des Künstlers. Das Haus ist es nicht. Das Kunstwerk wird in die Welt gesetzt, ohne daß ein Bedürfnis dafür vorhanden wäre. Das Haus deckt ein Bedürfnis. Das Kunstwerk ist niemandem verantwortlich. Das Haus einem jeden. Das Kunstwerk will die Menschen aus ihrer Bequemlichkeit reißen. Das Haus hat der Bequemlichkeit zu dienen. Das Kunstwerk ist revolutionär, das Haus konservativ…..“

Vom Grundsatz her ist der trennscharfen Unterscheidung zwischen Kunstwerk und Bauwerk durchaus zu folgen, die Implikation der absoluten Freiheit und Unabhängigkeit der Kunst lässt sich in letzter Konsequenz nicht auf die Architektur übertragen.

Wie sieht es nun detaillierter mit Skulptur versus Architektur aus? Ist eine Grenze zwischen Architektur und Skulptur in diesem begrifflichen Sinne überhaupt als Barriere zu definieren, oder bereitet sich hier vielleicht ein Boden für individuelle ästhetische und kulturelle Gestaltungsräume?

Die Gestaltung des Raumes ist ein wesentliches Merkmal sowohl für die Architektur als auch für die Skulptur. Die Skulptur als Kunst im öffentlichen Raum zum Beispiel harmonisiert oder kontrastiert mit der Spezifität des Standortes, gleiches gilt für die Architektur.

Um mögliche Grenzen zwischen den Disziplinen Architektur und Skulptur herauszuarbeiten, bietet sich vielleicht daher zunächst ein Blick auf deren Überschneidungen bzw. Synthesen an.

Betritt man beispielsweise das Areal der Museumsinsel Hombroich bei Neuss im Rheinland, eröffnet sich den Sinnen des Besuchers eine äusserst gelungene Verbindung aus Kunst, Architektur und Natur. Das Museum Insel Hombroich versteht sich als offener Kulturraum, nicht statisch verharrend, sondern den Dialog zwischen den Disziplinen wünschend und fördernd. Die Voraussetzungen für das 1987 ins Leben gerufene Museumsprojekt ergaben sich aus der direkt an der Erft gelegenen, renaturierten Park- und Auenlandschaft, welche von dem Gartenarchitekten Bernhard Korte gestaltet wurde, und der Kunstsammlung des Gründers und Stifters Karl-Heinrich Müller.

Erweitert wurde das Museumsgelände 1994 auf der angrenzenden ehemaligen Raketenstation der NATO und mit dem dazwischenliegenden „Kirkeby-Feld“. Auf Letzterem realisierte der dänische Künstler Per Kirkeby mehrere skulpturale Ausstellungspavillons. Ebenso zeichnen Tadao Ando, Raimund Abraham, Oliver Kruse, Katsuhito Nishikawa, Alvaro Siza und insbesondere Erwin Heerich für die Bauten auf dem gesamten Gelände verantwortlich.

Heerich (1922-2004) gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer seiner Zeit. Der Karton war sein bevorzugtes Material, mit dem er als Werkstoff für seine Plastiken experimentierte. Seine Formensprache leitete Heerich von Alltagsdingen ab: Bäume, Tiere, Stühle etc.. Immer in Bezug zum Architektonischen, nie in der Absicht nachzuahmen, schuf er zunehmend abstrahierte Plastiken, die Maß, Zahl und Proportion unterlagen. Je komplexer die Plastiken geometrisch strukturiert sind, umso mehr regen sie die sinnliche Erfahrung über die Grenzen der Rationalität hinaus an: „Die Dauer meines Vorhabens liegt nicht im Bereich des Gemachten, sondern des Gedachten.“

In Hombroich, wo er zudem viele Jahre sein Atelier betrieb, schuf Heerich, im Entwurf ausgehend von den einfachen Grundformen Quadrat, Kreis und Rechteck, zehn begehbare Skulpturen von zeitloser Ästhetik: Reduzierte Formensprache, eine schlichte Aussenhaut aus Klinkerwänden, innen dominiert die Farbe Weiß. Die Bauten korrespondieren in frappierender Selbstverständlichkeit mit der Natur und den Ausstellungsobjekten aus den verschiedensten Epochen der Kunstgeschichte. Jahrtausende alte Khmer-Skulpturen funktionieren in seinen Bauten ebenso wie zeitgenössische Malerei. Zwei der Gebäude, der „Turm“ (1987-1989) sowie der „Graubner-Pavillon“ (1983-1984) sind nicht bestückt. Hier besticht allein die Wirkung der perfekten Proportionen, des Lichteinfalls und der Dialog mit der umgebenden Landschaft, sowohl durch den Blick von außen auf die Plastiken als auch durch die Sichtachsen aus ihnen heraus.

Heerichs Werk ist beispielhaft für die bereits angesprochene Synthese aus Architektur und Skulptur. Dennoch, um auf die eingangs gestellten Frage nach den Grenzen zwischen Architektur und Kunstwerk zurückzukommen und diese sichtbar werden zu lassen: hier gestaltet der Künstler zwar Architekturen, doch sein Konzeption unterliegt klar künstlerischen Absichten, dies unter Verwendung architektonischer Ideale. Dem gemäße Ideale formuliert der Kunsthistoriker August Schmarsow (1853-1936) folgendermaßen: „Als Ideal schwebt immer die reine Form vor, wie sie sein soll, deren Gesetze die Raumwissenschaft ergründet, während die Raumkunst, die ihre Gestaltung in wirklichem Materiale durchführt, auch mit den Faktoren der natürlichen Umgebung, den physischen Gesetzen der Wirklichkeit sich abfinden muß. Aber in beiden waltet das Grundgesetz des Menschengeistes, kraft dessen er auch in der Außenwelt Ordnung sieht und Ordnung will.“ Der Mensch bevorzugt „die abstrakte Regelrichtigkeit der Linien, Flächen und Körper als charakteristisches Wirkungsmittel der Architektur… . Die Architektur ist also Raumgestalterin nach den Idealformen der menschlichen Raumanschauung.“

Festzuhalten ist, das es im wahrsten Sinne des Wortes Überschneidungs-Räume gibt, in dem sowohl Architektur als auch Skulptur als Einheit oder zumindest sich gegenseitig ergänzend zu verorten sind. Beide Disziplinen gestalten, nutzen, unterliegen einem bestimmten Raum, ergänzen, widersprechen sich, synthetisieren. Wie vehement oder teils nahezu ideologisch es hierbei zur Sache gehen kann, zeigt sich nicht zuletzt an lebhaften Diskussionen, wenn es um die Auswahl von Kunst für den öffentlichen Raum oder um die Realisierung progressiver Architekturkonzepte geht.

Um Architektur von Kunstwerk im Sinne von Skulptur zu unterscheiden, bedarf es der Frage nach der Intention des Entwurfs: Der Künstler schafft architektonische Skulpturen, der Architekt baut skulpturale Architektur.

Reduziert man diesen formalen Klärungsansatz auf die individuelle Wahrnehmung des Betrachters, kommt man vielleicht zum wesentlichsten Punkt und stimmt dem englischen Künstler und Bildhauer Tony Cragg zu: „At some point we’ve got to stop asking ourselves what is the meaning of everything, maybe it’s not so very important what it means. It’s probably more important what the sense of it is.. they are two very basic and different things.“

Autor: Claudia Bassier

Smart buildings!- Nicht nur chic, auch intelligent

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Lassen sich Smart Materials zukünftig in Architektur und Innenarchitektur adaptieren? 

Intelligente Werkstoffe reagieren dynamisch auf äußere Einflüsse wie Temperatur, Licht, Druck, chemische-, elektronische- und magnetische Impulse. Ihre Resonanzen können form- oder farbvariabel, licht- oder elektronenemittierend sowie phasenveränderbar und energiespeichernd sein. Die Wissenschaft hat bereits ein vielfältiges Angebot an diversen Materialinnovation bereitgestellt. Die fortschrittliche Materialforschung und –entwicklung begründet sich hauptsächlich mit der Notwendigkeit für die Medizintechnologie und NASA. Heute finden die smart materials mehr und mehr in den Bereichen Architektur und Innenarchitektur Anwendung. Man hat ihre selbstreagierenden Eigenschaften als ökologischere Alternative zur herkömmlichen Sensoren- und Aktorentechnik entdeckt und sieht in ihnen eine Perspektive mit dem Ziel einer Energieeffizienzsteigerung.

Die Klima- und Energiepolitik ist zentrales Thema unseres Zeitalters und sorgt für viele Debatten. Noch nie war das Umweltbewusstsein und Engagement einer Generation so stark ausgeprägt und vertreten. Die Verantwortung und Erwartung des ökologischen wie ökonomischen Fortschritts richten sich vorwiegend an die Ingenieursplanung und Forschung. Neben Themen wie Klimaschutz und Energieeffizienz sind allerdings auch Urbanisierung, demographischer Wandel sowie Internationalisierung mit feinster Sensibilität zu berücksichtigen.
Wo sich die Architektur mit den Zeitbedürfnissen auseinandersetzt, findet die Wissenschaft ständig neue Lösungsansätze die dieser Intension entsprechen. Neben Gebäudeautomatisierungssystemen, welche das Nutzungsverhalten optimieren und so Energieeinsparungsmöglichkeiten bieten, leistet die Materialforschung nun mit der intensiven Untersuchung von smart materials einen weiteren Beitrag für eine nachhaltige Architektur. Das Frauenhofer Institut und das Institut für Microstrukturtechnik in Karlsruhe, nehmen sich dieser Aufgabe verantwortungsvoll an.
Die Internationale Bauausstellung IBA in Hamburg-Wilhelmsburg präsentiert seit dem 23. März 2013 innovative Technologien und zukunftsorientierte Lösungsmodelle. Flexibilität steht im Focus der Architekturidee des 21. Jahrhunderts. Dies zeigt sich einerseits in Projekten mit flexiblen Grundrissen sowie andererseits auch in der Präsentation innovativer Technologielösungen und Materialalternativen, welche sich verändernden Bedingungen anpassen.
Ein nennenswertes Pilotprojekt ist das BIQ-Haus. Der Südost- und Südwestfassade sind über 120 Elemente vorgehängt. Sie bestehen aus zwei doppelverglasten Scheiben, in deren mit Wasser gefülltem Zwischenraum Mikroalgen gezüchtet werden. Algen binden Kohlenmonoxid und verwandeln es in Verbindung mit Sonnenlicht durch Photosynthese zu Traubenzucker. Die Alge als regenerative Energiequelle, verarbeitet bis zu fünf Mal mehr CO2 als vergleichsweise Mais und benötigt zudem kein wertvolles Ackerland. Hieraus ergibt sich der erste positive Synergieeffekt der BIQ- Fassadentechnologie. Zum einen werden klimaschädliche CO2-Emissionen reduziert und zum anderen gleichzeitig ein Grundmaterial zur ökologischen Energieversorgung produziert. Diese Nutzungsmethode orientiert sich an dem ‚Cradle to Cradle-Konzept‘ von Michael Braungart und William McDonough. Das Prinzip beschreibt ein Ressourcen-Nutzungsverfahren, das der Resteverwertung der Natur entspricht. Des Einen Abfall ist des Anderen Nahrung. So entsteht ein biologischer Kreislauf. Dieser zukunftsweisende Lösungsansatz ist gerade für die Industrie interessant. Hier werden die meisten Treibhausgase verursacht. Die Algennutzung könnte den Schadstoffausstoß erheblich reduzieren. Die Sonnenlichteinstrahlung sowie zugeführtes Kohlenmonoxid und andere Nährstoffe, ermöglichen ein rapides Wachstum der Pflanzenkultur. Nachdem sich reichlich Biomasse angesammelt hat, wird sie in einen großen Behälter abgeführt. Der Algenbrei bietet die Möglichkeit der Weiterverarbeitung zu Methangas in einer externen Biogasanlage. So kann die produzierte Algenmasse beispielsweise zur Biogasgewinnung genutzt werden. Doch die Bioreaktorfassade verfügt darüber hinaus über noch weit mehr Nutzungspotential. Das in den Elementmodulen erwärmte Wasser wird anhand von Wärmetauschern als Heizenergie verwendet. Das Wasser wird ständig mit Luftblasen durchmischt. Dies gewährleistet die gleichmäßige Versorgung der Algen mit den Nährstoffen. Zugleich dient dieser Vorgang aber auch der ständig sich wandelnden Fassadenästhetik. Die innovative Fassadentechnologie eröffnet eine neue Dimension für eine nachhaltige Architektur und ist richtungsweisend für eine Zukunft in der Plusenergiehäuser standardisiert werden können.

Das ‚Smart ist grün Haus‘ ist ein weiteres Projekt, welches im Rahmen eines Wettbewerbs der IBA Hamburg realisiert wurde. Auch hier handelt es sich um ein smart material Haus. Teil des Energiekonzepts ist ein interner PCM-Vorhang. Unter PCM versteht man ein Phasenwechselmedium, welches in die Kategorie der thermotopen (TT) smart materials zu zählen ist. Das Material reagiert auf Temperaturdifferenzen, indem es seinen Aggregatzustand reversibel ändert. Diese Eigenschaft macht es zum Latentwärmespeicher. Bei ansteigender Temperatur schmilzt das verwendete Medium und ist in der Lage überschüssige Wärme aufzunehmen. Wird es kühler, erstarrt der Energiespeicher und gibt die zuvor gespeicherte Wärme an den Raum ab. So entsteht ein angenehmes Raumklima.
Ein in der Architektur und Innenarchitektur bisher noch selten erprobtes smart material sind die Formgedächtnislegierungen (FLG), welche vorwiegend in der Automobilbranche und bei der NASA eingesetzt werden. Die Fachhochschule in Kaiserslautern hat 2010 im Rahmen einer Innenarchitekturveranstaltung einen Versuch unternommen die thermostriktiven Metalle für ein intelligentes Produktdesign zu verwenden. Herr Professor Glas ist Initiator sowie Betreuer der experimentellen Veranstaltung und berichtet über das Projekt. Bearbeiter der intelligenten Textilfaltwand ist Herr Jan Polenz, ein Student der Fachhochschule. Absicht der Arbeit war es einen flexiblen Raumteiler zu entwerfen, der sich mit zunehmender Raumtemperatur aufrichtet und so nur bei warmem Raumklima seiner Funktion dient. Realisiert hat er dies, indem er mehrere Metallstäbe aus einer Nickel-Titan-Legierung in ein Textilgewebe eingearbeitet hat. Dieses Produkt wäre auch als Sonnenschutz geeignet. Ist es kühl, bleibt das Textil gefaltet und nimmt weder Sicht noch Platz in Anspruch. Steigt die Temperatur, ist davon auszugehen, dass ein Sonnenschutz nötig wird und er faltet sich automatisch aus.
Den Sonnen- und Sichtschutz betreffend sind in der Architektur auch thermochrome Medienträger von Relevanz. Sie können mit zunehmender Temperatur eine Farbtönung hervorrufen oder sich von Transparent zu Transluzent subsumieren. Die sich selbsttönenden Gläser dienen dem sommerlichen Wärmeschutz und die getrübten Gläser dem Sichtschutz. Sie kommen vorwiegend in Verwaltungsgebäuden und Industriekomplexen zum Einsatz.
Die Auswahl an intelligenten Werkstoffen und ihren Verwendungsmöglichkeiten ist äußerst groß und das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft. Die Tendenzen für viele weitere Innovationen, welche die Architektur und Innenarchitektur bereichern, stehen gut. Axel Ritter befasst sich in seinem Buch ‚smart materials-in architektur, innenarchitektur und design‘ sehr intensiv mit der Adaption von den Werkstoffen in die angeführten Kreativbereiche. Überdies erläutert er sehr nachvollziehbar ihre Funktionen. Man erhält einen Eindruck von der Vielfältigkeit an Materialien und deren Anwendungsmöglichkeiten.
So bewegt sich die Architektur von smart materials über smart buildings zu smart citys und bereitet einen Weg in eine grüne Zukunft.

Modulares Bauen – Stück für Stück in Richtung Zukunft

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Bauen mit Modulen hat eine lange Tradition. Geschichtlich betrachtet existiert diese Bauform schon immer. Doch gerade jetzt, im digitalen Zeitalter, werden zahlreiche neue Möglichkeiten des Bauens mit Modulen sichtbar und realisierbar. Dabei entwickeln sich nicht nur die Module an sich weiter, auch die Herstellungs- und Ausführungsweisen verändern sich.
Das Museum für angewandte Kunst in Köln (MAKK) griff diese Thematik auf, reflektierte diese Entwicklung und fügte so in einer Gesamtschau historische Beispiele, materiale Besonderheiten und aktuelle internationale Architekturprojekte zusammen. Kuratiert wurde die Ausstellung von der Kölner Architektin Aysin Ipekçi in Zusammenarbeit mit dem Museum, dem BDA Köln und dem Haus der Architektur Köln (hdak).
Teilchen als strukturierendes Element
Nicht nur die Exponate zeigten in Form von Modellen, Fotografien, Zeichnungen, Animationen und Filmen Beispiele modularer Bauten und der Modularität an sich, auch die Ausstellungsarchitektur setzte sich aus „Architekturteilchen“ zusammen. Aus den geometrischen Formen des Tetraeders und Oktaeders wurden Körper und Strukturen formiert, die die Gestaltung mit schrägen und diagonalen Linien und Flächen prägten und so die Art und Weise des Betrachtens beeinflussten. Darüber hinaus erinnerten die Formen an Systembauweisen aus verschiedensten Epochen der Architekturgeschichte, sowie auf Grund der kristallinen Formen an die Natur.
Vom Ziegel zum Rapid-Prototyping
In mehreren Achsen wurde die geschichtliche Entwicklung des modularen Bauens beispielhaft anhand der fünf Baustoffe Holz, Stein, Beton, Metall und Kunststoff dargestellt. Neben der historischen Betrachtung, wurden im Erdgeschoss Modelle und Prototypen gezeigt, die einzelne Materialien und Methoden begreifbar machten oder technologische Innovationen und zukunftsweisende Perspektiven näher beleuchteten. Der darauf aufbauenden Exkurs „Wohnmodule und Städtebau“ behandelte die Idee des modularen Bauens im großmaßstäblichen und stadtplanerischen Kontext.

Zu Beginn der Entwicklung modularer Bauweisen bestanden Bauten aus allen Werkstoffen aus standardisierten Einzelbauteilen. Diese waren gleich oder ähnelten sich stark in ihrer Form, wie es beim Ziegel deutlich wird. Auch frühe Holz-, Beton- oder Metallbauten bestanden aus einzelnen, identischen Elementen, die zusammen einen Gesamtbau ergaben.
Auf dieser Art und Weise basiert das System der Modularität, das sich aus einzelnen Komponenten zusammensetzt. Im Gegensatz zu monolithischen Bauweise, bei welcher jedes Element genau einen möglichen Platz hat und das System nur als ganzer Block funktioniert, sind die einzelnen Komponenten des modularen Prinzips nicht durch ihre Position, sondern durch ihre Schnittstellen definiert. Über diese Schnittstellen interagieren sie miteinander und können einfach ausgetauscht werden. So kann schnell, kostengünstig und nachhaltig gebaut werden: Die Standardisierung der Einzelteile ermöglicht nicht nur schnelles Bauen vor Ort, die einzelnen, kleineren Teilstücke können auch besser transportiert werden. Darüber hinaus entstehen standardisierte, baugleiche Gebäude, die auf Grund der geringeren Produktionskosten der Module deutlich günstiger sind.
Flexibel und anpassbar
Vorteile für das modulare Bauen gibt es seit jeher viele: Die Flexibilität im Sinne der Austauschbarkeit einzelner Module ist sicherlich an erster Stelle zu nennen. Alte oder defekte Bausteine können leicht gegen neue ausgetauscht werden. Die defekten Bauteile haben keine Auswirkungen auf die anderen Elemente oder auf deren Funktion. Das System an sich ist trotz einzelner Änderungen voll funktionsfähig und in sich schlüssig. Weitere Vorteile des modularen Bauprinzips sind niedrigere Herstellungskosten durch baugleiche Serien, geringe Entwicklungskosten und schnellere Produktzyklen in der Produktion, sowie einfache Montageprozesse vor Ort. Gerade auf großen Baustellen ist es eine Erleichterung fertig angelieferte Module direkt verbauen zu können, anstatt diese vor Ort noch herstellen zu müssen. Auch die Variation mehrerer Elemente verschiedener Gruppen aus einer Produktklasse ist ein Vorteil, der eine flexible und individuelle Gestaltung ermöglicht. Das System, zum Beispiel in Form einer Fassade oder eines Bodenbelags, kann schnell und einfach an neue Bedingungen durch das Auswechseln der Module angepasst werden. Dieses Vorgehen kann Kosten, die ein eventueller Umbau mit sich geführt hätte, deutlich senken, zudem hat es einen nachhaltigen Charakter, da nur einzelne Module und nicht das komplette System erneuert werden müssen.
Experimentell und visionär?
Während in der Vergangenheit baugleiche Elemente zu einem System zusammengefügt worden sind, ist es heute möglich, komplexe Systeme aus individuell gefertigten, unterschiedlich geformten Modulen zu erzeugen. Mit Hilfe von digitalen Entwurfsprozessen und robotergesteuerten Herstellungsverfahren entstehen so Architekturen, die sich meist mit einem speziellen Thema, wie etwa der Flexibilität, dem Experimentieren oder der Nachhaltigkeit, auseinander setzen.
Ein frühes Beispiel modularen Bauens ist der 1851 für die erste Weltausstellung in London gebaute „Chrystal Palace“. Entworfen vom britischen Architekten Joseph Paxton und realisiert Charles Fox besteht dieses Ausstellungsgebäude aus einer Eisenkonstruktion und Glassegmenten und erinnert stark an die Architektur von Gewächshäusern. In nur 17 Wochen konnte der Bau mit einer Grundfläche von ungefähr 615 mal 150 Metern aufgrund der Modellbauweise errichtet werden – eine revolutionäre, weil kurze Zeitspanne.
Das Interesse von Wolfgang Feierbach an dem neuen Werkstoff GFK (Glasfaserverstärktes Polyesterharz) und die Idee neue visionäre Wohnmodule zu gestalten, bestimmten die Entwicklung des „Kunststoffhauses fg2000“, das 1968 in Altenstadt errichtet wurde. Bestehend aus Wand- und Deckenmodulen, die zusammengesetzt das Haus ringförmig bilden, kann es innerhalb eines Tages errichtet werden.
Der „Do-It-Yourself Pavillon“ wurde 2009/2010 von dem Büro Hybrid Space Lab speziell für die „Hong Kong and Shenzhen Bi-City Biennale of Urbanism und Architecture“ entwickelt. Als mobiler und temporärer Bau besteht er aus einzelnen Modulen, die mithilfe des Computers berechnet und mit einer digital gesteuerten Säge zugeschnitten worden sind. Verbunden werden die einzelnen Teile per Hand mit Kabelbindern – ein experimenteller und improvisierter Eindruck entsteht.
Mit dem „Metropol Parasol“ schuf das Architekturbüro Jürgen Mayer H. im vergangenen Jahr in Sevilla ein neues Wahrzeichen. Zusammengesetzt aus zahlreichen Einzelteilen, hergestellt aus circa 30.000 Kubikmeter Fichte, überzogen mit einer Beschichtung aus cremefarbenem Polyurethan, wirkt diese dreidimensionale Dachlandschaft wie aus einem Guss. Gleichzeitig symbolisiert „Metropol Parasol“ eine neue Art der Gestaltung von öffentlichen Plätzen, indem es den horizontalten Ort um mehrere vertikale Achsen in fast utopischer Weise erweitert.

Im Vergleich zu früheren modularen Bauweisen, in der es vor allem um Vereinfachung des Bauprozesses, dem Interesse an Materialität oder aber der Fortschrittseuphorie der 60er und 70er Jahre ging, versucht sich modulares Bauen heute experimentell und visionär. Auch das übergeordnete Denken in einem größeren, stadtplanerischen Kontext erscheint mithilfe unterschiedlicher, flexibler und veränderbarer Module lohnenswert und zukunftsweisend. Modulares Bauen entwickelte sich aus standardisierten, schnellen und preisgünstigen Gebäuden hin zu experimentellen, innovativen und komplexen Architekturen, die mit Hilfe digitaler Entwurfsmechanismen den Weg in die Zukunft bereiten. Es entstehen viele neue Möglichkeiten und Chancen mit Problemen innovativ umzugehen und Lösungen in Form, Farbe, Konstruktion und Komposition aufzuzeigen. Wir sind gespannt, wohin der Weg führt.

Land Rover Freelander- Royales Freiheitsgefühl

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Die englische Off-Road-Legende Land Rover startet wieder voll durch: diesmal mit dem  Freelander. Als Ergänzung zur bisherigen Freelander- Produktpalette wurde er sehnlichst erwartet und präsentiert sich nun als kompromisslos in allen Belangen: noch komfortabler, sportlicher und leistungsstärker. Die zweite Generation des Einstiegsmodells der britischen Offroad-Marke ist optisch mehr am großen, teuren Bruder Range Rover angelehnt als an den Markengeschwistern Discovery oder Defender. An den verspielt wirkenden Freelander aus der Ehe von Land Rover und BMW erinnert heute nichts mehr. Land Rover scheute weder Mittel noch Mühen die Attraktivität mittels eines „upgrades“ für die gesamte Baureihe zu steigern. Und bei so viel Exklusivität, beginnend bei der Karosserieoptik, serienmäßigem Panoramaglasdach, elektrisch verstellbaren Sitzen, ein serienmäßig integriertes Telefonsystem mit Bluetooth-Funktion, einer Garagentor-Fernbedienung sowie Heizungen an Frontscheibe und Scheibenwischerdüsen, und schließlich endend beim Heckspoiler, bleibt eigentlich kein Wunsch mehr offen. Äußerlich wurde der Neue behutsam aufgefrischt. Am Frontstoßfänger, Kühlergrill, sowie an den Vorder- und Heckleuchten und an einigen nun in Wagenfarbe lackierten Elementen kann man es erkennen. Neun neue Farbtöne stehen zur Wahl. Die neue Wahl ist die gute alte – Land Rover-Qualität erhielt und erhält man weiterhin schon mit dem Basismodell. Die vom Evoque geborgten kuscheligen Sitzbezüge („Dinamica“: eine Kunstfaser in Velours-Leder-Optik) und eine behutsam neu gezeichnete Armaturentafel sowie die etwas besser ablesbaren Instrumente machen den Unterschied zwischen Erstauflage und 2012er Facelift.

Überarbeitet wurde auch das serienmäßige Start-Stop-System. Der Rest ist bekanntes Freelanderland: Gutes Herausblicken dank viel Glas und tiefer Seitenscheiben und erhabene, weil erhobene Übersicht und viel Platz im Fond. Den variablen Kofferraum (405 – 1.670 l) steuert man mit dem Gepäck wegen mehr Bodenfreiheit (Bereifung in 18 oder 19 Zoll) über eine deutlich höhere Ladekante als im Kombi an. Aufgefrischt wurden beim neuen Modell auch Design und Innenraum. Das aktuelle Modell ist am geändertem Frontstoßfänger und Kühlergrill zu erkennen sowie neuen Front- und Heckleuchten. Zudem gibt es für die 18- bzw. 19-Zoll-Räder ein neues Felgendesign. Das Armaturenbrett wurde moderner gezeichnet und die Sitzbezüge wurden neu gestaltet. Die Top-Ausstattung Premium Pack bietet unter anderem eine Lederausstattung, elektrisch verstellbare Vordersitze und Teppich-Fußmatten.  Der traditionsreiche Geländewagenbauer Land Rover präsentiert nun ein rein frontgetriebenes SUV und liegt somit voll im Trend.  Somit kann man jede Fahrt genießen und die zahlreichen Vorteile eines SUVs auskosten.

Der Freelander ist ohne Zweifel ein Genussspecht, nicht nur auf der Straße, sondern vor allem im Gelände! Der kompakte Freelander wird von einem 2,2-Liter-Vierzylinder mit 110 kW/150 PS. Durch die Reduzierung auf eine Antriebsachse spart der Brite 75 Kilogramm Gewicht ein, was sich im Verbrauch und den Fahrleistungen bemerkbar macht. Auch dank Start-Stopp-Automatik liegt der EU-Verbrauch bei 6,0 Liter (CO2-Ausstoß 158 g/km). Der Fronttriebler schafft den Sprint auf die 100 km/h-Marke in 11,7 Sekunden und rennt bis zu 181 km/h. Und im Gelände schüttelt der Freelander seine Offroad-Talente dabei geradezu pfundweise aus dem Ärmel bzw. aus den Rädern, verbessert beispielsweise seine Geländelage durch Umschaltung von Front- auf Hinterradantrieb durch eine elektronisch gesteuerte Haldex-Kupplung, welche bis zu 100 % der Antriebskraft an die Hinterachse weiterleitet. Bergauf und auch bergab gibt er sein Bestes, durchquerte matschige Bachläufe, überkletterte steinige Almwiesen und wurzeldurchzogene Waldwege, ehe er vor seinem Ziel zum Stehen gebracht wurde. Der Freelander ist ein typischer Engländer: robust und wegweisend in der Gesamtkonzeption. Er ist sowohl ein waschechter Offroader als auch edles SUV. So verwundert es nicht, dass er eine große Fangemeinde besitzt.

VW Beetle- Der will nicht nur spielen

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VW hat dem guten alten Käfer einen kräftigen Imagewechsel verpasst, als die Wolfsburger 1998 den New Beetle schufen. War das Original noch ein echter Sympathieträger, der an Hippie-Zeiten erinnert und dem auch heute noch lächelnd nachgeschaut wird, sind seine Nachfolger längst im Establishment angekommen. Auf den New Beetle folgt nun der neue Beetle, der jetzt wieder mehr an den Ursprungskäfer erinnert. So entspricht beispielsweise die Dachform des Beetle fast der des Original-Käfers. Veränderungen sind auf den ersten Blick erkennbar. Weit dynamischer als sein Vorgänger wirkt der neue Beetle vor allem durch das flachere Dach und der niedrigeren, fast gechoppten Dachlinie. Die Gene des neuen Beetle zeugen von hochgezüchteter Technik, was vor allem der Heckspoiler beweist. Die Motorhaube wurde länger, die A-Säulen samt Frontscheibe niedriger. Klar ausdefinierte Lichtkanten verleihen ihm zudem mehr Schärfe und Wertigkeit. VW-Chef Martin Winterkorn bezeichnet ihn als “echten Hingucker“ und “Charaktertyp“ – und Recht hat er! Breit, satt, zufrieden und mit GTI-Motor rollt er in die Herzen seiner (meist) jungen Fans. Er ist eben ein ordentliches Lifestyle-Fahrzeug, dass Konkurrenten weit hinter sich lässt und dem sein Retro-Charme offensichtlich gut zu Gesicht steht. Und à propos Gesicht: eben dieses hat nun sein Dauergrinsen abgelegt. Der neue Beetle ist zwei Meter breit, 4,30 Meter lang und 1,4 Tonnen schwer. Spätestens hier hört die Ähnlichkeit mit dem Ur-Käfer auf. Da die Technik von Golf stammt, verwundert es nicht, dass der Motor vorne sitzt. Die Motorleistung ist ordentlich, denn er schafft satte 200 PS (147 kW) und 280 Nm.

Voll Power und längst nicht so harmlos wie seine Vorgänger New Beetle oder gar der alte Käfer, prescht der Beetle mit einem Mords-Anzug los. Dem Käfer sind Flügel gewachsen. Doch die Bodenhaftung verliert er nicht. Für eine homogene Kraftübertragung auf die Straße sorgt ein Sechs-Gang-DSG-Getriebe. Das DSG-Getriebe schaltet schnell und im S-Modus dreht es die sechs Gänge voll aus. In 7,5 Sekunden stehen 100 km/h auf dem Tacho. Seine Höchstgeschwindigkeit beläuft sich auf stolze 223 km/h. Das Fahrverhalten des Fronttrieblers soll im Vergleich zum Vorgänger mehr Dynamik vermitteln. So gibt es unter anderem eine elektronische Differenzialsperre an der Vorderachse, die durch stärkeres Einbremsen des kurveninneren Rades für eine zackigere Kurvenperformance sorgt. Wer noch die alte helle und kräftige Stimme des Käfers im Ohr hat, muss zweimal hinhören, um im kräftig-kernigen Motorsound des Beetle seinen Nachfolger ausmachen zu können. Der breitbeinige Beetle liegt mit dem um 2,5 Zentimeter gewachsenen Radstand gut auf der Straße und hält auch schnellen Kurven sicher stand. An Bord befindet sich ein Selbstzünder mit Start-Stopp-Automatik. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 4,3 Litern pro 100 Kilometer. Wenn auch die Materialien nicht ganz so hochwertig wie im Golf sind, überzeugt das Interieur doch voll und ganz aufgrund seiner Praxistauglichkeit und seines besonderen Charme. Alles ist höchst solide verarbeitet.

Für schickes Ambiente sorgen diverse Chromakzente, Applikationen in Wagenfarbe oder in Karbon-Optik, eine zweifarbige Lederausstattung und zusätzliche Rundinstrumente am oberen Ende der Mittelkonsole.  Erstmalig gibt es ein vollintegriertes Super-Navi für den Käfer-Enkel. Anders als bei der Außenhaut hat VW innen auf die einstigen Retro-Anleihen wie Vase und Riesentacho verzichtet. Hinterm Lenkrad blickt der Fahrer nunmehr auf ein zeitgemäßes Kombiinstrument mit einem Mix aus Analog- und Digitalanzeigen. Stylische Türgriffe und ein nostalgisches Oberfach auf der Beifahrerseite sind nettes Beiwerk und so in keinem anderen heutigen VW zu finden. Besonders schön sind die lackierten Oberflächen an Tür und Armaturenbrett. Überzeugend sind auch die übersichtlichen Armaturen, das ordentliche Platzangebot und die straffen Sitze, die für ein enormes Bequemlichkeitsgefühl der Insassen sorgen und guten Seitenhalt bieten. Vorn gibt es zudem viel Platz und eine riesige Kopffreiheit. Für ein Lifestyle-Auto ist selbst der Kofferraum mit 310 Litern größer als bei anderen Fahrzeugen dieser Größenordnung. ESP, CD-Radio und elektrische Fensterheber gehören zur Serienausstattung der Basisversion. Das Fahrwerk ist hart und agil, die Lenkung präzise und direkt. Die Rundumsicht ist sehr gut. Geprägt durch ein agiles Fahrverhalten unterstreicht der Beetle seinen sportlichen Anspruch.

VW Golf Cabrio- Einer der für alles offen ist

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Schon im Winter beginnt der Traum davon, im Frühling wieder “oben ohne“ durch die Landschaft zu cruisen und der Ruf: Weg mit der Verdunklung – her mit den Cabrios! wird wieder laut. Und da kommt der VW Golf Cabrio 1.4 TSI wie gerufen. Bei dem weiß man, was man hat, denn er hat seine wichtigste Eigenschaft – ein Golf zu sein – nicht verloren. Das, was ihn auszeichnet sind ein unspektakuläres Aussehen und eine vergebliche Suche nach Schwächen. Bestens verarbeitet, solide und praktisch öffnet der Wolfsburger nun sein Dach. Deutschlands Bestseller und das Auto einer ganzen Generation beweist, dass es sich auch ohne festes Dach nicht aus seiner niedersächsischen Ruhe bringen lässt. Mit vollelektrischer Mütze, ohne störenden Überrollbügel und ein perfektes Versenken aller Scheiben machen das offen fahren zu einem herrlichen Erlebnis. Etwas länger, niedriger und mit einer flacheren Windschutzscheibe als der geschlossene Bruder ist er immer noch unverkennbar ein typischer Golf. Das Dach lässt sich auch während der Fahrt bei bis zu 30 km/h öffnen und das Ganze funktioniert in nur neun Sekunden. Der Schalter dafür liegt ebenso griffgünstig auf der Mittelkonsole vor der Armlehne wie auch eine Taste für alle vier Scheiben. Wenn es doch einmal zu windig ist, schafft ein klappbares Windschott ganz schnell Abhilfe. Unterm dicken, dreilagigen Stoffhimmel können selbst hartnäckige Winterstürme den Insassen nichts anhaben. Ein Blechdach ist also überflüssig geworden. Man sitzt in diesem modernen Cabrio hinter der ziemlich schräg liegenden Scheibe sehr geschützt, erst bei höherem Tempo – ab etwa 140 km/h – wird der Wind heftig. Bis dahin fächelt er sanft ins Abteil. Freie Sicht nach hinten, Einparkhilfe und Rückfahrkamera erleichtern das Einparken und ein überaus großzügiges Platzangebot auf bequemen Sitzen bietet den Insassen absoluten Fahrkomfort. Auch das Mitfahren in der zweiten Reihe ist selbst auf längeren Strecken völlig entspannt.

Im Vergleich zu den Coupé-Cabrios mit ihren konstruktionsbedingt weit nach hinten gezogenen Windschutzscheiben hat man im Golf tatsächlich das Gefühl im Freien zu sitzen. Das Gepäckabteil lässt sich dank der Quaderform gut nutzen. Durch eine ausgeklügelte Verdeck-Kinematik fasst der Kofferraum geräumige 250 Liter – ob mit geschlossenem oder offenem Dach. Ein bei Gefahr ausfahrbarer Überrollschutz, Kopfstützen und die Golf-Sicherheitsausstattung sind serienmäßig. Den Spurt von 0 auf Tempo 100 schafft der 4,25 Meter lange Wolfsburger in 8,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit von 216 Stundenkilometern dürfte Freunde des schnellen Fahrens erfreuen. Der immerhin 1,5 Tonnen schwere Fronttriebler wird dank 240 Nm  lässig vorangetrieben. Und auch Sparfüchse geraten bei einem Verbrauch von 6,4 Litern Super auf 100 Kilometern ins Schwärmen. Dampf und Spaß in jeder Drehzahllage sind garantiert, während die digitale Verbrauchsanzeige trotz flotter Fahrt stets um die 8-Liter-Marke pendelt. Und auch der Fahrkomfort lässt keine Wünsche offen: ein so leises Fahrzeug ist in diesem Segment kaum zu finden. Ungewöhnlich ist, dass das Cabrio bei Tempo 100 genauso leise schnurrt wie der geschlossene Golf. Das Interieur stammt 1:1 aus dem normalen Golf. Die hochwertigen Materialien sind perfekt verarbeitet. Die Verwindungssteifigkeit ist ebenfalls erstaunlich. Er ist straffer geworden und trotzdem ist seine Abstimmung elastisch geblieben, so dass der Flitzer sauber und ohne Probleme um die Ecken kommt. Die Karosserie bleibt stets ruhig. Auch das Cabrio fährt sich wie ein echter Golf – von der Lenkung über die Schaltung bis zur Federung gibt es nichts zu meckern.

Komfortabel unterwegs auf schlechter Straße, stoisch beim Geradeauslauf und sehr präzise in Kurven überzeugt das Cabrio in allen Lagen. Das Golf Cabrio federt sehr harmonisch, bietet hohen Komfort, fährt sich angenehm ausgewogen. Der 1,4-Liter-TSI mit Doppelkupplungsgetriebe überzeugt. Leise, stark, schnell und kultiviert erledigt das 160-PS-Aggregat seine Arbeit, hängt sehr gut am Gas. Das DSG ist stets aufmerksam, funktioniert  schnell und macht einfach richtig Spaß.

Lexus IS 250 Cabrio- In himmlischer Ruhe dahincruisen

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Zugegeben: der Lexus IS 250 Cabrio ist eher eine gemütliche Segelyacht als ein flottes Rennboot. Aber angesichts der Tatsache, dass es selten Gelegenheit gibt, die volle Geschwindigkeit eines Autos voll auszunutzen, sind 208 PS, 252 Newtonmeter Drehmoment und eine Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h Werte, die sich durchaus sehen lassen können. Und gegen neun Sekunden um von Null auf Tempo 100 zu beschleunigen, kann niemand etwas einwenden. Das Fahrerlebnis in der Nobel-Tochter von Toyota beweist wahre Individualität in der Komfort-Klasse. Modern, komfortabel und zuverlässig setzen die Japaner mit dem Lexus Cabrio auf das Coupé-Cabriolet-Prinzip. Offen wie geschlossen kann sich der IS 250 C sehen lassen. Denn auch mit aufgesetztem Helm macht er eine gute Figur und wirkt harmonisch proportioniert. Den Designern ist es gelungen, dem Cabrio – trotz der Ähnlichkeit zur Limousine – ein im direkten Vergleich attraktiveres Äußeres mitzugeben. Lediglich die Motorhaube, die Scheinwerfer, die Türgriffe und die Außenspiegel wurden von der Limousine übernommen. Die rund 100 Kilogramm, die das Cabrio mehr wiegt als die Limousine, stammen von den vielen zusätzlichen Elementen, die dem Cabrio seine übliche Verwindungssteifigkeit geben sollen. Berauschend gut haben die Aerodynamiker ihre Sache gemacht, denn der Luftwiderstandsbeiwert bei geschlossenem Dach liegt bei nur 0,29. Und noch erstaunlicher als dieser Wert ist, dass Fahrer und Beifahrer bei offenen Seitenscheiben und ohne Windschott vom Fahrtwind allenfalls sanft umspült werden und eine wahre Strandkorb-Heimeligkeit genießen. Die im Vergleich zur Limousine verstärkte Sitzheizung steuert den Rest an Wohlfühl-Wärme bei. Geschlossen legt sich das dreiteilige Alu-Hardtop formal einwandfrei über den Innenraum, ein Coupé mit durchaus eleganten Linien.

Um gemütlich am Hafen entlang zu cruisen, ist der Lexus perfekt ausgelegt. In 20 Sekunden öffnet oder schließt sich das Alu-Dach, das von 15 Elektromotoren angetrieben wird. Die Verarbeitung ist top, die Ausstattung von edler Großzügigkeit. Der Sechszylinder des gemütlichen Cruisers spielt mit der komplett ruckfreien Sechsgang-Automatik wirklich auf höchstem Niveau und extrem leise hin und her. Das hat schon Klasse. Die Karosserie des Lexus IS 250 C wurde fast komplett erneuert. Obwohl technisch auf dem Viertürer basierend, ist an der IS 250 C-Karosserie bis auf Motorhaube, Scheinwerfer und Außenspiegel alles neu. Der um 50 Millimeter verlängerte hintere Überhang beschert geschlossen einen für Cabrio-Verhältnisse üppigen Kofferraum von 420 Litern. Dank tiefer Sitzposition und bequemen Armauflagen passt das Cockpit auch für europäische Körpermaße perfekt. Zudem besitzt bereits das Basismodell eine elektrische Verstellung der vorderen Sitze. Der Lexus IS 250 C bietet aber nicht nur den Fond-Passagieren auseichend Platz. Die Hinterbänkler werden von zwei kuscheligen Clubsesseln empfangen, auf denen es sich gemütlich reisen lässt.

Zur Serienausstattung des IS 250 C zählt eine komplette Ausstattung mit Elementen und Systemen, die der aktiven und passiven Sicherheit dienen. Außerdem haben die Japaner alles gegeben, um Lüftung, Klima, Ablesbarkeit der Anzeigen sowie das Audiosystem dem Offenfahren anzupassen. Standesgemäß befindet sich unter der Haube ein V6-Triebwerk mit exakt 2.500 Kubikzentimetern Hubraum in akustischer Zurückhaltung. Das 208 PS starke Aggregat erhebt selbst dann kaum seine Stimme, wenn ihm mehr als die Leerlaufdrehzahl zugemutet wird. Selbst auf unebener Fahrbahn lässt sich das Fahrwerk nichts von seiner Arbeit anmerken und auch Störgeräusche bleiben draußen. Der Motor agiert beim Dahingleiten sehr laufruhig und das Getriebe unterstützt den sämigen Charakter. Die Lenkung des 4,64 Meter langen Lexus IS 250 C ist absolut direkt und dank der perfekt ausgewählten Abstimmung von Federn, Dämpfern und Lenkung gewinnt das Fahrvergnügen an Dynamik. An der Übersichtlichkeit und der Bedienung darf man sich erfreuen. Insgesamt ist der Lexus IS 250 C  ein absoluter Leisetreter, der  frei von jeglichen Allüren ist. Sein hohes Qualitäts- und Komfortniveau lässt kaum noch Wünsche offen. Eine entspannte Gelassenheit kennzeichnet das Fahrerlebnis.

Jaguar Cabrio Convertible Portfolio-Sinnlich, scharf und spektakulär

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Stramme Muskeln, kräftiges Brüllen, megasicheres Fahrwerk. Dieser Jaguar XK 5.0 Portfolio Convertible gehört zur zweiten XK-Generation. Mit dezenten optischen Veränderungen an der Karosserie und im Innenraum und ausgestattet mit einem 5000cm³ Motor, schafft diese Version eine Leistung von 385 PS. Diese Luxus-Variante mit Heckantrieb beschleunigt von Null auf 100 km/h in 5,6 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Der Kraftstoffverbrauch im kombinierten Zyklus liegt bei 11,2 Litern je 100 Kilometer und die CO2-Emissionenen bei 264 g/km. Äußerlich beweist Jaguar auch mit diesem Modell, dass diese Marke für emotionales und sinnliches Design steht und hat deshalb auf ein Rundum-Facelift verzichtet. Statt dem allgegenwärtigen Trend zum Stahlklappdach zu folgen, hat sich Jaguar für ein Stoffverdeck entschieden, welches sich per Knopfdruck in weniger als 18 Sekunden öffnen und schließen lässt und das selbst bei Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 16 km/h. Verfeinerungen außen wurden an den Frontstoßfängern vorgenommen, die nun noch kraftvoller aussehen und mit sichelförmigen Lüftungsschlitzen an der Seite versehen wurden. Liebe zum Detail steckt auch in der neu gestylten Motorabdeckung. Außerdem wurde die Heckschürze tiefer heruntergezogen und die Einsätze der Nebelscheinwerfer wurden doppelt ausgeführt. Und noch einige kleine Neuerungen gibt es: die LED-Rückleuchten, Chromeinfassungen für die Seitenfenster und eine verchromte Kofferraum-Querspange. Die Veränderungen im Innenraum sind deutlicher zu erkennen als die äußeren. Aber insgesamt fällt das Facelift auch hier sehr dezent aus. Feinstes Leder, strukturierte Aluminiumeinsätze, Holzfurniere, schicke Ziernähte und Chromdetails sorgen für eine absolute Wohlfühlatmosphäre. Dass all diese Materialien hochwertig verarbeitet wurden, ist selbstverständlich für Jaguar. Die klassische Schaltkulisse wurde durch eine Mittelkonsole ersetzt, was ein größeres Raumangebot schafft. Der versenkbare Drehregler in Metalloptik wirkt chic und edel. Der rot pulsierende Startknopf stammt aus der Limousine. Bei Betätigung fährt der Drehregler aus der Versenkung nach oben und das Cabrio kann starten. Das Interieur ist übersichtlich und absolut bedienerfreundlich. In der Mittelkonsole ist ein sieben Zoll großer Touchsreen platziert, der eine Reihe von Schaltern ersetzt. Dieses Info- und Steuersystem konfiguriert die Klimaanlage, das Audio- sowie Navigationssystem, Telefon und weitere Fahrzeugeinstellungen. Zwischen den groß ausgeführten, weiß beleuchteten Rundinstrumenten befindet sich ein weiteres Multifunktions-Display, das Informationen über beispielsweise Tankinhalt, Gangwahl oder den Reifendruck preisgibt. Die neue noch ausgeklügeltere und komplett aktive Fahrwerksregelung erlaubt den stufenlosen Wechsel von Komfort auf Sport. Die stets sanften Gangwechsel werden noch schneller ausgeführt und der Jaguar reagiert noch spontaner aufs Gas. Das Fahrwerk lässt sich bei Bedarf straff und sportlich auslegen und das Motormanagement sorgt zusätzlich für spontanere Reaktionen auf Gaspedalbewegungen und schnelle Gangwechsel. Die präzise, leichtgängige Lenkung ermöglicht ein zielgenaues und einfaches Manövrieren. Der Portfolio Convertible verfügt über eine Zahnstangenlenkung und bei den Bremsen handelt es sich um innenbelüftete Scheibenbremsen. Diese lassen das Cabriolet bereits auf leichten Tritt auch bei hohem Tempo schnell und sicher zum Stehen kommen. Die Radaufhängung nutzt eine Schwingachse. Der Zweitürer hat eine Länge von 4791 mm, einen Radstand von 2752 mm, ist 1329 mm hoch und 1892 mm breit. Jaguar bezeichnet das Cabriolet als 2+2-Sitzer. Das bedeutet, dass das Platzangebot in der vorderen Reihe komfortabel, hinten allerdings eher für Kinder oder Gepäck geeignet ist. Die sportlich geschnittenen und angenehm straff gepolsterten Sitze sind dreistufig beheizbar und sorgen für ein entspanntes Fahrerleben. Einen guten Wert kann das sportliche Cabrio für weitere Gepäckstücke vorweisen: offen können 200 Liter, geschlossen sogar 313 Liter Ladung im Kofferraum mitreisen. Wer es sinnlich mag,  sich gern verwöhnen lässt und es sportlich liebt, findet in diesem Auto den richtigen Partner.

BMW Cabrio- Bavarian Open

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Ein Sportcoupé mit vier Sitzen, elegantem Cabriodach und großem Motor, der viel leisten, aber wenig verbrauchen soll – ein schöner Traum! Und der ist mit dem BMW 640d Cabrio Wirklichkeit geworden. Wer einen BMW 640d sein eigen nennen darf, besitzt ein Fahrzeug, das nach dem heutigen Stand der Technik einer Perfektion schon sehr nahe kommt. Das 6er Cabrio lebt vor allem von seiner extrem flachen Silhouette, die das Fahrzeug förmlich auf den Asphalt zu drücken scheint. Aus jeder Lack-Pore strömt sein elegant geschmackvolles Design. Bei diesem Fahrzeug fließt nicht nur der Kraftstoff, sondern auch die Linie. Die typische BMW-Front ist hier noch ein wenig aggressiver geraten, die Motorhaube ist lang und die Seitenlinie makellos. Der nun nach innen gewölbte Abschluss des Kofferraumdeckels erzeugt Licht- und Schatteneffekte, die der Heckansicht Leichtigkeit verleihen. Und formvollendet wird man auch an die Luft gesetzt. Das dahinfließende Textilverdeck öffnet sich in 19 Sekunden, auch bei Fahrt bis zu 40 km/h. Die elegante Offenfahrt ist auch sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand. Droht die Gefahr eines Überschlags sorgt das weiterentwickelte Überrollschutzsystem für maximalen Schutz. Die zentrale Sicherheitselektronik aktiviert den pyrotechnischen Auslösemechanismus, der dann die aus hochfestem Aluminium gefertigten Bügel innerhalb von Sekundenbruchteilen aus der Ruheposition nach oben fahren lässt. Wenn dieses Fahrzeug ein Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit sein soll, wünscht man sich nur noch solche Kompromisse. Stolze 313 PS und 630 Nm verhelfen dem 640d zu jenen Fahrleistungen, die man von einem BMW erwarten darf. Bei einer Beschleunigung von 5,5 Sekunden auf Tempo 100 km/h ist von Verzicht keine Spur, mit 250 km/h Höchstgeschwindigkeit steht er seinen Benzinbrüdern um nichts nach. Das in der 6er Reihe eingesetzte Allradsystem verteilt im Normalbetrieb 60 Prozent des Antriebmoments an die Hinterachse und 40 Prozent an die Vorderachse. Der eigentliche Joker liegt aber im Verbrauch, denn der 640d spart nur an der Tankstelle, nicht aber an Leistung. In Kombination mit dem 70 Liter fassenden Tank schafft das 640d Coupé eine Reichweite von über 1.200 Kilometern, hochgerechnet vom Werksverbrauch von 5,9 Litern. Beim Sparen hilft auch die serienmäßige Achtgang-Automatik. Das ZF-Getriebe zählt zweifellos zum Besten, was es auf dem Sektor der Wandler-Automatik derzeit gibt. Schnelle und fast unmerkliche Schaltvorgänge lassen den Wunsch nach einem in vielen Situationen unharmonischeren Doppelkupplungsgetriebe erst gar nicht aufkommen. Das 640d Coupé ist zweifellose die ganz hohe Schule des Automobilbaus. Ein Traum von einem Motor in einer sündhaft schönen Karosserie, gespickt mit zahlreichen innovativen Ausstattungsfeatures. Der von den Bayern versprochene Fahrspaß ist garantiert. Das Platzangebot in der ersten Reihe ist gigantisch. Die inzwischen für Oberklassefahrzeuge typische, extrem breite Mittelkonsole vermittelt den Insassen ein luxuriöses Raumgefühl. Der freistehende 10,2-Zoll-Multimedia-Breitbildschirm mit einer stilvollen Anzeigetafel thront am oberen Ende der Mittelkonsole. Das Cockpit ist angenehm fahrerorientiert, ohne dabei den Beifahrer auszuschließen. Die Steuerung der Navigations-, Telefon- und Entertainmentfunktionen erfolgt über das serienmäßige Bediensystem iDrive. Mit einer Außenlänge von 4.894 mm ist das neue BMW 6er Cabrio 74 Millimeter länger als das Vorgängermodell und auch der Radstand von 2.855 mm ist um dieses Maß gewachsen. Als Konsequenz daraus konnte auch das Platzangebot im Innenraum optimiert werden. Das Interieur des 2+2 Sitzers gibt sich edel und BMW-typisch sportlich, die luxuriösen Ledersitze sind Serie, ebenso die Sun-Reflective-Technologie, die das ungewollte Aufheizen der Sitze verhindert. Der Kofferraum fasst in geschlossenem Zustand 350 Liter, ansonsten noch 300 Liter, Platz genug, um selbst zwei Golfbags unterzubringen. Wer also immer noch denkt, dass ein Coupé der Luxusklasse unbedingt von einem Benziner angetrieben werden muss, der sollte dringend eine Runde mit dem BMW 640d Coupé drehen.

BMW 530D, GRAN TURISMO-Ein Multitalent für die große Reise

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Sie wünschen sich einen geräumigen Geländewagen, der aber auch elegant wie ein Coupé aussehen soll? Dann könnte Ihnen der BMW Gran Turismo gefallen. Der neue Bayer vereint Eigenschaften von Limousine, Kombi, Coupé und Geländewagen. Neue Maßstäbe wurden vor allem im Innenraum gesetzt. Ein opulentens Raumgefühl verwöhnt die Insassen auf allen Plätzen. Vorne ein paar Zentimeter mehr Breite, hinten mehr Platz für die Beine der Passagiere. Eine solche großzügige Bein- und Kopffreiheit findet sich selten. Vorn wie hinten genießt man echten Oberklasse-Komfort, in allen Dimensionen herrscht Großzügigkeit. Trotz der sehr hohen Schweller steigt man bequem ein. Und auch der Kofferraum kann es mit manchem Kombi aufnehmen. 440 Liter Basisvolumen klingen zwar zunächst nicht allzu üppig, aber bei vorgeschobenen Rücksitzen sind es bereits 590 Liter und wenn auch noch die Rückenlehnen umgeklappt werden, bringt es der Gran Turismo auf satte 1.700 Liter. Beim Kofferraum haben die Bayern sich noch einen Clou ausgedacht, denn er ist auf zwei Arten zugänglich. Entweder kann die gesamte Heckklappe geöffnet werden oder aber auch nur die kleinere Klappe, um den Laderaum vom Rest des Autos vor kalter Luft abzuschotten. Auf Wunsch lassen sich die Sitze sogar in eine leichte Liegeposition verschieben. Über alle Zweifel erhaben sind Verarbeitungsqualität und Materialwahl. Der Fahrer darf sich eines zwar nüchternen, aber ergonomisch einwandfreien Instrumententrägers erfreuen. Alles ist tadellos ablesbar und beleuchtet. Hilfreich ist die ständige analoge Reichweitenanzeige – da braucht man die digitale des Bordrechners nicht erst aufzurufen. Auf der Konsole findet man den iDrive-Controller für die vielfältigen Funktionen von Navigation, Klimaanlage, Kommunikation und Unterhaltung. Auch die Sicherheitsausstattung ist traditionell top. Sechs Airbags sind Standard, optional lässt sich der BMW Gran Turismo beispielsweise um einen Fernlichtassistenten oder Side-View-Cameras, die Bilder des Querverkehrs an Kreuzungen oder bei Hausausfahrten auf einem Monitor anzeigen, erweitern. Unter den drei wählbaren Motorisierungsmöglichkeiten des BMW Gran Turismo ist der Dreiliter-Diesel ohne Frage die wirtschaftlichste. Und 245 PS sowie 540 Nm maximales Drehmoment sind eine starke Ansage. Das bayerische Multitalent beschleunigt in nur 6,9 Sekunden auf 100 km/h. Und das trotz seiner stattlichen zwei Tonnen, die er auf die Waage bringt. Für kaum spürbare Gangwechsel und eine äußerst geschmeidige Beschleunigung sorgt die neue Achtgang-Automatik. Außerdem hilft sie, den Verbrauch zu senken. 6,5 Liter Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometern sind wahrlich asketisch. Langstrecken auf Autobahnen sind der klare Favorit des Gran Turismo. Aber auch andernorts zeigt die sechste Generation des 5er BMW stets fahrdynamische Klasse. Mit stoischer Ruhe und verreiß-sicher spult er Kilometer um Kilometer ab, vor allem dann, wenn man den Schalter der dynamischen Dämpfer-Kontrolle auf Komfort stellt. Wenn der Turismo Fahrt aufnimmt, läuft er in vielen Belangen zu großer Stärke auf und das aufwendige, an Aluminiumlenkern geführte Fahrwerk ist voll in seinem Element. Der aus Drehzahltiefen vorschnellende Sechszylinder liefert ein Paradebeispiel für eine druckvolle sowie gleichmäßige Leistungsentfaltung. An Souveränität herrscht beim Antrieb keinerlei Mangel. Mit hohem Reifegrad weiß die Integral-Aktivlenkung zu glänzen: leichtgängig und direkt bei niedriger Geschwindigkeit, ruhig und sachlich bei hohem Tempo. Stöße und Wellen werden einfach niedergebügelt. Selbst auf extrem unebenen Fahrbahnen beweist er Stabilität. Und trotz allem Komfortansinnen bleibt der BMW 530d Traditionalist, denn der Hecktriebler absolviert lustvoll das Fahrdynamikprogramm. Rüde Fahrwerksattacken sind in allen wählbaren Einstellungen (Komfort, Normal und Sport) fremd. Die mitlenkende Hinterachse unterstützt die Kurvenwilligkeit und dank Wankausgleich reduzieren sich die Bewegungen um die Längsachse auf ein Mindestmaß. Der Gran Turismo ist also ein Luxusgleiter par excellence. Mit ihm werden selbst lange Strecken zum puren Fahrvergnügen. Wer bei so viel Sicherheit und Komfort immer noch Flüge bucht, ist selbst schuld.

FIAT 500 ABARTH- Ein kleiner Skorpion gibt Gas

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Klein und giftig ist er. Einer, den man besser nicht reizt, sonst sticht er – der Skorpion. Und eben dieses Wappentier hat Fiat seinem Abkömmling zugedacht. Damit ist klar: dieses Auto will nicht nur Frauenliebling sein, sondern auch von den Herren der Schöpfung ernst genommen werden. Dennoch bleibt der italienische Kleinwagen in erster Linie ein Auto, dass Spaß macht. Allem Anschein nach haben die Italiener bei der Reanimierung des Fiats mit dem Skorpion im Logo alles richtig gemacht, denn der 500er Abarth ist eine kleine Sportskanone geworden. Das beginnt mit der Optik innen wie außen. Vorne dominiert ein dreifacher Lufteinlass, dessen Mittelteil deutlich vergrößert wurde. Wegen des Turboladers wurde die Front mit dem Skorpion-Logo nach vorne verschoben. Die Seitenansicht wirkt deutlich dynamischer und gestreckter. Das Heck dominieren eine spezielle Stoßstange, Diffusor, Heckspoiler und die beiden Endrohre. Auf sportlich getrimmt ist auch das Interieur. Dieses wurde mit viel Liebe zum Detail veredelt. Farbige Nähte an den Ledersitzen, am Lenkrad, Schaltknauf und Handbremshebel sorgen ebenso für einen hohen Qualitätseindruck wie die technisch kühlen Aluminium-Pedale. Die Sitze mit integrierter Kopfstütze bieten stabilen Seitenhalt und das sehr griffige Lenkrad lässt sich nach oben und unten  verstellen. Das große Rundinstrument ist chic und praktisch. Links integriert ist das analoge Manometer für die Messung des Ladedrucks, in dem sich auch die Anzeige für den empfohlenen Gangwechsel befindet.  Dass dieser 500er nicht ganz normal ist, zeigt er ohne Scham: als Basis steckt in ihm ein 1,4-Liter-Motor, dessen Leistung allerdings durch einen Turbolader mit fester Geometrie um 35 PS auf nun 99 kW/135 PS aufgestockt wurde. Dieser reagiert spontan auf Gasbefehle und dreht befreit hoch. Damit und mit einem Drehmoment von maximal 206 Nm bei 3000 U/min. kann man schon einiges anfangen – selbst aus niedrigen Drehzahlen heraus. Damit die Motorkraft nicht sinnlos verpufft, spendierten die Abarth-Ingenieure ihrem jüngsten Produkt ein tiefergelegtes Fahrwerk mit strafferen Federn und Dämpfern, stärkere Stabilisatoren und 16-Zoll-Aluräder. Außerdem besitzt der verschärfte 500er standfestere Stopper mit Bremsscheiben an Vorder- und Hinterachse – die vorderen sind zur besseren Kühlung belüftet. So beschleunigt der Abarth binnen 7,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h – nicht, ohne seine Kraft auch akustisch kernig kund zu tun. 205 km/h sind seine Grenze. Beeindruckend, wie der Krawall-Zwerg selbst bei diesen hohen Geschwindigkeiten geradeaus spurt. Sein Euro-5-tauglicher Motor verbraucht nur 6,5 Liter auf 100 km. Damit der gerade mal 3,66 Meter lange Flitzer bei so viel Power nicht abhebt, haben die Entwickler von Abarth tüchtig an Fahrgestell und Elektronik modelliert – denn als Plattform steckt eigentlich ein biederer Fiat Panda unter der rundlichen Hülle. Das Fahrgestell wurde komplett neu abgestimmt und tiefer gelegt: McPherson-Achse vorne, Torsionslenkerachse mit Stabilisator hinten. Die straffe Lenkung arbeitet präzise, die 5-Gang-Schaltbox ist knackig geführt und das Fahrwerk hart, aber nicht übertrieben abgestimmt. Besonders stolz sind die Abarth-Entwickler jedoch auf den kleinen Knopf in der Mittelkonsole. TTC steht drauf, das bedeutet Torque Transfer Control. Dahinter verbirgt sich ein elektronisches Sperrdifferenzial, das Untersteuern per Bremseingriff minimieren soll. Und zwar ohne die bei ESP-Eingriffen übliche Rücknahme der Motorleistung. Dadurch fliegt der 500er nur so um die Kurven und beschleunigt satt wieder heraus. Hinzu kommt eine gut zu dosierende, feist zupackende Bremsanlage, die akurat eingreift. Da Sicherheit bei Fiat groß geschrieben wird, wurde hier nicht gespart.  ABS, ESP, Antischlupfregelung, Bremsassistent, Hill Holder und noch einiges mehr an hilfreicher Elektronik sind mit an Bord. Was seinen Verbrauch angeht, ist der Abarth kein Schluckspecht. Gemütliche Landstraßenpartien kosten im Schnitt 5,3 Liter Super je 100 Kilometer, bei einem konstanten Tempo  von 130km/h fließen 6,5 Liter durch. Das geht völlig in Ordnung. Insgesamt betrachtet ist der 500er mehr als nur ein Lifestyle-Kleinwagen. Mit seinem präzisen Fahrverhalten, dem überzeugenden Turbomotor und der hohen Detailverliebtheit ist er für beide Geschlechter ein imposantes Spielzeug.

Finanzielle Anreize für altersgerechten Wohnungsumbau erforderlich!

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Eine gemeinsame Erklärung von SHK-Handwerk und Wohnungswirtschaft

Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) – GdW Bundesverband deutscher
Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. – Bundesverband Freier Immobilienund Wohnungsunternehmen e. V. (BFW)

In Deutschland fehlen barrierearme Wohnungen. Nur rund 1,5 Prozent aller Wohnungen gelten heute schon als barrierearm. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat deshalb den altersgerechten Umbau von Häusern oder Wohnungen entsprechend gefördert.

Bis zum Jahresende 2011konnten modernisierungswillige Immobilienbesitzer neben günstigen Krediten auch aus Bundesmitteln finanzierte Zuschüsse beantragen. Zum Leidwesen von Handwerk und Wohnungswirtschaft ist diese Variante ersatzlos entfallen. Es fehlen aktuell entscheidende finanzielle Anreize für den altersgerechten Wohnungsumbau! Denn Darlehen bilden einen finanziellen Anreiz für Menschen, die noch mitten im Berufsleben stehen.

Für Seniorinnen oder Senioren jenseits der Rentengrenze ist ein Zuschuss für barrierearme Umbaumaßnahmen besser geeignet. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs und Immobilienunternehmen und der Bundesverband Freier Immobilien –  und Wohnungsunternehmen (BFW) fordern gemeinsam von der Politik, das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ in einer Zuschussvariante fortzuführen.

Nach Angaben der KfW konnten in den letzten beiden Jahren von den 13 Millionen Euro bereitgestellten Mitteln rund 18.000 Wohneinheiten für den altersgerechten Umbau gefördert werden. Finanzielle Anreize sind daher unerlässlich, um den steigenden Bedarf an barrierearmen Wohnungen und Häusern rechtzeitig zu decken.Rund die Hälfte der bereitgestellten Mittel ist in barrierearme Bäder investiert worden. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Menschen das Bad als den wichtigsten Wohnbereich sehen, wenn es um eine altersgerechte Ausstattung geht.

2030 wird jeder Dritte in Deutschland älter als 65 Jahre sein. Wir können den demografischen Wandel nicht aufhalten. Aber wir können uns als Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bestmöglich auf die Folgen vorbereiten. Die rechtzeitige Schaffung von altersgerechtem Wohnraum ist hierbei eine der dringlichsten Aufgaben.Eine alleinige Fortführung des Programms als Eigenprogramm der KfW reicht trotz des aktuell niedrigen Zinsniveaus nicht aus. Die unterzeichnenden Verbände fordern die Bundesregierung nachdrücklich auf, ein klares politisches Bekenntnis zur weiteren Förderung von altersgerechten Umbauten abzugeben und dafür im Haushalt 2013 und in den Folgejahren wie bis 2011 jährlich 100 Millionen Euro als Finanzmittel einzustellen. Um die gewünschten quantitativen Effekte bei Umbauten bei Eigentümern von Wohnungen und Gebäuden zu erzielen, ist das Programm wieder um eine Zuschussvariante zu ergänzen.

Parasitäre Architektur-oder nehmen um zu geben

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Max Bächer sagte einmal im Rahmen eines Vortrags an der TU Kaiserslautern:
„Meine Position entsteht aus der Konsequenz der Opposition.“ Diese Haltung scheint mir die Existenzgrundlage parasitärer Architektur zu sein.

Parasiten sind
•    gebauter Ausdruck von Transformationsprozessen im Stadtraum
•    polarisierend
•    so vielfältig wie ihre (Zwischen-)Nutzung
•    Produkt ressourcenorientierter und somit nachhaltiger Planungsprozesse
•    verdichtende Strukturen im Stadtraum
•    grenzüberschreitend und somit grenzauflösend
•    Ausdruck von kreativer Aneignung des urbanen Raumes
•    Akteure einer wandelbaren Stadt

Parasitäre Bauten gab es schon im Mittelalter: Die Piazza in Lucca, eine assimilierte römische Arena. Die Mezquita-Catedral de Córdoba, der Einbau einer Basilika in eine der bemerkenswertesten Moscheen Europas.

Die Notwendigkeit der Anwendung von Parasiten als Architekturen formuliert Oswald Matthias Ungers 1966 in seinem Artikel “Großformen im Wohnungsbau”. Er begründet das Bauen von Großformen wie folgt: „Die Großform schafft den Rahmen, die Ordnung und den geplanten Raum für einen unvorhersehbaren, nicht planbaren, lebenden Prozess, für eine parasitäre Architektur. Ohne diese Komponente bleibt jede Planung starr und leblos.”
In diesen undefinierten Raum greifen Archigram im selben Jahr mit ihrem „Living Pod“-Konzept ein. Der Living Pod ist jedoch noch auf Andockmodule angewiesen. Coop Himmelb(l)au entwickeln 1967 mit der „Villa Rosa“ einen Baukörper, der mit seiner Tragstruktur flexibel in einen Bestand einzugreifen vermag. Parasiten als architektonische Intervention im Stadtraum lassen jedoch noch auf sich warten. Erst 1996 lassen Kas Oosterhuis und Ilona Lénàrd ihren „paraSITE“ – einen aufblasbaren Pavillon in Form eines Luftschiffs – in europäischen Städten andocken, Informationen der Stadträume sammeln und anschließend präsentieren. Die Rotterdamer Architekten Korteknie-Stuhlmacher nutzen 1999 die Parasit-Strategie, um mit ihrem giftgrünen LP2 auf den Leerstand und das Konversionspotential eines ehemaligen Kaufhauses hinzuweisen. Dies ist der Ausgangspunkt für ihre Parasite-Foundation. Es handelt sich dabei um ein offenes Labor für Interventionen im Stadtraum, die den Parasiten eine Renaissance beschert. Diese dauert etwa bis 2006 an und endet mit der Tour des Everland-Hotels 2002-09. Der klassische Parasitbau findet seitdem nur noch wenig Anwendung, ist jedoch Ausgangspunkt für zwei gegensätzliche Formen des Umganges mit Potentialen im Stadtraum geworden: strategische und lokale Intervention.

Die strategische Intervention weitet die Signalfunktion des Parasiten auf den Stadtraum aus statt ein einzelnes Gebäude zu thematisieren. Sie ist auf lange Sicht ausgelegt, aufwändig und inflexibel. Ein Beispiel hierfür findet sich in der Hamburger Elbphilharmonie von Herzog & DeMeuron: Der ehemalige Kaispeicher A erhält eine gläserne Krone, von der sich die Hamburger Bürgerschaft eine Initialzündung für die Hafen City verspricht. Der Ausbau jedoch verschlingt seinen Wirt. Der Kaispeicher wird entkernt und zum Parkhaus degradiert. Die Krone sprengt alle finanziellen und zeitlichen Pläne: Die geplante Eröffnung 2009 ist ebenso hinfällig wie der Finanzrahmen von ursprünglich 77 mEuro (z.Zt. 476 mEuro). In Zeiten, in denen Stadträume von Initiativen und der Verantwortung vieler Einzelner interpretiert und überformt werden erscheint ein derart kolossales Projekt fragwürdig.
Bei der lokalen Intervention dagegen, einem Eingriff auf engstem Raum, sind die Projekte informell, kurzlebig, oft nicht mehr als urban Design oder Pet Architecture. Sie übernehmen Verantwortung für den städtischen Raum, polarisieren und erzwingen eine gedankliche Umbewertung der Situation. Gelingt diese, so eröffnen sich architektonische und gewerbliche Perspektiven. Pet Architecture wird vom Atelier Bow-Wow in Tokio näher erforscht. Es handelt sich um die Ausnutzung kleinster Flächen im städtischen Raum, etwa in Form von fliegenden Gewerbebauten, Imbissbuden, Minihäusern. Gegenteilig zum informellen urban Design oder der Street-Art ist Pet Architecture konform zur Baugesetzgebung. In ihrer Ausführung ist sie jedoch „wie gewollt und nicht gekonnt“, bruchstückhaft und unerwartet. Dennoch ist sie anrührend und zuweilen inspirierend, weil die Gebäude sehr deutlich den Wert auszudrücken, den der Ort für den Besitzer hat. Pet Architecture ist unvollständig und billig, Yoshiharu Tsukamoto spricht mehr von Nutz- denn von Bauwerken. Pet Architecture illustriert, mit welcher Energie und unbändigen Freude Einzelne ihren Lebensraum gestalten, Verantwortung für den Stadtraum übernehmen und den Wert des Raumes zu steigern vermögen – ein Phänomen, das der Stadtforschung eher aus bestimmten Slumformen bekannt ist.

Sind Parasitbauten heute noch aktuell? Selbst wenn es sich heute eher um vollwertige Dachausbauten, Anbauten oder signalstarke Umnutzungen handelt, ist die Aktualität dieser Interventionsstrategie in der Architektur ungebrochen. Ob Pilotprojekt mit Fanalfunktion oder  Stegreifentwurf für einen kleinen Gewerbebetrieb: Auch heute noch prägen die Nachfolgemodelle der parasitären Architektur unseren Stadtraum, auch heute noch können wir mit ihnen Potenziale der Stadt aufzeigen.

Baumschlager – Eberle 2002-2007

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Ganzheitliche Architektur erfordert konstruktive Intelligenz, Ökologie, Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz. Das Buch trägt diesem Selbstverständnis Rechnung und gliedert sich in drei Teile: „Architektur“ erforscht die Entwicklung einer neuen Gestaltqualität aus einem rationalen Prozess. „Menschen“ untersucht den Gebrauchsaspekt ausgewählter Bauten und deren gesellschaftliche Akzeptanz. „Ressourcen“ analysiert ihre Nachhaltigkeit. Diese Ausgabe fügt sich in die Reihe der Baumschlager-Eberle Monografien ein und schließt direkt an die zuletzt erschienene Publikation an.

 

Preis: EUR 53,90
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Taschenbuch: 232 Seiten
Winfried Nerdinger; Springer Vienna Architecture (30. Oktober 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3211714707
ISBN-13: 978-3211714706